„kulturMontag” über Winter-Tourismus im Wandel und Schwerpunkt zum Thema Digitalisierung

Wien (OTS) – Am 3. Februar um 23.10 Uhr in ORF 2

Mit „Overtourism“ und der Ausbeutung der Alpen beschäftigt sich zu Beginn der „kulturMontag“ am 3. Februar 2020, um 23.10 Uhr in ORF 2. Dazu ist die Professorin für Raumforschung und Raumplanung von der Universität für Bodenkultur, Dr. Gerlind Weber, live zu Gast im Studio bei Martin Traxl. Außerdem beschäftigt sich die Sendung in einem Schwerpunkt zur Digitalisierung mit der chinesischen Social-Media-Videoplattform „TikTok“, die sich derzeit rasch steigender Beliebtheit erfreut, und widmet sich dem Umgang mit dem Überwachungskapitalismus, den Harvard-Ökonomin Shoshana Zuboff in ihrem neuen Buch kritisiert.

Tiroler Zukünfte – Winter-Tourismus im Wandel

In Tirol sollen 64 Hektar neue Pisten durch den geplanten Zusammenschluss der Skigebiete im Ötz- und Pitztal entstehen und den Tourismus fördern. Doch das 120-Millionen-Euro-Projekt wurde und wird von Umweltinitiativen – u. a. von prominenten Gegnern wie Reinhold Messner – heftig bekämpft. Wie sinnvoll ein Gletscher-Skigebiet ist, wenn jetzt schon die Gletscher schmelzen, das fragt sich die Künstlerin „Elsa kann nicht schlafen“ in ihrem aktivistisch-satirischen Instagram-Account. Sie will anonym bleiben, denn kritische Fragen zum Thema Umbau der Alpen und zum Klimawandel hört die mächtige Ski-Tourismusindustrie nicht gerne. Auch der Tiroler Fotograf Lois Hechenblaikner hat sich in seinen künstlerischen Arbeiten dieser Problematik gestellt. Die österreichische Kulturanthropologin Herta Nöbauer meint, dass Schnee, die Berge und das Skifahren einst wichtig waren für die österreichische Identität. Doch ist der alpine Sport heute nur noch einer der Eliten? Ist ein Festhalten an einer Tradition, die schon keine mehr ist, notwendig? Wie geht man hierzulande mit dem Schlagwort „Overtourism“ um? Welche alternativen Strategien lassen sich der Ausbeutung der Alpen entgegensetzen? Und wie sieht die kulturelle Identität heute aus? Dazu ist Dr. Gerlind Weber, Professorin für Raumforschung und Raumplanung von der Universität für Bodenkultur, live zu Gast im Studio.

Die Welteroberer – Smombies, TikTok & Co.

Die erfolgreichste Neuerung auf dem Gebiet der Smartphone-Apps stammt aus China und heißt TikTok. Keine andere App wurde 2019 öfter heruntergeladen als jene der chinesischen Social-Media-Videoplattform, die seit November mehr als eine Milliarde Nutzer hat. TikTok ist das erste soziale Netzwerk dieser Größe, das nicht aus dem kalifornischen Silicon Valley kontrolliert wird. Was auf der Plattform passiert, lässt sich flapsig mit „Junge Menschen machen coole Sachen zu cooler Musik“ zusammenfassen. Vergangenen Herbst kam es zu einem entlarvenden Fall. Eine amerikanische Schülerin hatte ein als Schmink-Tutorial getarntes Video auf die Plattform geladen, in dem sie ihre Follower über chinesische Umerziehungslager aufklärte. Das Video war clever gemacht. Die Schülerin wechselte den Tonfall nicht, während sie thematisch von Wimperntusche zu Umerziehungslagern schwenkte und so versuchte, den Algorithmus auszutricksen. Politische Inhalte, insbesondere chinakritische, werden ganz und gar nicht goutiert.

Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus – Der Mensch als Datenlieferant

Gesetze hin oder her – ungeniert und ungehindert sammeln Digitalkonzerne wie Facebook und Google Daten. Wie es so weit kommen konnte und warum wir dem Überwachungskapitalismus so hilflos gegenüberstehen, erklärt die renommierte Harvard-Ökonomin Shoshana Zuboff in ihrer Analyse. Shoshana Zuboff bewertet die soziale, politische, ökonomische und technologische Bedeutung der großen Veränderung, die gerade erlebt wird. Sie zeichnet ein unmissverständliches Bild der neuen Märkte, auf denen Menschen nur noch Quelle eines kostenlosen Rohstoffs sind – Lieferanten von Verhaltensdaten. Noch haben wir es in der Hand, wie das nächste Kapitel des Kapitalismus aussehen wird. Meistern wir das Digitale oder sind wir seine Sklaven? Zuboffs Buch liefert eine neue Erzählung des Kapitalismus. An ihrer Deutung kommen kritische Geister nicht vorbei.

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