Juni unterm Regenbogen: Wien setzt starkes Zeichen für Vielfalt und Sichtbarkeit der LGBTIQ-Community

Juni unterm Regenbogen: Wien setzt starkes Zeichen für Vielfalt und Sichtbarkeit der LGBTIQ-Community

Zahlreiche Aktivitäten und Initiativen von 3. bis 30. Juni – Regenbogenplatz, Fensterl Parade und Global Pride in Wien

Wien (OTS) – Wien ruft auch heuer im Juni den „Regenbogenmonat“ aus:
Der ganze Monat wird im Zeichen der Vielfalt und Sichtbarkeit der LGBTIQ-Community (Lesben, Schwule, Bisexuelle, transgender, intergeschlechtliche und queere Menschen) stehen.

„Die vergangenen Wochen haben zu starken Belastungen geführt:
Vereinslokale mussten temporär schließen, Veranstaltungen abgesagt werden und Beratungsstellen waren nur eingeschränkt verfügbar. Die Isolation war insbesondere für LGBTIQ-Jugendliche eine schwere Zeit. Es ist daher gerade jetzt wichtig, dass die Forderungen der LGBTIQ-Community präsent sind und ihre Vielfalt im öffentlichen Raum sichtbar ist“, sagt Antidiskriminierungsstadtrat Jürgen Czernohorszky.

Die Stadt Wien wird daher gemeinsam mit Initiativen und Vereinen wie in den vergangenen Jahren den „Regenbogenmonat“ Juni feiern.

Gestartet wird Anfang Juni mit der Hissung der Regenbogenfahne am Wiener Rathaus. Auch an anderen öffentlichen Orten wird der Regenbogen als Symbol der LGBTIQ-Bewegung angebracht: u.a. bei den Wiener Bädern, den Wiener Linien, Wiener Wohnen und der Bildungsdirektion. Darüber hinaus wird es einen weiteren Schutzweg in Regenbogenfarben geben.

Rathausplatz wird am 13. Juni zum Regenbogenplatz

Am 13. Juni, dem Tag der ursprünglich geplanten Regenbogenparade, wird wie in den vergangenen Jahren der Rathausplatz als zentraler Platz Wiens der Platz der LGBTIQ-Bewegung sein. „Auch wenn heuer leider keine Abschlusskundgebung am Rathausplatz stattfinden kann, sorgt die Stadt dafür, dass der Rathausplatz zum Regenbogenplatz wird. Die Stadt Wien steht Seite an Seite mit der LGBTIQ-Community für Vielfalt, Akzeptanz und den Kampf gegen Diskriminierung. Wien hält den Rathausplatz für die LGBTIQ-Community frei“, so Czernohorszky. Am Rathausplatz wird es die Möglichkeit geben, ein Foto mit großem Regenbogenmotiv zu machen. Riesige Platzhalter werden darauf hinweisen, dass der Rathausplatz für die nächste Pride 2021 schon bereit steht.

FENSTERL PARADE am 13. Juni

Für Wiens LGBTIQ-Community ist das Verbot von Großveranstaltungen kein Grund die Lebensfreude in Isolation zu schicken. Und so veranstaltet der Verein SISTERS – Verein für queer feministische Kunst und Kultur mit Unterstützung der Stadt Wien am 13. Juni 2020 die erste FENSTERL PARADE. Mit der FENSTERL PARADE holt sich die LGBTIQ-Community mit all ihren Verbündeten die Sichtbarkeit im öffentlichen Raum zurück.

Ganz Wien ist herzlich dazu eingeladen, ein Zeichen zu setzen. „Verschönere dein Fensterl, tanz auf deinem Balkon! Motiviere auch deine Freund*innen und Nachbar*innen zum Mitmachen. Mach dich bemerkbar – sofern du dich wohl damit fühlst”, rufen die Erfinderinnen der FENSTERL PARADE auf der Website fensterlparade.org auf. Radio FM4 liefert zwischen 14 und 18 Uhr die passende Musik für die FENSTERL PARADE.

Ungewöhnliche Zeiten, erfordern ungewöhnliche Fahnen: Auf der Website fensterlparade.org gibt es eine ganz spezielle Regenbogenfahne für das Jahr 2020 zu bestellen. Die Fahnen sind kostenlos – solange der Vorrat reicht.

