„kulturMontag“ am 11. September: Kurz-Filme im Kino, Bachmanns „Malina“ am Volkstheater, neuer Haderlap-Roman

„kulturMontag“ am 11. September: Kurz-Filme im Kino, Bachmanns „Malina“ am Volkstheater, neuer Haderlap-Roman

Danach: Doku „Die Linzer Klangwolke – Eine Reise für alle Sinne“ und Porträt in memoriam Walter Arlen – ab 22.30 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) – Der von Peter Schneeberger präsentierte „kulturMontag“ am 11. September 2023 um 22.30 Uhr in ORF 2 beleuchtet die beiden in den Kinos startenden, sehr unterschiedlichen Dokumentarfilme über Sebastian Kurz. Außerdem befasst sich die Sendung u. a. mit der Dramatisierung von Ingeborg Bachmanns einzigem Roman „Malina“ am Wiener Volkstheater, den die preisgekrönte Regisseurin Claudia Bauer auf die Bühne bringt, und stellt den neuen Roman von Bachmann-Preisträgerin Maja Haderlap vor. Anschließend an das Magazin gibt die Neuproduktion „Die Linzer Klangwolke – Eine Reise für alle Sinne“ (23.30 Uhr) einen Ausblick auf das diesjährige spektakuläre Multimedia-Ereignis und spiegelt die beeindruckende Geschichte des Kunstevents in Oberösterreichs Landeshauptstadt wider. Danach erinnert das Porträt „Das Jahrhundert des Walter Arlen“ (0.00 Uhr) an den kürzlich verstorbenen Komponisten und Musikkritiker.

Kino-Duell: Der doppelte Sebastian Kurz

Ein Mann, zwei Filme, zwei unterschiedliche Sichtweisen: Anlässlich zweier neuer Kinoprojekte über Sebastian Kurz diskutiert die Öffentlichkeit über ein mögliches politisches Comeback des einst jüngsten Bundeskanzlers der Zweiten Republik, der sich Mitte Oktober wegen des Vorwurfs der Falschaussage im Ibiza-Untersuchungsausschuss vor Gericht verantworten muss. Jene von Regisseur Sascha Köllnreitner, die als Lobgesang mit wenig kritischen Untertönen angelegt ist – was Regisseur und der Hauptprotagonist kategorisch zurückweisen –, feierte bereits ihre Kinopremiere. In dem filmischen Porträt blickt der heutige Jungunternehmer Sebastian Kurz gemeinsam mit zahlreichen Unterstützer:innen und ÖVP-Wegbegleiter:innen auf die eigene Polit-Karriere zurück. Viele aus diesem Umfeld haben die Teilnahme an einem weiteren Film über den Ex-Kanzler abgelehnt. Die vergleichsweise klassische Dokumentation „Projekt Ballhausplatz“ von Regisseur Kurt Langbein widmet sich der gleichen Zeitspanne wie „Kurz – Der Film“, aber in völlig anderer Herangehensweise – mit Unmengen von Archivmaterial, kommentiert von zahleichen kritischen Stimmen aus u. a. Politik und Medien. Im „kulturMontag“-Studio analysieren Kabarettist und Autor Florian Scheuba sowie Politologe Peter Filzmaier die beiden Filme und das Phänomen Kurz.

Kult-Figur: Ingeborg Bachmanns „Malina“ im Volkstheater

Mit ihrer Ernst-Jandl-Inszenierung „humanistää!“ am Wiener Volkstheater ist der deutschen Regisseurin Claudia Bauer im Vorjahr ein Sensationserfolg gelungen: nicht nur wurde die Arbeit zum 59. Berliner Theatertreffen eingeladen, sie gewann gleich drei Nestroys für die beste Aufführung im deutschen Sprachraum, für die beste Regie und den besten Schauspieler. Jetzt nimmt sich Bauer erneut das Werk einer Ikone der österreichischen Nachkriegsliteratur vor: Ingeborg Bachmanns einzigen Roman „Malina“, den die vor 50 Jahren verstorbene tragische Lyrikerin ausdrücklich als ihre geistige Autobiografie bezeichnete. Die 1971 entstandene Geschichte einer dramatischen Ménage-à-trois wurde vielfach als Aufarbeitung von Bachmanns Beziehung zum Schriftsteller Max Frisch verstanden. Mit Spannung wird erwartet, wie die preisgekrönte Theatermacherin Claudia Bauer das facettenreiche Werk, das sowohl Liebesgeschichte, Kriminalroman als auch großes Gesellschaftsdrama ist, auf die Bühne des Wiener Volkstheater bringen wird.

