Schallenberg: „Die UNO ist wichtiger denn je – nur wenn alle Staaten an einem Strang ziehen, werden wir globale Krisen meistern.“

Schallenberg: „Die UNO ist wichtiger denn je – nur wenn alle Staaten an einem Strang ziehen, werden wir globale Krisen meistern.“

Heute vor 75 Jahren – am 24. Oktober 1945 – trat die Satzung der Vereinten Nationen in Kraft.

Wien (OTS) – „Die Gründergeneration der UNO stand 1945 vor den Trümmern der Welt. Die Menschheit hatte in den dunkelsten Abgrund von Hass, Gewalt und Grausamkeit gestarrt. Die ‚Völker der Vereinten Nationen‘ erklärten daher ihre tiefe Entschlossenheit, kommende Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren“, so Außenminister Alexander Schallenberg anlässlich des 75. Jahrestages des Inkrafttretens der Satzung der Vereinten Nationen.
Seit ihrer Gründung haben die Vereinten Nationen für den Fortschritt der Menschheit gearbeitet. Die UNO habe unseren Planeten mit gelebtem Multilateralismus zu einem sichereren Ort gemacht, sie habe globale Standards für den Schutz von Menschenrechten verbessert. Durch ihren Beitrag zu Abrüstungsbemühungen und ihren friedenserhaltenden Missionen trage sie zur Beilegung und Verhütung von Konflikten bei. „Wenn wir die heutigen Standards bei Bildung, Frauenrechten, Kindersterblichkeit, beim Zugang zu sauberem Trinkwasser oder bei der Armutsbekämpfung mit der Situation von 1945 vergleichen, kann die UNO zu Recht stolz auf das Erreichte sein“, stellt Außenminister Schallenberg fest.
Wie jede andere Organisation sei auch die UNO nicht frei von Fehlern. Gerade bei der Lösung von Konflikten finde sie sich häufig an den Rand gedrängt. Zu oft könne sich der UNO Sicherheitsrat zu keinem Konsens zur Beilegung der schlimmsten Krisen durchringen. Doch angesichts der aktuellen Herausforderungen sei effektiver Multilateralismus wichtiger denn je.
„Wir erleben eine durch COVID-19 verursachte globale Gesundheits- und Wirtschaftskrise und haben erst die Spitze des Eisbergs ihrer wirtschaftlichen und sozialen Folgen gesehen. Die Fortschritte, die in den letzten Jahren bei der Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele gemacht wurden, drohen zu zerrinnen“, warnt Schallenberg. Die Pandemie habe existierende geopolitische Spannungen verschärft und den Blick der internationalen Gemeinschaft auf zahlreiche Krisenherde vernebelt.
„Die Pandemie hat uns auf brutale Weise vor Augen geführt, wie uns globale Bedrohungen alle in gleicher Weise treffen und wie abhängig wir voneinander sind. Nur wenn alle Staaten an einem Strang ziehen, haben wir eine reale Chance, die Herausforderungen tatsächlich zu meistern“, so Außenminister Alexander Schallenberg. Gerade ein Land von der Größe Österreichs brauche eine regelbasierte internationale Ordnung, in der Rechtsstaatlichkeit und nicht das Recht des Stärkeren, gute Regierungsführung, offene Märkte, das Prinzip der Vertragstreue und die Menschenrechte Beachtung finden. „Das sind keine abstrakten Ideale, sondern die Voraussetzung für die Sicherheit Österreichs. Multilaterales Engagement im Rahmen der UNO mit Wien als einem ihrer vier Hauptsitze ist unverrückbarer Pfeiler der österreichischen Außenpolitik.“
Der Erfolg oder Misserfolg der Vereinten Nationen spiele sich nicht in einem Vakuum ab, sondern habe konkrete Auswirkungen auf das Leben der Bürgerinnen und Bürger. Die nächste Katastrophe komme bestimmt, sei es Terrorismus, die Bedrohung durch Atomwaffen oder der Klimawandel als potentielle Superkrise, warnte Außenminister Schallenberg. „Wir, die Völker der Vereinten Nationen, brauchen einander und wir brauchen ein starkes multilaterales System. Nur so können wir vor dem Urteil nachfolgender Generationen bestehen.“

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