„profil“: Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP): die dubiose Rolle eines Betriebsrats.

„profil“: Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP): die dubiose Rolle eines Betriebsrats.

Offene Fragen rund um die Freistellung der Geschäftsführerin

Wien (OTS) – Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, sind rund um die Freistellung der Geschäftsführerin des Kuratoriums Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP), Gabriele Graumann, noch einige Fragen offen. Diese betreffen die dubiose Rolle eines KWP-Betriebsrats. Im August dieses Jahres teilte die KWP-Chefin SPÖ-Stadtrat Peter Hacker mit, dass der Betriebsrat „gegenüber Mitarbeiter*innen formuliert, dass ‚die Graumann sich Prämien auszahlt, die ihr nicht zustehen‘“. Der Betriebsrat habe eine Mitarbeiterin der Personalabteilung ersucht, ihm Graumanns Gehaltsabrechnungen auszuhändigen. „Die Mitarbeiter*in hat das abgelehnt, worauf Herr (…) geantwortet habe: ‚Ich habe den Auftrag von Herrn Stadtrat Hacker zu beweisen, dass Frau Graumann sich ungerechtfertigt Prämien auszahlt.‘“, schrieb Graumann. Hacker weist gegenüber profil vehement zurück, jemals den Auftrag erteilt zu haben, belastendes Material über Graumann sammeln zu lassen: „So ein Humbug. Ich brauch ja keinen Betriebsrat, wenn ich wissen will, was in einem Unternehmen vorgeht“.
Der betreffende Personalvertreter war beim Wiener Stadtrechnungshof (StRH) vorstellig geworden, um „über dubiose Vorgangsweisen von Führungskräften und Firmen“ zu berichten. Nicht zuletzt seine Aussagen bewogen den StRH zu einer Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft über mögliche Malversationen im KWP. Als die Aktivitäten des Betriebsrats im KWP bekannt wurden, wurde ihm im Juli 2020 gekündigt. Wenige Tage später musste die Kündigung auf Hackers Weisung zurückgezogen werden.
Gegenüber dem KWP-Vorstand argumentierte Hacker am vergangenen Mittwoch die Dienstfreistellung Graumanns einerseits mit den Erhebungen der Behörden, andererseits mit der Kündigung, über die ihn – seiner Ansicht nach – die KWP-Chefin hätte informieren müssen. Die Vorstände nickten Hackers Vorschlag mit nur einer Gegenstimme ab, nämlich jener von NEOS-Gemeinderat Markus Ornig: „Außer ein paar konstruierten Vorwürfen von Stadtrat Hacker gegen Geschäftsführerin Graumann konnte ich keine echte Dringlichkeit für diesen drastischen Schritt erkennen“, sagt Markus Ornig der KWP-Vorstand.

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