Zum 21. Mal: Ö3-Verkehrsawards ehrten die „Held/innen des Straßenverkehrs“

Zum 21. Mal: Ö3-Verkehrsawards ehrten die „Held/innen des Straßenverkehrs“

Award für „Ö3ver/in des Jahres“ geht nach St. Peter in der Au

Wien (OTS) – „Held/innen des Straßenverkehrs auf die Bühne“: So das Motto der Verleihung des Ö3-Verkehrsawards, die heute im Ö3-Haus am Küniglberg stattgefunden hat. Hitradio Ö3, das Bundesministerium für Inneres und das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie boten jenen Held/innen der Straße eine Bühne, die mit Mut, Zivilcourage und Engagement – oft unter Einsatz ihres Lebens – einen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten. Der 21. Ö3-Verkehrsaward wurde in drei Kategorien verliehen:
„Ö3ver/in des Jahres“, „Einsatzhelfer/in des Jahres“ und „Idee des Jahres“.

Jutta Hornbachner und das Team vom Reiterhof „Rosihof“ in St. Peter in der Au gewannen in der Kategorie „Ö3ver/in des Jahres“ – für eine unglaubliche und instinktive Teamleistung, mit der sie das Leben einer jungen Frau, die von einem Auto erfasst und darunter eingeklemmt wurde, gerettet haben. Der Ö3-Verkehrsaward in der Kategorie „Einsatzhelfer/in des Jahres“ ging an die Landesverkehrsabteilung der Polizei Wien für die perfekte Verkehrsorganisation und die jahrelange Expertise beim Vienna City Marathon, an die Freiwilligen Feuerwehren Werfen und Pfarrwerfen für den außergewöhnlichen Einsatz bei einem Fahrzeugbrand auf der Tauernautobahn und an die Asfinag Traffic Manager/innen Linz, für ihren unermüdlichen Einsatz auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen, mit dem sie tagtäglich einen wertvollen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit leisten. Für die „Idee des Jahres“ wurde die ÖBB-Infrastruktur – Abteilung Energie prämiert, die umgesetzt hat, dass seit wenigen Monaten das weltweit erste Bahnstrom-Windkraftwerk dafür sorgt, dass 1.400 Züge auf einer Strecke mit der Entfernung Wien-Salzburg mithilfe von Strom aus umweltfreundlichen Windkraftwerken fahren können. Besonders positiv erwähnt wurde auch das innovative Pilotprojekt von ORF, ORS und dem BMI, bei der die neue Rundfunk-Übertragungstechnologie 5G Broadcast erstmals testweise zum Einsatz kommt – damit können lebenswichtige Informationen auch direkt aufs Handy ohne Mobilfunknetzempfang übertragen werden.

Verliehen wurden die Ö3-Verkehrsawards heute feierlich im Ö3-Haus am Küniglberg von ORF-Radiodirektorin Ingrid Thurnher, Ö3-Senderchef Albert Malli, Bundesministerin für Klimaschutz Leonore Gewessler und Bundesminister für Inneres Gerhard Karner.

Kategorie „Ö3ver/in des Jahres“:
Preisträgerinnen: Jutta Hornbachner und das Team vom Reiterhof „Rosihof“ in St. Peter in der Au
Das Drama ereignet sich am 29. November, an einem nebeligen Dienstagabend in St. Peter in der Au im Bezirk Amstetten – und es beginnt harmlos: Direkt neben dem Reiterhof „Rosihof“ steckt ein parkendes Auto auf einer feuchten, abschüssigen Wiese im Matsch fest. Junge Männer versuchen das Auto wegzuschieben. Ein Mädchen, die 16-jährige Helena, befindet sich gerade vor dem PKW. Plötzlich setzt sich das Auto abwärts in Bewegung, das Mädchen rutscht am feuchten Boden aus, kann sich nicht mehr in Sicherheit bringen und wird von dem Fahrzeug erfasst, überrollt, darunter eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt. Während die jungen Männer unter Schock stehen, eilen vier Frauen vom benachbarten Reiterhof zu Hilfe. Sie werden aktiv, noch bevor Rettung und Feuerwehr eintreffen. Die Tierärztin Nina Lendl, die sich zufällig in der Nähe befindet, beginnt das Unfallopfer zu reanimieren, noch während es unter dem Auto liegt. Möglich ist das, weil glücklicherweise der Kopf des Opfers hervorragt. Ihr assistieren die Reitschülerinnen Verena Valentini und Verena Schweighuber, die mit der Leitstelle vom Roten Kreuz in Kontakt stehen. Die beiden diensthabenden Frauen Jennifer Mikes und Barbara Sturm vom Notruf 144 unterstützen die Erstretterinnen telefonisch. Währenddessen gelingt es Jutta Hornbachner, der Besitzerin des Reiterhofs, mit einem Hof-Traktor das Auto hochzuheben. So kann die Schwerverletzte aus der Gefahrenzone gebracht werden. Minuten später treffen die Einsatzkräfte ein und übernehmen die weitere Versorgung. Helena hat am Ende großes Glück, sie überlebt den Unfall ohne bleibende Schäden. Für diese unglaubliche Teamleistung, bei der die Frauen mit viel Zivilcourage, kühlem Kopf, instinktiv richtig, schnell und effizient ein junges Leben gerettet haben, geht der Ö3-Verkehrsaward in der Kategorie „Ö3ver/in des Jahres“ an Jutta Hornbachner und das Team vom Reiterhof Rosihof in St. Peter in der Au.

