Das tägliche Pendler-Leid

Das tägliche Pendler-Leid

Pendlerinitiative und FCG kritisiweren das geplante Chaos

Wien (OTS) – Wer ist der größte Feind der Pendlerinnen und Pendler? „So wie es aussieht sind die größten Feinde der Pendlerinnen und Pendler die Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel – sonst wäre das herrschende Chaos in der Ostregion im Wald- und Weinviertel nicht erklärbar“, erklärt Mag. Leopold Wagner, der Pendlersprecher für Wien und Stellvertreter der Pendlerinitiative Österreich. Nicht nur, dass die Stammstrecke von Floridsdorf bis zum Praterstern gesperrt wird, fährt zur gleichen Zeit keine U-4 zwischen Schottenring und Schwedenplatz. Weitere Sperren, wie etwa die gänzliche Sperre der Wiedner Hauptstraße und der Alserstraße innerhalb des Gürtels kommen noch hinzu. Eine Unzahl weiterer Baustellen belastet derzeit alle, die ihren Arbeitsplatz aufsuchen müssen. Man hat den Eindruck, dass die Planer glauben, dass alle in Wien arbeitenden Menschen, so wie die Schülerinnen und Schüler, zwei Monate lang frei haben.

Provinziell

Am schlimmsten trifft es die Pendlerinnen und Pendler, die mit der Nordwestbahn in Floridsdorf stranden. Vom VOR wurde ein Schienenersatzverkehr wie in der tiefsten Provinz geplant: Autobusse fahren die betroffenen ÖBB-Stationen ab, ohne die Tatsache zu berücksichtigen, dass es im 2. und 20. Bezirk genug Busverbindungen gibt, die alternativ genutzt werden könnten. Hätte man nur ein bisschen nachgedacht und eventuell Ortskundige gefragt, wäre eventuell die Erkenntnis gereift, dass eine schnelle Verbindung zur nächsten U1-Station effektiver gewesen wäre. In der Hauptverkehrszeit dauert das VOR-„Sightseeing“ durch den 2. und 20. Bezirks nämlich mindestens eine halbe Stunde.

Schienenersatz

Es ist leider so wie bei den meisten Planungen eines Schienenersatzverkehrs: Eine ortsunkundige und desinteressierte Person welche wahrscheinlich täglich mit dem Auto in die Büroparkgarage fährt, entwirft einen realitätsfernen Fahrplan, weil es schon immer so gemacht wurde. Aus gut informierten Kreisen ist jedoch bekannt, dass die ÖBB seit Jahren die Wiener Verkehrsbetriebe über diese Vorhaben informierten, jedoch dürfte das den Wiener Verkehrsbetrieben egal gewesen sein. Sonst lässt sich die Sperre der U4, eine der wichtigsten Querverbindungen bei Ausfall der Stammstrecke, nicht erklären. Und natürlich wurden dann auch keine Linien verstärkt. Die U6 und U4 haben in der Hauptverkehrszeit Intervalle, die eher einer Verhöhnung der Reisenden entspricht, Wartezeiten von 8 – 10 Minuten sind nicht ungewöhnlich, entsprechendes Gedränge herrscht dann in den Garnituren. Den Entscheidern ist das offenbarsche egal, weil sie ja sie mit dem Dienstwagen abgeholt und am Abend wieder vor der Haustür abgesetzt werden. „Ich lade diese Herrschaften an einem Wochentag zwischen 7:00 und 8:00 zu einer Mitreise von Floridsdorf zum Praterstern ein, damit sie einmal der Realität ins Auge blicken können und so den Pendleralltag kennenlernen“, so Leopold Wagner

Kooperation fehlt

„Die jahrzehntelange Vernachlässigung des öffentlichen Verkehrs in der Ostregion, ausgelöst durch mangelnde Kooperationsbereitschaft der Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland, müssen die Pendlerinnen und Pendler ausbaden“, kritisiert dazu auch der Wiener FCG-Vorsitzende Thomas Rasch. Hat Kooperationsbestrebungen früher die SPÖ in Wien verhindert, zeichnet sich nun die FPÖ in Niederösterreich ersatzweise damit aus. Nicht einmal eine bundesländerübergreifende Planung ist erkennbar.

Fraktion christlicher Gewerkschafter Wien
KR Friedrich Pöltl
FCG-Landesgeschäftsführer
Tel.: 01/5344479481
Johann Böhm Platz 1
1020 Wien

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