ÖGK-Huss: Gemeinsame Anstrengungen notwendig – nicht nur am Welttag der seelischen Gesundheit

ÖGK-Huss: Gemeinsame Anstrengungen notwendig – nicht nur am Welttag der seelischen Gesundheit

Nach Ausbau der Psychotherapie um 30 % braucht es vor allem multidisziplinäres Zusammenwirken

Der WHO-Welttag der seelischen Gesundheit am 10.10.2022 zeigt, dass die psychische Gesundheit eine zentrale Herausforderung für das Gesundheitssystem als Ganzes ist. Es braucht große gemeinsame Anstrengungen, um die immer noch vorhandene Diskriminierung und Stigmatisierung von Erkrankungen zurückzudrängen und Behandlungslücken für psychisch kranke PatientInnen zu schließen.

WHO-Schätzungen besagen, dass depressive Störungen und Angstzustände seit Beginn der Corona-Pandemie relevant um 25 % angestiegen sind. ÖGK-Obmann Andreas Huss: „Die Österreichische Gesundheitskasse hat auf den Anstieg an psychischen Krankheiten reagiert und in den letzten beiden Jahren die psychotherapeutischen Angebote auf Kassenkosten um 30 % erhöht. Aber eine gute Versorgung ist alleine mit dem Ausbau der kassenfinanzierten Psychotherapie-Plätze natürlich noch nicht gewährleistet. Wir brauchen mehr Engagement und Investitionen aller Beteiligten in allen Sektoren und auf allen Ebenen, um das gesamte Spektrum der psychischen Gesundheitsbedürfnisse abzudecken.“ 

Der wichtigste Ansatz ist, dass das multidisziplinäre Zusammenwirken der unterschiedlichen Gesundheitsberufe in Zentren noch stärker unterstützt wird. Hier müssen PsychiaterInnen, PsychologInnen, PsychotherapeutInnen und vor allem auch SozialarbeiterInnen eng zusammenarbeiten, denn viele psychische Erkrankungen oder Belastungen haben soziale Ursachen. Solange die nicht bearbeitet werden, ist eine Heilung selten möglich. Die präventiven und gesundheitsförderlichen Leistungen in unterschiedlichen Settings wie Kindergärten, Schulen und Betrieben müssen weiter massiv ausgebaut werden. Konkret sollen hier die Burnoutprävention, Betriebliche Gesundheitsförderung und die Frühen Hilfen weiter gestärkt werden. Um dies gut umsetzen zu können, sollen nun auch die Leistungen von PsychologInnen ins ASVG als Präventivleistung aufgenommen werden. 

Andreas Huss: „Die ÖGK baut derzeit den Schwerpunkt Prävention und Gesundheitsförderung mit einer eigenen Strategie weiter aus. Zusätzlich wollen wir mindestens 35 multidisziplinäre psychosoziale Versorgungszentren gemeinsam mit den Ländern flächendeckend schaffen. Viele psychische Erkrankungen haben auch soziale Ursachen, dadurch ist die von den Ländern finanzierte Sozialarbeit ein ganz wesentlicher Faktor bei der Behandlung. Investieren wir gemeinsam in die psychische Gesundheit. Jetzt!“

ÖGK-Obmann Andreas Huss MBA
Tel. 0664/614 55 34
Andreas.huss@oegk.at

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