Generationen-Roman: „Nachtfrauen“ von Maja Haderlap

Auch die 2011 mit dem renommierten Bachmann-Preis ausgezeichnete Maja Haderlap zählt zu den Galionsfiguren der österreichischen Literatur. Ihr wenig später erschienener Debütroman „Engel des Vergessens“ über den Freiheitskampf der slowenischen Partisanen in Kärnten zur Zeit des Zweiten Weltkriegs wurde zum Bestseller und die Autorin in der Folge zu einer Art kulturpolitischen Sprecherin der Kärntner Slowenen gemacht. Nun liegt ihr neuer Roman „Nachtfrauen“ vor. Darin dreht sich alles um drei Südkärntner Frauen unterschiedlicher Generationen, die eines eint: die Herkunft aus prekär-bäuerlichen, patriarchal geprägten Verhältnissen, in denen für Frauen nichts als harte Arbeit und Schweigen vorgesehen ist. Ein Text über das Unterliegen und Aufbegehren, die Möglichkeiten von Scheitern und Gelingen in Anbetracht zerstörerischer Geschichtsläufe. Vor allem aber auch ein Roman darüber, dass jede Vorstellung von homogener Identität letztlich eine ideologische Zwangsjacke ist, an der auch die Zukunft erstickt. Dem „kulturMontag“ hat Maja Haderlap eines ihrer raren Interviews gewährt.

„Die Linzer Klangwolke – Eine Reise für alle Sinne“ (23.30 Uhr)

Wenn sich die Linzer Klangwolke am 9. September 2023 wieder erhebt, wird der Himmel über Oberösterreichs Landeshauptstadt erneut zur Leinwand für ein audiovisuelles Meisterwerk, das heuer den Titel „ODYSSEY. A Journey Through Worlds“ trägt. Die neue, von Isabella Minniberger-Lehner gestaltete Kulturdokumentation „Die Linzer Klangwolke – Eine Reise für alle Sinne“ des ORF Oberösterreich in Zusammenarbeit mit der ORF-Hauptabteilung TV-Kultur nimmt das Publikum mit auf eine besondere Reise.

Seit ihren Anfängen in den 1980er Jahren hat sich die Linzer Klangwolke zu einem Kunstphänomen entwickelt, das Jahr für Jahr Tausende von Menschen aus der ganzen Welt in ihren Bann zieht. Ursprünglich als Mischung aus Klang und Feuerwerk ins Leben gerufen, hat sich die Klangwolke im Laufe der Jahrzehnte zu einer atemberaubenden Multimedia-Fusion aus Klang, Licht, Technologie und kreativer Vision entwickelt.

Der heurige Event „ODYSSEY. A Journey Through Worlds“ feiert ein Fest des Lebens und begibt sich auf eine Reise zur Quelle der Inspiration und Erneuerung – mit den Mitteln der Kunst. Im Zentrum steht ein kleines Mädchen, das als Einzige eine apokalyptische Katastrophe überlebt. Weil Flüsse in nahezu allen Kulturen als Quellen des Lebens und der Erneuerung gelten, wandert die Protagonistin auf der Donau entlang, in der Hoffnung, diese würde ihr Tor zu neuen Welten sein. Ein einzigartiges Abenteuer wartet auf sie. Sie lernt neue Kulturen kennen, durchquert ferne Länder, entdeckt neue musikalische Stile und faszinierende Tanzperformances auf ihrem Weg durch die Kontinente der Erde, auf ihrer Flusswanderung durch fantastische Welten.

Intendantin und Ideengeberin Francesca Zambello nimmt die Klangwolke-Besucherinnen und -Besucher mit zu einer erstaunlichen Inszenierung unter spektakulärem Einsatz von Video-, Light- und Sound-Design, Aerial Performance, Stepptanz und Acrobatic-Showdance – ausgeführt von „The Freaks“ aus St. Valentin. Die Musik stammt von Komponistin Laura Karpman, die die Grenzen des Geschichtenerzählens bei der Linzer Klangwolke erweitert und damit eine spezielle Atmosphäre im Donaupark schafft. Die Linzer Klangwolke 23 verschmilzt zu einem Gesamtkunstwerk auf schwimmenden Bühnenschauplätzen. Kreiert wurde dieses Ereignis von renommierten Vertreterinnen und Vertretern der Klangkunst und visuellen Gestaltung, die ihre einzigartigen Fähigkeiten einsetzen, um eine eindrucksvolle Symphonie aus Klängen und Bildern zu erschaffen. Der Film bietet exklusive Einblicke in die Entstehung der heurigen Klangwolke.

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender