Fachkräftemangel: Handelsverband fordert Schaffung eines neuen Aufbaulehrgangs „eCommerce-Fachwirt/in“ in Österreich

Fachkräftemangel: Handelsverband fordert Schaffung eines neuen Aufbaulehrgangs „eCommerce-Fachwirt/in“ in Österreich

HV-Geschäftsführer Rainer Will: „Nach jedem Abschluss muss auch ein Anschluss möglich sein.“ Abschluss soll Bachelor entsprechen. 75% der Händler laut Blitzumfrage dafür.

Wien (OTS) – Der Handel gehört mit 15.300 Lehrlingen zu den größten Lehrlingsausbildern in Österreich. Alle Lehrpläne wurden zuletzt grundlegend überarbeitet. Die vom Handelsverband initiierte und 2018 von Wirtschaftsministerin Schramböck umgesetzte eCommerce-Lehre hat sich sogar zum beliebtesten aller neuen Lehrberufe des Landes entwickelt. Nun soll der nächste logische Schritt folgen: die Schaffung eines eigenen, 3-jährigen Aufbaulehrgangs zum „eCommerce-Fachwirt“ bzw. zur „eCommerce-Fachwirtin“.

„eCommerce-Fachwirt/in“ als nächstes Kapitel einer österreichischen Erfolgsgeschichte

„Die eCommerce-Lehre ist innerhalb kürzester Zeit voll eingeschlagen und eine echte österreichische Erfolgsgeschichte. Unsere Lehrlinge leisten auch einen entscheidenden Beitrag, um die Corona-Krise zu meistern. Nun wird es Zeit, das nächste Kapitel zu schreiben. Wir brauchen zeitnah eine ergänzende Weiterbildungsmöglichkeit, welche die Vertiefung des fachspezifischen Wissens erlaubt und den Lehrlingen eine weitere Perspektive für die nächsten Karriereschritte eröffnet. Nach jedem Abschluss muss auch ein Anschluss möglich sein, das ist unsere Devise“, ist Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes und treibende Kraft hinter der eCommerce-Lehre, überzeugt.

Abschluss äquivalent zum Bachelor

Die österreichische Händlerschaft sieht das ähnlich: Eine deutliche Mehrheit von 75 Prozent der Händler befürwortet die Schaffung des eCommerce-Fachwirts, so das Ergebnis einer aktuellen Blitzumfrage des Handelsverbandes. Der HV empfiehlt nun die Implementierung eines bundesweit einheitlichen, 3-jährigen Aufbaulehrgangs, dessen Abschluss dem Bachelor entspräche und ergänzend zu den bisherigen Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten wird. Die Fortbildung wäre insbesondere für jene interessant, die eine kaufmännische Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben oder bereits im Onlinehandel tätig sind und sich gezielt weiterbilden möchten. Absolventen hätten in der Folge die Möglichkeit, an einer Hochschule (berufsbegleitend) weiter zu studieren.

Fachkräftemangel trotz Corona-Krise

Österreich braucht dringend gut ausgebildete Fachkräfte und Talente in der Digitalisierung. Die Corona-Krise zeigt eindringlich, wie wichtig sowohl die Lehre als auch die Vermittlung digitaler Fertigkeiten für eine erfolgreiche Zukunft sind. „Der Fachkräftemangel wird uns auch 2021 begleiten, umso wichtiger sind jetzt entsprechende betriebsnahe Qualifizierungsmaßnahmen. Der Handel spielt hierbei als drittgrößter Lehrlingsausbilder des Landes eine zentrale Rolle“, bestätigt Rainer Will.

Best Practice: Deutschland gibt mit „Bachelor Professional“
Route vor

Unser großer Nachbar Deutschland ist bereits einen Schritt weiter:
In der Bundesrepublik fiel der Startschuss für den Fortbildungsberuf „Fachwirt/in im eCommerce“ bereits im Dezember 2019. Der Fachwirt soll an den großen Erfolg des ebenfalls 2018 eingeführten Ausbildungsberufes „Kaufmann/Kauffrau im eCommerce“ anknüpfen.

Die Fortbildungsbereiche des eCommerce-Fachwirts umfassen in Deutschland u.a. das Entwickeln von Strategien sowie die Analyse und Weiterentwicklung von Prozessen im Onlinehandel, aber auch die Sicherstellung der Kommunikation und Zusammenarbeit mit internen und externen Partnern, Grundlagen der Buchhaltung und Bilanzierung, uvm.

Mit dem am 1.1.2020 in Kraft getretenen, adaptierten Berufsbildungsgesetz erfolgte in Deutschland auch eine Aufwertung des klassischen „Meisters“. Dieser wurde zum „Bachelor Professional“, wobei die bisherigen Berufsbezeichnungen fortgeführt werden dürfen. Eine analoge Umsetzung wäre im Sinne der grenzüberschreitenden Einheitlichkeit auch in Österreich durchaus sinnvoll.

Handelsverband
Mag. Gerald Kuehberger, MA
Pressesprecher
Tel.: +43 (1) 406 22 36 – 77
gerald.kuehberger@handelsverband.at
www.handelsverband.at

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