Statement zur Tarifkommissionssitzung der IG Metall Bayern

Statement zur Tarifkommissionssitzung der IG Metall Bayern

München (ots) – Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V.:

„Wir begrüßen, dass die IG Metall Bayern die schwierige wirtschaftliche Lage in der Metall- und Elektroindustrie anerkennt und die Gespräche über das Moratorium (Stillhalteabkommen) im Rahmen vorgezogener Tarif-Verhandlungen führen will. Es ist ein positives Signal, dass die IG Metall vorerst drauf verzichtet, einen Beschluss mit konkreten Forderungen zur anlaufenden Tarifrunde zu fassen.

Die Kaufkraft und damit die Binnenkonjunktur können nicht nachhaltig wie von der IG Metall gefordert durch Lohnsteigerungen gestärkt werden. Dies gelingt durch starke, investitionsfähige Unternehmen, die Arbeitsplätze am Standort sichern.

Wir haben es neben einer konjunkturellen Krise und sinkender Wettbewerbsfähigkeit zeitgleich auch mit einem tiefgreifenden strukturellen Wandel zu tun. Dieser muss von den Unternehmen bewältigt werden. Das gilt insbesondere in der Automobil- und Zuliefererindustrie, vor allem durch die Veränderungen am Antriebsstrang. Aber auch die Digitalisierung hat immer stärkere Auswirkungen auf die Unternehmen.

In Zeiten sinkender internationaler Wettbewerbsfähigkeit der M+E Industrie brauchen wir tarifvertraglichen Handlungsspielraum. Unsere Unternehmen müssen investieren und benötigen ausreichend finanzielle Spielräume. Sie brauchen deshalb Sicherheit, um langfristig planen zu können. Die Flächentarifverträge müssen den Unternehmen Luft zum Atmen lassen und sie müssen mittelstandsgerecht sein.

Die Vorstellung der Arbeitgeber im Süden:

1. vbm und Südwestmetall sagen Ja zu einem echten
Belastungs-Moratorium (Stillhalteabkommen) als langfristigem
Commitment zwischen den Metall- und Elektroarbeitgeberverbänden
und der IG Metall mit einer Laufzeit von mindestens fünf
Jahren.
2. vbm und Südwestmetall sagen Ja zu betrieblichen Möglichkeiten
der Beschäftigungssicherung, eine Unternehmenssicherung ist
jedoch Grundvoraussetzung für wettbewerbssichere und
zukunftsfähige M+E-Unternehmen in Deutschland.
3. Es ist und bleibt unternehmerische Aufgabe, den Wandel und
damit Innovationen und zukünftige Geschäftsmodelle zu
gestalten. Dabei werden wir die Arbeitnehmervertreter im Rahmen
der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen selbstverständlich
mitnehmen.
4. vbm und Südwestmetall setzen mit einem fixen Gesamtprozentsatz
möglicher Entgeltbestandteile in einem fünfjährigen Moratorium
darauf, die konjunkturell schwierige Lage betriebsindividuell
zu meistern und den laufenden Transformationsprozess vor Ort zu
gestalten.
5. Die schwierige Gesamtsituation der M+E-Industrie in Deutschland
mit unterschiedlichen Ursachen und Ausprägungen fordert
geradezu dazu auf, nicht auf einheitliche Detail-Regelungen zu
setzen, sondern betriebsindividuelle Lösungsansätze vor Ort zu
ermöglichen.
6. Wichtig ist und bleibt es, alle Mitarbeiter in einem
Unternehmen fair und gerecht zu behandeln und nicht durch
Extrazuwendungen für Gewerkschaftsmitglieder zu verunsichern
und damit den Betriebsfrieden zu gefährden. Pressekontakt:

Robert Seidl, Tel. 089-551 78-203, E-Mail: robert.seidl@ibw-bayern.de


Original-Content von: IBW Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft, übermittelt durch news aktuell