ORF zum 150. Geburtstag von Max Reinhardt: „Ich glaube an die Unsterblichkeit des Theaters“

ORF zum 150. Geburtstag von Max Reinhardt: „Ich glaube an die Unsterblichkeit des Theaters“

Wien (OTS) – Am 9. September jährt sich der Geburtstag von Max Reinhardt zum 150. Mal. Ö1 widmet dem österreichischen Theater- und Filmregisseur, Intendanten und Mitbegründer der Salzburger Festspiele ein „Kunstradio“ (3.9.), „Gedanken für den Tag“ (4.-9.9.), „Betrifft:
Geschichte“ (4.-8.9.) und „Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen“ (10.9.). ORF 2 zeigt das Filmporträt „Max Reinhardt – Ein Leben als Inszenierung“ (3.9.).

Am Sonntag, den 3. September steht im Ö1-„Kunstradio“ (22.05 Uhr) „Der Ernstfall“ auf dem Programm – ein Hörspiel von Paula Dorten, entstanden in einem Writers Room mit den Studierenden des Max Reinhardt Seminars. Im mittlerweile routinierten Aufschrei gegen Klimakleber geht zuweilen unter, wofür sich nicht nur junge Menschen genötigt sehen: zum Kämpfen auf der Straße gegen all jene, die das Autofahren für ein Menschenrecht halten, gegen die Ignoranz und Trägheit älterer Generationen und für eine lebenswerte Zukunft. Denn noch immer wird so getan, als sei der rasant fortschreitende Klimawandel irgendwie auf der Überholspur durch eine höhere Macht, sprich neue Technologien, abzuwenden. Das ist er nicht. Tatsächlich ist er längst da und damit genau das, was man in Europa doch immer nur „anderswo“ verortete: den Ernstfall. Die Studierenden des Max Reinhardt Seminars haben gemeinsam mit der jungen Autorin Paula Dorten einen solchen durchgedacht und ein Stück geschrieben, in dem sie sich mit den Mitteln ihrer Kunst Gehör verschaffen. Es geht um die alles erfassende Angst, die Hilflosigkeit und die Verwundbarkeit einer ganzen Generation.

„Max Reinhardt, der Theatermagier“ ist Thema der ehemaligen Präsidentin der Salzburger Festspiele Helga Rabl-Stadler in den „Gedanken für den Tag“ von Montag, den 4. bis Samstag, den 9. September jeweils ab 6.56 Uhr in Ö1.

Unter dem Titel „Dem Schauspieler gehört das Theater“ spricht Theaterwissenschafterin Hilde Haider-Pregler über Regisseur Max Reinhardt – in „Betrifft: Geschichte“ von Montag, den 4. bis Freitag, den 8. September jeweils um 17.55 Uhr in Ö1. Reinhardt machte im deutschsprachigen Theater des 20. Jahrhunderts aus dem Spielleiter, der vorgab, wer von wo aufzutreten hatte, den modernen Theaterregisseur. Erst seit ihm, der eigentlich ein Theatertraditionalist war, ist von modernem Regietheater zu sprechen.

Am Sonntag, den 10. September liest Schauspielerin Sunnyi Melles in „Lebenskunst“ (7.05 Uhr) unter dem Titel „Etwas vom göttlichen Schöpferdrang“ aus Reinhardts „Rede über den Schauspieler“, gehalten 1928 an der Columbia University in New York. Darin sagt Reinhardt:
„Wenn wir nach dem Ebenbilde Gottes erschaffen sind, dann haben wir auch etwas von dem göttlichen Schöpferdrang in uns. Deshalb erschaffen wir die ganze Welt noch einmal in der Kunst, mit allen Elementen, und am letzten Schöpfungstage, als Krone der Schöpfung, erschaffen wir den Menschen nach unserem Ebenbilde. Ich glaube an die Unsterblichkeit des Theaters. Es ist der seligste Schlupfwinkel für diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben, um bis an ihr Lebensende weiter zu spielen.“

Filmporträt „Max Reinhardt – Ein Leben als Inszenierung“ in ORF 2

Das Fernsehen würdigt den Theatermagier und Mitbegründer der Salzburger Festspiele zum heurigen 150. Geburtstag bzw. 80. Todestag mit dem neuen Filmporträt „Max Reinhardt – Ein Leben als Inszenierung“ am Sonntag, den 3. September in der „matinee“ um 10.00 Uhr in ORF 2. Der Film von Werner Horvath blickt auf das Leben und Schaffen des visionären Künstlers zurück, der von Berlin und Wien über Salzburg bis in die Vereinigten Staaten scheinbar unauslöschliche Spuren im Kulturleben hinterlassen hat.

ORF Radio Öffentlichkeitsarbeit
Isabella Henke
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