Vienna Pride wird Global Pride

Ein weiteres Highlight im Regenbogenmonat wird die erste weltweite „Global Pride“ sein. Den Organisator*innen von Vienna Pride, die Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien und ihre Non-profit-Firma Stonewall GmbH, ist es gelungen bei dem von den internationalen Pride-Dachverbänden EPOA und InterPride organisierten Event einen Slot zu ergattern. Dabei präsentieren sich zahlreiche internationale Prides. Global Pride wird online und real über die Bühne gehen: In Wien haben die Organisator*innen zusätzlich zum Online-Beitrag und dem Public-Viewing-Angebot diverser Gastronomiepartner*innen einen Regenbogen-Corso auf der Ringstraße geplant – „eine Demonstration für die Vielfalt, doch für die Gesundheit aller Teilnehmer*innen in Autos bzw. auf Motorrädern“, so HOSI und Stonewall.

„FLAGincluded“: Unterstützung für Jugendliche

Das Projekt „FLAGincluded“ wurde von jungen Aktivist*innen ins Leben gerufen und wird von der HOSI Wien und der WASt-Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen in Kooperation durchgeführt. Es motiviert Schulen dazu, im Regenbogenmonat Juni die Regenbogenfahne als sichtbares Zeichen der Awareness und Solidarität am Schulgebäude zu hissen und stellt den Schulen diese Fahnen kostenfrei zur Verfügung. Damit soll Jugendlichen im Coming-out Mut gemacht, Unterstützung gegeben und gezeigt werden, dass ihre Schulgemeinschaft hinter ihnen steht. „In der Schule ist kein Platz für LGBTIQ-Feindlichkeit. Die Schule muss ein Ort sein, in dem alle Menschen frei von Diskriminierung gleichberechtigt und respektvoll leben, lernen und arbeiten können, unabhängig ihrer sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten“, so die Initiator*innen.

30. Juni: Präsentation des Siegerentwurfs für Denkmal für
Opfer der Homosexuellen-Verfolgung in der NS-Zeit

Am 30. Juni wird nach einem breiten Beteiligungsprozess und einem von KÖR (Kunst im öffentlichen Raum GmbH) und WASt ausgelobten Gestaltungswettbewerb der von der Wettbewerbsjury ausgewählte Entwurf für das Denkmal für die Männer und Frauen, die Opfer der Homosexuellen-Verfolgung in der NS-Zeit wurden, präsentiert.

Das Denkmal wird im Resselpark im 4. Bezirk umgesetzt. Zum Wettbewerb wurden acht nationale und internationale KünstlerInnen bzw. Teams eingeladen. Die Wettbewerbs-Jury setzt sich aus KünstlerInnen, LandschaftsplanerInnen, VertreterInnen der Communities sowie aus VertreterInnen des Bezirks und der zuständigen Magistrate zusammen. Das Projekt wird von der Stadt Wien und dem Nationalfonds der Republik Österreich unterstützt. „Mit dem Denkmal schafft Wien einen zentralen und belebten Erinnerungsort, an dem das Gedenken an die Opfer der Homosexuellen-Verfolgung im Nationalsozialismus einen würdigen Platz in unserer Gegenwart und unserem Alltag erhält“, so Czernohorszky.

Rathausführungen andersrum

Nicht zuletzt finden am 5. und am 26. Juni „Rathausführungen andersrum“ statt. Bei dieser schon traditionellen Führung im Regenbogenmonat Juni durch den neugotischen Ringstraßenbau verbinden Wolfgang Wilhelm (WASt) und Nicole Tomasi (Stadtservice) Einblicke in die Architektur mit den zahlreichen Gleichstellungs- und Antidiskriminierungserfolgen sowie mit der Geschichte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Inter*sex-Personen in Wien.

„Als Regenbogenhauptstadt Wien laden wir alle dazu ein, bei den Initiativen und Aktionen für eine starke Sichtbarkeit der vielfältigen und stolzen Wiener LGBTIQ-Community dabei zu sein“, so Czernohorszky. (Schluss)

Philipp Lindner
Mediensprecher StR Jürgen Czernohorszky
+43 1 4000 81853
philipp.lindner@wien.gv.at

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