Pensionistenverband begrüßt „Aktion 55+“ als wichtigen Schritt gegen Altersarmut

Pensionistenverband begrüßt „Aktion 55+“ als wichtigen Schritt gegen Altersarmut

​Gerstorfer: „Erfahrung der Generation 55+ ist ein Gewinn für den Arbeitsmarkt“.

Der Pensionistenverband Österreichs begrüßt die heute präsentierte „Aktion 55+“ als wichtigen und längst überfälligen Schritt, um älteren arbeitslosen Menschen neue Perspektiven zu eröffnen und Altersarmut nachhaltig zu verhindern. Präsidentin Birgit Gerstorfer betont, dass gezielte Unterstützung für Menschen ab 55 Jahren ein klares Signal dafür sei, dass ihre lebenslange Leistung und Erfahrung gebraucht und nicht an den Rand gedrängt werden dürfen. „Ältere Menschen sind für die Gesellschaft keine Belastung, wie das oft von neoliberalen Kräften betont wird, sondern ein Gewinn“, sagt Gerstorfer.

​WICHTIGER BEITRAG GEGEN LANGZEITARBEITSLOSIGKEIT

Die geplante Schaffung von 3.000 bis 6.000 sinnstiftenden, kollektivvertraglich entlohnten Arbeitsplätzen für ältere arbeitslose Menschen ist ein zentraler Beitrag im Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit und soziale Ausgrenzung. Dass dafür jährlich 50 Millionen Euro für sozialökonomische Betriebe, gemeinnützige Projekte und Eingliederungsbeihilfen vorgesehen sind, zeigt, dass ältere Menschen als Ressource für Wirtschaft und Gesellschaft wahrgenommen werden. Gleichzeitig liegt die Arbeitslosenquote der über 55-Jährigen seit Jahren über dem Durchschnitt, und das Risiko von Langzeitarbeitslosigkeit ist besonders hoch. Gerade deshalb ist es entscheidend, ältere Arbeitslose nicht auf dem Abstellgleis zu parken, sondern ihnen durch gezielte Programme eine echte Chance auf einen stabilen Wiedereinstieg zu geben.

​ARBEITSMARKT UND PENSION ZUSAMMENDENKEN

Der Pensionistenverband erinnert daran, dass längere Phasen der Arbeitslosigkeit, Teilzeit, prekäre Jobs und niedrige Löhne am Ende direkt zu geringeren Pensionen führen und damit das Risiko von Altersarmut dramatisch erhöhen. „Besonders Frauen, die über Jahrzehnte oft Care-Arbeit übernommen haben und in Teilzeit beschäftigt waren, sind von diesen Entwicklungen betroffen und tragen ein deutlich höheres Armutsrisiko im Alter“, erklärt Gerstorfer und unterstreicht, dass Arbeitsmarkt- und Pensionspolitik endlich konsequent zusammengedacht werden müssen: „Wer will, dass Menschen länger arbeiten, muss ihnen auch faire Chancen auf Beschäftigung, altersgerechte Arbeitsbedingungen und ausreichende soziale Absicherung bieten.“ Am Ende eines langen Erwerbslebens müsse eine Pension stehen, von der man ohne Angst vor Armut leben kann – das sei Kernforderung und Maßstab des Pensionistenverbandes.

​“Programme wie die „Aktion 55+“ können dabei einen wichtigen Beitrag leisten, Vorurteile abzubauen und Unternehmen zu motivieren, die Erfahrung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu nutzen. Aus Sicht des Pensionistenverbandes muss sie zugleich der Beginn einer langfristigen Strategie für altersgerechte Arbeitsplätze und armutsfeste Pensionen sein“, betont Gerstorfer. (Schluss)

Unabhängiger Pensionistenverband Österreichs
Generalsekretär Christian Rösner, MSc
E-Mail: christian.roesner@pvoe.at

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