Leitartikel „Neues Semester, neues Glück?“ von Carmen Baumgartner-Pötz vom 3. Oktober 2021

Leitartikel „Neues Semester, neues Glück?“ von Carmen Baumgartner-Pötz vom 3. Oktober 2021

Innsbruck (OTS) – Studieren unter Corona-Bedingungen ist kein Spaß. Wieder einmal wird den Jungen besonders viel zugemutet.
Im vollen Hörsaal oder Seminarraum sitzen, sich mit anderen in der Mensa treffen, abends auf das Xiberger-Fest gehen – so war das früher zu Semesterbeginn. Zwar auch anstrengend, aber mehr oder weniger unbeschwert. Studentenleben halt! Undenkbar ohne persönlichen Austausch und intensive Diskussionen face to face.
Seit die Pandemie die Welt im Griff hat, ist das vorbei. Viele Studierende haben seit März 2020 ihre Bildungsstätte gar nicht mehr von innen gesehen, sich mehr schlecht als recht für ihre Arbeiten und Prüfungen vorbereitet. Wenn sie das Studium nicht gleich ganz frustriert aufgegeben haben. Angesichts der widrigen Bedingungen nur mehr als verständlich, denn so richtig im Fokus der Politik standen die Unis bisher nicht. Wie dem Elementarbildungsbereich und den Schulen wurde auch dem Hochschulbereich seitens der Politik keine Priorität eingeräumt. Sind ja nur die Jungen und die trifft Corona nicht so schlimm – so fühlte sich der Umgang mit der nächsten Generation über weite Strecken an.
Auch dieses Wintersemester beginnt hatschert, trotz respektabler Impfquote von rund 80 Prozent unter den Studierenden. An vielen Standorten gelten restriktive Raumauslastungsvorgaben und so wird hybride Lehre von der Übergangslösung zum Dauerzustand. Ähnlich wie an den Schulen lässt man höchste Vorsicht walten, um den Betrieb aufrechterhalten zu können. Das ist prinzipiell zu begrüßen. Andererseits fragt man sich schon, warum Studierenden die 3-G-Regel zugemutet werden kann (mancherorts auch 2 G oder 2,5 G), die Einführung der 3-G-Pflicht am Arbeitsplatz hingegen immer noch nicht durch ist. Sind ja nur die Jungen? Das ist nicht in Ordnung.

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