Zadić/Grüne: Laborergebnisse zeigen einmal mehr – Konsument:innen sind vor Ewigkeitschemikalien in Alltagsprodukten unzureichend geschützt
Zadić/Grüne: Laborergebnisse zeigen einmal mehr – Konsument:innen sind vor Ewigkeitschemikalien in Alltagsprodukten unzureichend geschützt
Neuer Greenpeace-Test zeigt bis zu 16-fache Überschreitung von PFAS-Grenzwerten bei C&A Jacken der „Iconic Puffer“ Linie
Erneut wurden durch unabhängige Labortests gefährliche PFAS-Chemikalien in Kleidungsstücken nachgewiesen. Nach dem Skandal beim Ultra-Fast-Fashion Online-Anbieter _SHEIN_, wurden nun auch bei der „Iconic Puffer“ Linie von _C&A_ teils massive Überschreitungen von Grenzwerten bei teils verbotenen Ewigkeitschemikalien gefunden. Laut Greenpeace dürften diese Produkte in Europa gar nicht verkauft werden. Besonders brisant ist, dass _C&A_ die „Iconic Puffer“ Jacken europaweit mit großen Kampagnen, auch mit Hilfe von Influencern auf Social Media beworben hat. „Wer Produkte offensiv als modische must-haves inszeniert, trägt besondere Verantwortung dafür, dass diese sicher und gesetzeskonform sind“, stellt Alma Zadić, Sprecherin für Konsument:innenschutz der Grünen fest.
Wenn gesetzliche Grenzwerte überschritten werden, insbesondere bei schädlichen Chemikalien muss das Konsequenzen haben. Die Grünen erwarten nun von _C&A_ eine große, niederschwellige und unkomplizierte Rückholaktion. Zadić dazu: „Ich fordere, dass C&A seine Verantwortung hier ernst nimmt und die Rückholaktion ähnlich groß bewirbt wie das Produkt selbst, auch mithilfe von Influencer:innen auf Social Media. Alle Kund:innen, die ein solches Produkt gekauft haben, müssen von der PFAS-Belastung erfahren und ihr Geld zurückbekommen.“
Die Grünen sehen hier vor allem ein strukturelles Problem: „PFAS gehören nicht auf die Haut. Dass sie trotzdem, auch in extrem hoher, teils gesetzeswidriger Konzentration, immer wieder in Kleidung und weiteren Alltagsprodukten auftauchen ist kein Zufall, sondern das Ergebnis politischen Unwillens“, kritisiert Zadić. „Wir Grünen haben im Parlament bereits mehrere Anträge zur Eindämmung von PFAS und einer Verschärfung der Kontrollen eingebracht. Leider wurden unsere Initiativen von der Regierung bis jetzt nicht berücksichtigt“, bedauert Zadić.
Der Fall _C&A_ ist dabei besonders brisant. Im Unterschied zu Plattformen wie _SHEIN_ handelt es sich um ein europäisches Unternehmen mit Filialnetz, klaren rechtlichen Verpflichtungen und unmittelbarer Zuständigkeit der Behörden. „Gerade bei europäischen Unternehmen müssen Produktstandards durchgesetzt werden können. Dass hier dennoch belastete Ware verkauft wurde, macht das Versagen der Kontrollmechanismen umso deutlicher. Der Schutz der Konsument:innen darf nicht davon abhängen, ob NGOs Tests finanzieren. Das ist Sache der Behörden“, so Zadic weiter.
PFAS sind hochproblematische Chemikalien: Sie sind extrem langlebig, reichern sich in Umwelt und Körper an und stehen im Zusammenhang mit schweren Gesundheitsrisiken, von hormonellen Störungen bis zu erhöhtem Krebsrisiko. „Diese Chemikalien verschwinden nicht nach dem Tragen. Sie bleiben für immer – in Böden, Gewässern und letztlich in unseren Körpern. Konsument:innen müssen sich darauf verlassen können, dass europäische Standards auch eingehalten werden. Es kann nicht sein, dass der Schutz der Konsument:innen erst greift, wenn NGOs Alarm schlagen.
Für die Grünen ist klar: Es braucht ein rasches politisches Umdenken und endlich ein umfassendes PFAS-Verbot für Konsumgüter, ohne Schlupflöcher, sowie eine deutlich stärkere Marktüberwachung und Kontrollen, die diesen Namen verdienen, damit gefährliche Produkte gar nicht erst in den Verkehr gebracht werden können. „PFAS sind Risiko für Umwelt und Gesundheit. Wer hier weiter zögert, nimmt Gesundheits- und Umweltschäden billigend in Kauf und verschiebt die Kosten auf kommende Generationen“, so Zadić abschließend.
Grüner Klub im Parlament
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