Dramatische Verschärfung des Konflikts um Berg-Karabach. Die Armenier im Schatten des Völkermords.
Dramatische Verschärfung des Konflikts um Berg-Karabach. Die Armenier im Schatten des Völkermords.
Allen Friedensbemühungen der letzten Jahre und Monate zum Trotz hat sich der Konflikt zwischen der von Armeniern bewohnten Republik Berg-Karabach und Aserbaidschan weiter verschärft. Nach einer mehr als 9 Monate dauernden Hungerblockade der mehrheitlich von christlichen Armeniern bewohnten Republik Berg-Karabach (vormals „autonome Region“) durch Aserbaidschan, von der 120.000 Menschen betroffen sind, begannen am 19. September militärische Interventionen der aserbaidschanischen Seite mit Raketenangriffen, von denen auch zivile Ziele betroffen sind. Die einzige Verbindung für humanitäre Logistik, der Latschin-Korridor zwischen der Republik Armenien und der Regionshauptstadt Stepanakert, ist praktisch unpassierbar.
Der ehemalige Chefankläger des internationalen Strafgerichts in Den Haag Luis Moreno Ocampo hatte diese Situation schon im Juli in die Nähe eines Genozids gerückt. Dieser Tatbestand ist nun eingetreten. Es gibt Dutzende von Opfern, Schwerverletzten, Toten, darunter viele Kinder, die medizinisch nicht mehr angemessen versorgt werden können.
Im Jahr 1915 war das armenische Volk im türkisch-osmanischen Reich Opfer des ersten Völkermords im 20. Jahrhundert, dem 1.5 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Die Anerkennung dieser Gräueltaten durch die Weltöffentlichkeit ließ zu lange auf sich warten. Österreich hat den Genozid an den Armeniern 2015 anerkannt. Viele internationale Stimmen sehen in dieser machtpolitischen Zuspitzung der Lage die Gefahr einer geopolitischen Katastrophe im Südkaukasus mit unabsehbaren Folgen, all das noch dazu im Schlagschatten des Ukraine-Krieges.
Österreich hat als neutrales Land einmal mehr die historische Verpflichtung, gegen diese humanitäre, kulturelle und geopolitische Katastrophe seine Stimme zu erheben.
Die Armenisch-Apostolische Kirche in Österreich, sowie alle seit vielen Jahren in Österreich tätigen Vereine der Community appellieren an die internationale Gemeinschaft, gegen diesen sinnlosen Vernichtungsfeldzug Ihre Stimme zu erheben. Die Realpolitik schafft Fakten gegen die Prinzipien der zivilisierten Menschheit, denn es geht um ethnische Säuberung, um die Auslöschung von Kultur. Dem gegenüber steht der Glaube an die internationale Toleranz – das wäre die Chance für den Südkaukasus. Nun müssen Menschenleben gerettet und ein zweiter Genozid am armenischen Volk abgewendet werden.
Wir hoffen, dass auf Basis des europäischen Friedensgedankens und der internationalen Menschenrechtskonvention dieses Desaster gestoppt werden kann.
* Patriarchal Delegatur der Armenisch-Apostolischen Kirche in Mitteleuropa und Skandinavien
* Armenisch-Apostolische Kirchengemeinde in Österreich
* Armenisch-Apostolische Kirchengemeinde in Österreich-Sektion Oberösterreich
* Armenisch-Apostolische Kirchengemeinde in Österreich-Sektion Steiermark
* Allgemeiner Armenischer Wohltätigkeitsverein
* Armenien Fond Österreich Komitee
* Armenischer Allgemeiner Sport- und Pfadfinderverein
* Armenischer Kulturverein Vorarlberg
* Armenischer Sportverein ARARAT
* Armenische Gemeinde Graz – Kulturverein
* Armenische Gemeinde in Salzburg und Umgebung
* Armenische Studenten Vereinigung
* Armenisch-Katholische Kirchengemeinde
* „Hovhannes Shiraz“ Armenische Samstagsschule
* Österreichisch-Armenisches Forum
* Österreichisch-Armenisches Komitee für Gerechtigkeit und Demokratie (Haydat)
* Österreichisch – Armenische Kulturgesellschaft
* Verein „Spirit of Armenia – Verein zur Förderung armenischer Kunst“
* Wiener Mechitaristen Kongregation
Armenisch-Apostolische Kirchengemeinde Österreich
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