Sozialwirtschaft zu Pflegepaket: „Die Richtung stimmt“

Sozialwirtschaft zu Pflegepaket: „Die Richtung stimmt“

Zahlreiche Vorschläge der Träger wurden aufgegriffen, weitere Schritte sind nötig

Wien (OTS) – Die Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ), der größte österreichische Dachverband der Sozial- und Gesundheitsunternehmen mit 560 Mitgliedsorganisationen begrüßt grundsätzlich das heute vorgestellte Maßnahmenpaket zum Thema Pflege.

„Am heutigen „Tag der Pflege“ sollten wir eigentlich die Leistungen der in diesem Bereich tätigen Menschen zelebrieren, stattdessen stehen eher die Probleme im Vordergrund. Umso erfreulicher ist es, dass jetzt endlich einige der dringlichsten angegangen werden“, so der SWÖ-Vorsitzende Erich Fenninger.

Viele Vorschläge der Träger, die öffentlich oder in Einzelgesprächen eingebracht wurden, finden sich im Maßnahmenpaket wieder. „Unsere Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt“, so Fenninger.

Insbesondere folgende Maßnahmen werden von der Sozialwirtschaft -vorbehaltlich etwaiger Fallstricke in den konkreten, bislang noch nicht vorliegenden Regelungen – ausdrücklich begrüßt:

* Die Bereitstellung zusätzlicher Mittel zur Verbesserung der Gehaltssituation von Pflegekräften

* Die Attraktivierung der Ausbildung, Weiterbildung, Höherqualifizierung, Umschulung und Praxisanleitung

* Die Etablierung eines BHS/BMS-Modells im Regelschulwesen – eine Forderung, die von den Trägern seit 25 (!) Jahren erhoben wird

* Der Einstieg in eine Pflegelehre, auch wenn sich diese in der
Praxis erst bewähren muss

* Der Erhalt des Berufsbilds der Pflegeassistenz und die kompetenzmäßige Aufwertung der Pflegeassistenzberufe

* Die Verbesserungen bei der Nostrifizierung und der
Berufsanerkennung

„Die vorgestellten Maßnahmen sind zweifellos geeignet, einen Beitrag zur Entspannung der Situation im Pflegbereich zu leisten, auch wenn versäumte Weichenstellungen nicht von heute auf morgen kompensiert werden können“, so SWÖ-Geschäftsführer Walter Marschitz. Kritik äußert er am bisherigen Prozess: „Die Vorgangsweise knüpft an die alte josephinische Tradition an. Die gute Absicht ist erkennbar, eine ernsthafte strukturierte Einbindung der Betroffenen und eine gemeinsame Erarbeitung der Maßnahmen hat es nicht gegeben“, so Marschitz weiter.

Die Vertreter der Sozialwirtschaft drängen auf ein seriöses Begutachtungsverfahren und die rasche Einbindung der Sozialpartner, ohne deren Mitwirkung einige Maßnahmen gar nicht umsetzbar sind. Zusätzlich ist auch die Einbettung in ein Gesamtkonzept nötig. Wichtige Fragen wie die nachhaltige Finanzierung, die Steuerung im System oder Versorgungs- und Qualitätsziele sind noch nicht angesprochen. Erst dann könne man wirklich von einer umfassenden Pflegereform sprechen.

Pflege nicht der einzige Sozialbereich mit Personalmangel

Ausdrücklich erinnern die Vertreter der Sozialwirtschaft auch daran, dass die Pflege mittlerweile bei weitem nicht der einzige Sektor im Gesundheits- und Sozialwesen ist, der mit einem Personalmangel zu kämpfen hat. Auch der pädagogische Bereich und die psychologische Betreuung, die Sozialarbeit, die Behindertenbetreuung, die Jugendarbeit und auch der arbeitsmarktpolitische Bereich haben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Auch hier wäre es notwendig, vergleichbare Maßnahmen zu setzen.

SOZIALWIRTSCHAFT ÖSTERREICH
Mag.Walter Marschitz, BA
Geschäftsführer
+43 1 353 44 80 10
walter.marschitz@swoe.at
http://www.swoe.at

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