Einigung auf neuen KV für Betriebe der Bergbau- und Stahlindustrie rückwirkend ab 1. November 2021

Einigung auf neuen KV für Betriebe der Bergbau- und Stahlindustrie rückwirkend ab 1. November 2021

Attraktivierung der Schichtarbeit und des Lehrberufes – Flexibilisierung sowie Erhöhung der Löhne bzw Gehälter um 3,55%

Wien (OTS) – Der Fachverband Bergbau-Stahl in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat mit den Gewerkschaften Pro-GE und gpa-djp heute, Montag, bei den heurigen Kollektivvertragsverhandlungen einen Abschluss erzielt. „Wichtig war uns heuer ganz besonders, die Motivation unserer Beschäftigten zu stärken und die Wertschätzung für sie auszudrücken. Wir haben ein attraktives Paket aus erhöhten Zulagen für Schichtarbeit sowie ein kaufkraftstärkendes Lohn- und Gehaltsplus mit dem Sozialpartner geschnürt“, sagt der Arbeitgeber-Verhandlungsleiter Markus Ritter, Geschäftsführer der Marienhütte.

„Es muss jedoch betont werden, dass das wirtschaftliche Umfeld nach einer kurzen Erholungsphase zunehmend schwierig wird und daher der Abschluss ein Investment in die Zukunft ist“, ergänzt Ritter unter Bezugnahme auf die zukünftigen Projekte in der Sozialpartnerschaft. Die vereinbarte Arbeitsgruppe müsse sich insbesondere der weiteren Flexibilisierungen im Arbeitsrecht annehmen, gibt Ritter die Richtung vor.

Kollektivvertragslöhne und -gehälter steigen um 3,00%; mehr
Geld für Lehrlinge und Schichtarbeit

* Die IST-Löhne und -Gehälter werden rückwirkend per 1.11.2021 um 3,55 % erhöht, die KV- Löhne und Gehälter um 3,0 %.

* Die Aufwandsentschädigungen steigen um 2,5 %.

* Die Zulagen für Schichtarbeit steigen über mehrere Jahre
verteilt. Für die zweite Schicht wird über die kommenden drei Jahre die Zulage jeweils um 16 Cent auf 1,004 Euro/Stunde erhöht. In der dritten Schicht steigt die Zulage in den nächsten sechs Jahren um jährlich rund 25 Cent. Um Betriebe zu unterstützen, die in einer wirtschaftlich schwierigen Lage sind, wurde vereinbart, dass die Steigerung der Schichtzulagen unter klar definierten Umständen reduziert werden kann.

* Der Lehrberuf im Bergbau- und Stahlsektor wird weiter
attraktiviert: Die Lehrlingsentschädigungen steigen im 1. Lehrjahr von 749 auf 800 Euro, im 2. Lehrjahr von 959 auf 1.000 Euro, im 3. Lehrjahr von 1.255 auf 1.325 Euro und im 4. Lehrjahr von 1.675 auf 1.750 Euro. Das sind durchschnittliche Steigerungen von 5,5 %.

* Außerdem wurden für die Betriebe Erleichterungen bei den Rahmenbedingungen für Wochenend- und Feiertagsarbeit erzielt. Um besondere Auftragsspitzen besser bewältigen zu können, kann an zusätzlichen 6 Wochenenden gearbeitet werden.

* Für Entwicklung moderner und flexiblere Arbeitszeitmodelle wir sozialpartnerschaftlich die Arbeitsgruppe „Zukunft der Arbeitszeit“ eingerichtet.

Ergebnis im Spannungsfeld einer zunehmend unsicheren
Wirtschaftslage und hohen Energiekosten

Mit Blick auf die unsichere Situation auf den globalen Rohstoffmärkten und die massiv gestiegenen Preise für Strom und Gas ist dieser Abschluss für viele Betriebe an der Schmerzgrenze. Insbesondere die weltweiten Überkapazitäten auf dem Stahlmarkt und die nach wie vor hohen Transport- und Logistikkosten strapazieren die Erträge. „Wir haben für die Bergbau- und Stahlindustrie einen Abschluss erzielt, der hart an der Grenze des Verkraftbaren ist und ein Investment in die Zukunft unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist“, betont Ritter. „Für die kommenden Jahre werden Augenmaß und Arbeitszeitflexibilität die Fokuspunkte sein, um gemeinsam den Industriestandort Österreich nachhaltig zu sichern“, so Ritter abschließend. (PWK664/PM)

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