SPÖ-Kucher ad Ärzt*innenmangel: „Regierung muss endlich aufhören, sich in der Debatte selbst zu belügen!“

SPÖ-Kucher ad Ärzt*innenmangel: „Regierung muss endlich aufhören, sich in der Debatte selbst zu belügen!“

„Wer den Ärzt*innenmangel bekämpfen will, braucht nicht in Vietnam suchen – Jahr für Jahr schicken wir 90 Prozent der Bewerber*innen für den Beruf wieder nach Hause!“

SPÖ-Gesundheitssprecher Philip Kucher will mit Mythen in der Debatte rund um den Ärzt*innenmangel und den Pflegenotstand in Österreich aufräumen. Es gehe sich „einfach nicht mehr aus, dass sich die Regierung in der Debatte permanent selbst belügt“. So sei die erste Mär, dass der Ärzt*innenmangel nicht in Österreich zu lösen wäre. Kucher: „Jedes Jahr aufs Neue schicken wir fast 90 Prozent jener Personen, die gerne Ärzt*innen werden wollen, wieder nach Hause, weil wir an einer Studienplatzbeschränkung festhalten, die einen chronischen Mangel für die österreichische Gesundheitsversorgung produziert!“ ****

So braucht es laut Zahlen der Ärztekammer jedes Jahr 1.450 neue Ärzt*innen, alleine um den Status quo aufrechtzuerhalten. Nur rund 840 kommen aber Jahr für Jahr real im österreichischen Gesundheitssystem an. Gepaart mit einem Verteilungsproblem führe das bereits aktuell zu akuten Versorgungsproblemen etwa im ländlichen Raum. „Eine Verdoppelung der Medizinstudienplätze in Österreich wie sie die SPÖ vorschlägt, würde eine Win-win-Situation bedeuten: mehr Menschen, die ihrem Traumberuf nachgehen können, und kein personeller Engpass in der ärztlichen Gesundheitsversorgung in Österreich“, so Kucher, der ausführt, dass man die deutliche Erhöhung der Studienplätze gemeinsam mit Stipendien- und Bonuspunktesystemen, die beim Aufnahmetest zu berücksichtigen wären, einführen müsse. Über letztere Instrumente soll dafür gesorgt werden, dass dem öffentlichen österreichischen Gesundheitssystem dort genügend Menschen zur Verfügung stehen, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Zum Vergleich: die Bundesregierung plant bis 2028 eine Erhöhung um lediglich 9 Prozent.

Dieselbe zynische Debatte findet regelmäßig im Bereich der Pflege statt. „Wir wissen seit Jahren, dass wir ungebremst auf einen Pflegenotstand zusteuern. Einen solchen wird man nicht durch eine sogenannte Pflegereform verhindern, die nach zwei Jahren schon wieder beendet wird“, ärgert sich Kucher. Zwar sei außer Streit zu stellen, dass gerade in der Pflege – wie aktuell bereits – Migration ein Teil der Lösung sein müsse und werde, aber „deswegen darf man doch nicht auf die Hausaufgaben vergessen, die in Österreich zu erledigen sind!“ So lange es Pfleger*innen gibt, die auf die Frage, ob sie den Beruf nochmals wählen würden, zögern oder gar mit „Nein“ antworten würden, „so lange haben wir hier noch viel zu tun“, so der SPÖ-Gesundheitssprecher. Nämlich: „Attraktivieren auf allen Ebenen – von der Ausbildung bis zu den Berufsbedingungen, von den Arbeitszeiten bis zu den Gehältern, von der gesellschaftlichen Wertschätzung bis zu den Pensionsregelungen!“ Statt an all jenen Schrauben zu drehen, gebe es in Österreich eine Bundesregierung, deren einzige Idee es sei, in Drittstaaten auszuweichen und alle andern Probleme ungelöst zu lassen. (Schluss) lk/ls 

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