RE/MAX ImmoSpiegel: Einfamilienhauspreise legten im Jahresvergleich um +8,8 % zu, Verkäufe rückläufig

RE/MAX ImmoSpiegel: Einfamilienhauspreise legten im Jahresvergleich um +8,8 % zu, Verkäufe rückläufig

Alltäglicher Luxus im Bezirk Kitzbühel: 1,5 Mio. Euro für ein Einfamilienhaus

* Weniger Einfamilienhausverkäufe in allen Bundesländern, in Summe ein Rückgang von -5,4 % im ersten Halbjahr

* Angebot für Einfamilienhäuser stark rückläufig

* Typischer Preis für ein Einfamilienhaus in Österreich liegt bei 270.655 Euro. Preisentwicklung: +38,5 % im Fünfjahresvergleich

* Florierende Märkte in Wien, Burgenland, Kärnten und Salzburg; Mengenrückgänge in Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Tirol und Vorarlberg

* Bundeslandpreise: Wien knapp vor Tirol, Vorarlberg und Salzburg.
Am billigsten sind Einfamilienhäuser im Burgenland und in der Steiermark

* Bezirk Kitzbühel: 39 % teurer als Innsbruck-Stadt und 82 % teurer als Salzburg-Stadt

* Preisranking für Einfamilienhäuser in den Landeshauptstädten unverändert: Innsbruck vor Salzburg, Wien, Bregenz, Linz, Graz, Klagenfurt, St. Pölten und Eisenstadt

* Zahlen über Menge, Wert, typischer Preis und Fünfjahresvergleich auf Bezirksbasis sowie Grafiken und Fotos finden Sie unter
https://www.remax.at/de/presse/immospiegel/haeuser

Gliederung dieser Aussendung: Österreich, Bundesländer, Bezirke, Prognose und Methodik

Gesamter umfassender Pressetext, Grafiken und Fotos:
http://pressecenter.reichlundpartner.com/News.aspx?menueid=2349

Auch im ersten Halbjahr 2020 ist der Markt für Einfamilienhäuser – wie schon im Vorjahr – rückläufig. Mit 5.017 Einfamilienhäusern hat sich die Anzahl der Verbücherungen zum Vorjahr um -5,4 % vermindert, zum Rekordjahr 2018 sogar um -15,2 %. Das erste Halbjahr 2020 ist mengenmäßig nur das fünftstärkste hinter 2019, 2018, 2016 und 2015.

„Bekanntermaßen hat der Einfamilienhausmarkt in den letzten fünf Jahren besonders floriert und die Mengen waren spürbar höher als die Jahre zuvor. Die auch heuer wieder rückläufigen Verkaufszahlen sind in erster Linie auf das aktuell deutlich geringere Angebot zurückzuführen. Die Kombination aus einer noch immer sehr guten Nachfrage, einem historisch niedrigen Zinsniveau und einem knappen Angebot hat zu spürbaren Preissteigerungen geführt“, erklärt der Geschäftsführer von RE/MAX Austria, Bernhard Reikersdorfer, MBA. „COVID 19 und die daraus resultierenden Auswirkungen werden im kommenden Jahr auch am Einfamilienhausmarkt nicht spurlos vorbeigehen. Im Moment erwarten wir im ersten Halbjahr 2021 im Bereich der Einfamilienhäuser ein steigendes Angebot und weitestgehend stagnierende Preise. Eine Finanzierung zu bekommen, wird – vor allem für Jungfamilien – noch schwieriger werden. Fakt ist bereits jetzt, dass Fremdfinanzierungen aufgrund höherer gesamtwirtschaftlicher Risiken oftmals nicht mehr so einfach und reibungslos möglich sind, und die erforderliche Eigenkapitalquote höher ist als vor Corona“, sagt Reikersdorfer abschließend.

Gesamtverkaufswert für Einfamilienhäuser über dem Vorjahr

Die Käufer von Einfamilienhäusern investierten im ersten Halbjahr 2020 in Summe 1,56 Mrd. Euro, um +40 Mio. Euro (+2,7 %) mehr als im ersten Halbjahr 2019. Damit liegt das Verkaufsergebnis 2020 um ein Viertel (+26,2 %) über dem von vor fünf Jahren und um zwei Drittel (+64,9 %) über dem vor zehn Jahren.

Die Berechnungen des RE/MAX-ImmoSpiegels für Einfamilienhäuser für das erste Halbjahr 2020 basieren auf der Gesamtauswertung aller im amtlichen Grundbuch von Jänner bis Juni neu verbücherten Immobilien-Kaufverträge. IMMOunited, die Experten für Immobiliendaten, haben sie ausgelesen und als Kaufvertragssammlung veröffentlicht.

Preissteigerung für Einfamilienhäuser außergewöhnlich hoch

Im ersten Halbjahr 2020 bezahlten die Käufer österreichweit im Durchschnitt 270.655 Euro für ein Einfamilienhaus, um +21.965 Euro oder +8,8% mehr als 2019 oder +38,5 % mehr als noch vor fünf Jahren.

