Barbara Kolm spricht in der Rumänischen Nationalbank über die Weltwirtschaft
Barbara Kolm spricht in der Rumänischen Nationalbank über die Weltwirtschaft
Inflation ist kein Naturgesetz
Wien (OTS) – Barbara Kolm, Direktorin des Austrian Economics Center und Vizepräsidentin der Österreichischen Nationalbank, hielt bei der Cluj Economics & Business Conference, die vom 13. bis 15. Oktober in der Rumänischen Nationalbank stattfand, einen Vortrag zum Thema „Zustand und Aussichten der Weltwirtschaft“. Die Konferenz in Cluj wurde im Jahr 2020 wegen COVID-19 abgesagt, der Themenschwerpunkt für heuer hat immer noch mit der Pandemie zu tun: Volkswirtschaften in schwierigen Zeiten.
Kolm begann ihre Rede mit einer Betrachtung der politischen und ökonomischen Lage Europas im globalen Zusammenhang. Sie stellte fest, dass der Kontinent bei der Aufrechterhaltung des Schengener Abkommens und der Gewährleistung der vier grundlegenden europäischen Freiheiten – des Waren-, Dienstleistungs-, Kapital- und Personenverkehrs – nur unzureichende Leistungen erbracht habe. Der durch den Krieg zwischen Russland und der Ukraine ausgelöste wirtschaftliche Schock ist nur ein weiteres Fragment im größeren Kontext der jüngsten Herausforderungen, insbesondere COVID-19, die Energiekrise und die Inflation, mit denen Europa konfrontiert ist. Der durch die COVID-19-Lockdowns verursachte Abschwung der Wirtschaft zwang die Regierungen, exorbitante Summen für Hilfspakete auszugeben. Kolm stellte ebenfalls fest, dass der Energiekrise in Europa und anderswo durch eine lockere Geldpolitik begegnet wurde.
Reagiert die EZB nur auf Einzelereignisse?
Kolm zeigte sich skeptisch, dass die Bemühungen der Europäischen Zentralbank sich als adäquate Mittel erweisen würden. Ihre detaillierte Analyse zeigt, dass die verschiedenen Herausforderungen eng mit dem aktuellen Inflationsniveau verbunden sind. Kolm vertrat die Auffassung, dass es drei Hauptursachen für die heutige Inflation gibt: die Zunahme der Geldmenge, die durch Lockdowns unterbrochenen Versorgungsketten und die erhöhte Nachfrage, die beim Versuch der Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität eintrat. Die Situation hat sich durch das hartnäckige Engagement für die Umsetzung des europäischen Green Deal nur noch verschlimmert.
Antworten der Österreichischen Schule
Als wertvolles Korrektiv nannte Kolm die Lehren des Begründers der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, Carl Menger. Sie erinnerte die Zuhörer, dass Menger grundlegende Fragen der Geldtheorie formulierte, die es wert sind, auch heute wieder gestellt zu werden: Was sind die Ursprünge des Geldes? Was ist die Funktion von gutem Geld? Welches sind die notwendigen Beiträge der Geldpolitik vor diesem Hintergrund? Ohne sorgfältige Überlegungen zu diesen Fragen laufen die europäischen Länder Gefahr, weiter auf der Stelle zu treten und statt echter Lösungen vermeintliche Allheilmittel anzuwenden. Kolm schloss ihren Vortrag mit einem Appell an die Europäer, nicht in die Falle des Kollektivismus zu tappen.
Barbara Kolm ist auch Präsidentin des Hayek Instituts, das jüngst die von Martin Gundinger erstellte Studie „Krisen.Inflation – Wie politische Fehlentscheidungen der Vergangenheit zur Inflation von heute werden“ publizierte und auch einen übersichtlichen Band zum Werk Carl Mengers im online shop führt. Über die Energiekrise und das Strommarktdesign spricht im Hayek Institut am 19. Oktober um 17:00 Uhr der Chef des Wiener Büros der Europäischen Energiebörse, Arnold Weiss.
Die EU-Strompreiskrise – Schuld des Strommarktdesigns?
Arnold Weiss leitet das Wiener Büro der EPEX SPOT, der europäischen
Strombörse mit Sitz in Paris. Er erläutert den Strommarkt, seine
Funktion und seine Grenzen und spricht mögliche Wege aus der Krise
an.
Datum: 19.10.2022, 17:00 – 19:00 Uhr
Ort: Hayek Institut Anmeldung erbeten (office@hayek-institut.at)
Grünangergasse 1/15-1, 1010 Wien
Url: https://www.hayek-institut.at/veranstaltung/die-eu-strompreiskrise-schuld-des-strommarktdesigns/
Hayek Institut
britt.schier@hayek-institut.at
+43 676 433 93 78
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