Kategorie „Einsatzhelfer/innen des Jahres“:
Preisträger/innen: Landesverkehrsabteilung der Polizei Wien
Der allererste Citymarathon in Wien ist schon länger her – er war 1984 mit nicht einmal 800 Läufer/innen. Heute starten jedes Jahr um die 40.000 in insgesamt sieben Bewerben. Rund 9.000 davon wagen sich an die 42-km-Laufstrecke quer durch die Stadt. Außerdem gibt es mehr als 300.000 Fans entlang der Strecke – auch das ist eine logistische Herausforderung für die rund 350 Polizist/innen, die einen sicheren Ablauf garantieren. Der Ö3-Verkehrsservice informiert am Marathontag über die Straßensperren und gibt die besten Ausweichtipps. Das gelingt nur in engster Zusammenarbeit mit der Polizei-Landesverkehrsabteilung. Jede Absperrung, jede Umleitung, jede Straßenfreigabe ist im Vorhinein auf die Minute genau geplant und läuft genauso exakt ab wie ein Uhrwerk. Stark eingebunden sind dabei auch der Marathon-Veranstalter, die Stadt Wien – und hier auch besonders die Wiener Linien. So können Verkehrsbehinderungen und Staus auf das notwendige Minimum reduziert werden. Der 40. Vienna City Marathon – das bedeutet also auch 40 Jahre Erfahrung und perfekte Verkehrsorganisation durch die Wiener Polizei. Für diese außerordentliche Leistung geht der Ö3-Verkehrsaward in der Kategorie „Einsatzhelfer/innen des Jahres“ an die Landesverkehrsabteilung Wien.

Preisträger/innen: Freiwillige Feuerwehren Werfen und Pfarrwerfen Am 23. Juli werden die Feuerwehren Werfen und Pfarrwerfen zu einem Fahrzeugbrand auf der Tauernautobahn gerufen. Ein Bootsanhänger brennt nach dem Brentenbergtunnel. Eine deutsche Urlauberfamilie, unterwegs mit einem Wohnmobil und einem Bootsanhänger, wird im Tunnel durch ein Geräusch auf ein Problem aufmerksam. Der Fahrer fährt geistesgegenwärtig noch aus dem Tunnel und verhindert damit einen Tunnelbrand. Nach dem Tunnel stellt er das Fahrzeug ab und sieht, dass ein Reifen des Anhängers brennt. Er koppelt den Anhänger ab. Am Anhänger: zwei Boote und mehrere Kanister, insgesamt 200 Liter Benzin. Die Familie versucht noch erfolglos den Brand mit einem Feuerlöscher zu löschen, der Brand greift allerdings auf die beiden Boote über. Als die Feuerwehren eintreffen, steht der Anhänger bereits in Vollbrand. Rund 50 Personen sind im Einsatz und bekämpfen den Brand. Durch die Hitze platzen die Benzinkanister und brennender Treibstoff fließt aus. Damit der Treibstoff nicht in die Kanalisation gelangt, verschließen die Feuerwehren die Kanalöffnungen. Das ist wichtig, denn unter der Autobahn fließt die Salzach und der Kanal mündet in den Fluss. Als der Brand gelöscht ist, kontrollieren die Feuerwehren noch mit einer Wärmebildkamera den Anhänger. Nach zwei Stunden ist der Einsatz beendet. Für diesen Einsatz geht der Ö3-Verkehrsaward in der Kategorie „Einsatzhelfer/innen des Jahres“ an die Feuerwehren Werfen und Pfarrwerfen.