„Während der letzten zehn Jahre lag die Preissteigerung in 12 Monaten (gerechnet vom ersten Halbjahr zum nächsten ersten Halbjahr) für Einfamilienhäuser im Durchschnitt bei exakt 5,0 % pro Jahr. Heuer sind +8,8 % die zweithöchste Steigerungsrate in diesem Zeitraum. Von 2016 auf 2017 sind die Mengen genauso eingebrochen und wir hatten ähnliche Preisveränderungen“, erläutert Mag. Anton Nenning von RE/MAX Austria.

Hat Corona eine Flucht aus Wien bewirkt?

Diese Frage lässt sich leicht beantworten: Nein, weil das Angebot an Einfamilienhäusern dafür einfach nicht vorhanden ist. Aber es lassen sich in die Zahlen sehr wohl Versuche, auf das Land zu übersiedeln, hineininterpretieren.

„Um die Frage einigermaßen sauber und sicher zu klären, haben wir Bezirke, die direkt an Wien angrenzen (Bruck, Gänserndorf, Korneuburg, Mödling, St. Pölten Land und Tulln) oder ganz nahe sind (Baden, Mistelbach) mit den ,anderen‘ niederösterreichischen Bezirken verglichen und zwar die Veränderung von 2019 zu 2020 mit der Veränderung ein Jahr zuvor, also vor Corona,“ erklärt Nenning. Im Jahresvergleich von 2018 auf 2019 sind die Einfamilienhaus-Verkäufe „um Wien“ im Durchschnitt um -5,3 % zurückgegangen, in den „anderen“ Bezirken um +7,5 % gestiegen. Die Preise haben sich um Wien um +3,0 % erhöht und in den anderen Bezirken um +2,4 %. Um Wien also ein Mengenrückgang und überall leicht steigende Preise. Beides ohne Corona.

Ein Jahr später beim Jahresvergleich von 2019 auf 2020 zeigen die Bezirke um Wien einen Mengenrückgang im Durchschnitt von -13,8 %, die „anderen“ Bezirke von -7,1 %. Beides ist wohl nicht nur Corona in die Schuhe zu schieben, sondern einem Mangel an Angebot wie von RE/MAX Austria schon mehrfach prognostiziert, und zwar vor allem im Ballungsraum. Die Preise sind daher gestiegen und zwar in den Bezirken nahe Wien um +12,7 % und bei den „anderen“ Bezirken im Durchschnitt um +3,4 %. „Da mag schon ein wenig mehr Nachfrage dabei sein, aber der Hauptfaktor liegt beim knappen Angebot, nicht bei Corona. Die Pandemie, die Stadtflucht-Ideen und die Preisexplosion sind in den vorliegenden Statistiken noch wie ein Storchenpaar am Hausdach einer schwangeren Frau: Auch wenn sie gleichzeitig vorhanden sind, so besteht derzeit noch keine Ursache-Wirkungsbeziehung“, so Nenning. „Aber das wird sich ändern.“

„Aktuell drängen Menschen, die genügend Kapital haben, von der Großstadt in den Speckgürtel, vor allem in Kommunen mit besonders hoher Lebensqualität“, räumt DI Andreas Hornyik, MBA, von RE/MAX Welcome in Baden ein. „Das wird in Baden die Nachfrage im oberen Segment befeuern.“ Dagegen sieht Hornyik für Menschen, die auf Kreditfinanzierungen bei ihrem Immobilienkauf angewiesen sind, weniger Sicherheit und Vertrauen in die Zukunft. Daher erwartet er Rückgänge bei der Nachfrage und beim Preis.

Wilhelm Fetscher sieht, „dass der Wiener Speckgürtel für ein interessantes Wohnumfeld durch Corona größer wurde“. Er setzt aktuell einen Radius von bis ca. 60 km rund um Wien an, vorher waren es 40 km. „Zum einen ist der Wunsch nach Freifläche/Freiraum gestiegen, zum anderen ist die Distanz zum Stadtbüro aufgrund von Homeworking, egal ob ständig oder teilweise, weniger wichtig und Social-Distancing am Land einfacher als im städtischen öffentlichen Raum und im öffentlichen Verkehr“, so Fetscher.

Auch Zeitfaktor spricht gegen Covid-Auswirkungen in der Halbjahres-Statistik

Die Auswirkungen von Corona in den Verbücherungen im ersten Halbjahr können auch aus zeitlichen Gründen noch nicht massiv schlagend sein, weil im ersten Quartal ja noch fast alles unproblematisch abgelaufen ist und im zweiten aufgrund des Lockdowns ja Kaufabschlüsse, Kaufverträge, Verbücherungen ins Stocken geraten sind. Das könnte den RE/MAX-Experten nach noch ein allfälliges Mengenminus insgesamt erklären, aber keine regionalen Differenzen und keine Preissteigerungen.

Korneuburg verzeichnet mit 291.354 Euro einen um -4,3 % geringeren Preis als zuletzt, die Mengen sind um -16,3 % auf 67 Einheiten zurückgegangen. In Mistelbach bezahlten die Einfamilienhauskäufer im Durchschnitt 151.636 Euro (+17,9 %), die Mengen reduzierten sich von 98 auf 70 Einfamilienhäuser.

Nähere Informationen unter: www.remax.at oder remax.at/presse/de/immospiegel/haeuser

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