Preisträger/innen: Asfinag Service Gesellschaft – Traffic Manager/innen Linz
Am 27. Mai letzten Jahres werden die beiden Traffic Manager/innen Kerstin Gföllner und Jörg Hofmann zu einem Einsatz auf der Westautobahn gerufen: Ein aufblasbarer Whirlpool liegt bei Asten mitten auf der Autobahn. Die beiden Traffic Manager machen sich sofort auf den Weg. Eine hochgefährliche Situation. Eine Autofahrerin hat den Whirlpool auf einen viel zu kleinen Anhänger geladen und nicht ordnungsgemäß mit Gurten befestigt. Glücklicherweise ist niemand verletzt worden, sämtliche Verkehrsteilnehmer/innen sind rechtzeitig ausgewichen. Einem derart großen Hindernis bei 130 km/h auszuweichen ist lebensgefährlich. Dachboxen, Spanngurte, Boote, Christbäume – die Liste an verlorenem Ladegut auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen ist lang. Allein 7.834 Meldungen über verlorene Gegenstände sind 2022 bei der Asfinag eingegangen. Sie alle sind ein nicht kalkulierbares, hohes Sicherheitsrisiko und können verheerende Folgen haben. Damit das nicht passiert, sind die Traffic Manager/innen der Asfinag täglich im Einsatz und der Ö3-Verkehrsaward in der Kategorie „Einsatzhelfer/innen des Jahres“ geht an die Asfinag Service Gesellschaft – die Traffic Manager Linz.

Kategorie „Idee des Jahres“:
ÖBB-Infrastruktur – Abteilung Energie
Österreich ist das erste Land, in dem Züge auch durch den Strom aus Windkraftwerken fahren. Bei der Eisenbahn funktioniert‘s so: Da gibt‘s hohe Spannungen und hohe Stromstärken, aber eine sehr niedrige Frequenz. Während zu Hause aus der Steckdose Strom mit einer Frequenz von 50 Hertz herauskommt, brauchen Lokomotiven nur ein Drittel davon. Züge brauchen aber nicht nur einen speziellen Bahn-Strom, sondern mittlerweile auch immer mehr davon, weil auch immer mehr und schnellere Züge fahren. In Gebirgsregionen in Westösterreich gibt‘s dafür Wasserkraftwerke – aber im flachen Ostösterreich braucht man Alternativen… Das sind neben Solarkraftwerken eben auch Windräder. Im niederösterreichischen Höflein erzeugt seit wenigen Monaten das weltweit erste Bahnstrom-Windkraftwerk so viel Strom, dass damit 1.400 Züge auf einer Strecke mit der Entfernung Wien-Salzburg fahren können. Das funktioniert so zuverlässig, dass die ÖBB schon die nächsten Windräder planen. In den kommenden Jahren sollen rund zehn weitere Bahnstrom-Windkraftanlagen dazukommen. Der große Vorteil: Die Windräder können direkt entlang der Bahnstrecken aufgestellt werden und dort den Strom gleich auch in die Oberleitung einspeisen. Man braucht also keine langen Übertragungsstrecken. Das heißt: kaum Energieverluste. Dafür, dass Züge bei uns jetzt auch mithilfe von Strom aus umweltfreundlichen Windkraftwerken fahren, bekommt die ÖBB Infrastruktur – Abteilung Energie den Ö3 Verkehrsaward in der Kategorie „Idee des Jahres“.

5G Broadcast – Verkehrsinformation im Krisenfall
Der Ö3-Verkehrsservice ist ständiger Begleiter auf dem Weg zur Arbeit, in den Feierabend oder in den Urlaub. Ziel ist es, möglichst rasch über Gefahren wie bspw. Geisterfahrer zu informieren. Der Ö3-Verkehrsservice warnt nicht nur rechtzeitig vor Behinderungen im Straßenverkehr, auch Meldungen vom öffentlichen Verkehr fließen in die Verkehrsübersicht ein.
Achtung Blackout: Auch bei einem großräumigen Stromausfall muss eine Versorgung der Mobilitätsteilnehmer/innen möglich sein. Der ORF und seine Techniktochter ORS gewährleistet über seine Programme im Krisenfall über seine 400 Sendeanlagen eine sichere Rundfunkversorgung. Nun gibt es ein innovatives Pilotprojekt von ORF, ORS und dem BMI, bei der die neue Rundfunk-Übertragungstechnologie 5G Broadcast erstmals zum Einsatz kommt. So können mit 5G Broadcast lebenswichtige Informationen auch direkt aufs Handy ohne Mobilfunknetzempfang übertragen werden.

Hitradio Ö3 Öffentlichkeitsarbeit
Bernadette Aigner
01 87878/19121
bernadette.aigner@orf.at

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