Verschnaufpause für den Wald: Bundesforste ziehen positive Waldbilanz 2025

Verschnaufpause für den Wald: Bundesforste ziehen positive Waldbilanz 2025

Schadholzanteil rückläufig bei rund 50 % – Käferholz weiter auf niedrigem Niveau – Waldschadensbilanz bei rund 31 Mio. Euro – „Wald der Zukunft“ auf Kurs

Anfang 2025 sah es nicht nach einem Wunschprogramm für den Wald aus: Das Jahr begann mit großer Trockenheit und überdurchschnittlich hohen Temperaturen. Bereits zum Frühlingsbeginn war ein starkes Borkenkäferjahr zu befürchten. „Für die entscheidende Wende und ein großes Aufatmen sorgten der feuchte, kühle Mai und der regenreiche Juli. Die fehlende Feuchtigkeit der ersten Monate konnte ausgeglichen werden, unser Wald konnte sich erholen. Auch wenn einige regionale Wetterextreme aufgetreten sind, blieben größere Schadereignisse erfreulicherweise aus“, berichtet Andreas Gruber, ÖBf-Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz. „Im Ergebnis verzeichnen wir dennoch eine Schadholzmenge von rund 50 Prozent bzw. rund 895.000 Erntefestmetern (Efm). Der überwiegende Anteil resultiert aber noch aus Unwettern des Jahres 2024.” Etwa jeweils ein Drittel der Schadmenge ist auf Borkenkäferbefall bzw. Sturmschäden zurückzuführen (jeweils rund 300.000 Efm). Ungefähr ein Viertel entfällt auf Schneebruch (circa 230.000 Efm). Die verbleibende Menge ergibt sich aus Fangbäumen gegen den Borkenkäfer sowie weiteren Schadursachen. „Damit ist der Schadholzanteil im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen, liegt aber immer noch auf hohem Niveau“, so Gruber. Im Jahr davor verzeichneten die Bundesforste rund 1,5 Mio. Erntefestmeter Schadholz bzw. 75 % der Holzerntemenge.

Die Waldschadensbilanz – das sind die Kosten für die Käferprävention und -bekämpfung, Infrastrukturschäden sowie Deckungsbeitragsverlust und Lagerkosten für Schadholz – beläuft sich für 2025 auf 31 Mio. Euro und fällt damit deutlich niedriger aus als im Vorjahr (49 Mio. Euro). „Die Natur ist immer für Überraschungen gut. Umso erfreulicher ist es, wenn es Entwicklungen sind, die am Ende zu einer positiven Gesamtbilanz im Wald führen. Aber selbst wenn wir auf unseren Flächen auf ein gutes Waldjahr mit weniger Wetterextremen zurückblicken können – eine mittlerweile ‚normale‘ Schadholzmenge von zumindest 50 bis 60 Prozent und die immer noch hohe Schadensbilanz weisen uns den Weg“, erklärt Georg Schöppl, Vorstandssprecher der Österreichischen Bundesforste. „Die Temperaturen des vergangenen Jahres zählen in Europa zu den höchsten, die jemals gemessen wurden. Wir stellen uns daher auf weitere vom Klimawandel stark beeinflusste Jahre ein und treiben den Umbau hin zu klimafitten Wäldern weiter voran.“

KONSEQUENTE WALDPFLEGE STABILISIERT WÄLDER

Entscheidende Erfolgsfaktoren für den Wald der nächsten Generationen sind zum einen eine konsequente Waldpflege und zum anderen ein ausgeglichenes Wald-Wild-Verhältnis, um den Wildverbiss zu reduzieren.

Zu den wichtigsten Maßnahmen in der Waldpflege zählen die Borkenkäferprävention und -bekämpfung. Hohe Temperaturen und Trockenheit schaffen günstige Lebensbedingungen für den Käfer – er kann mehrere Generationen pro Jahr entwickeln und dringt in immer höhere Lagen bis zur Baumgrenze vor. „Um die Ausbreitung des Borkenkäfers zu verhindern, setzen wir auf flächendeckendes Monitoring zur Früherkennung, arbeiten mit Lockstofffallen, belassen Fangbäume im Wald und entrinden kleinräumig angefallene Windwurfstämme direkt im Wald. Vor allem aber zählt Geschwindigkeit: Befallene Bäume werden schnellstmöglich aus dem Wald gebracht“, so Gruber. Die Bemühungen zahlen sich aus – mit rund 300.000 Erntefestmetern liegt die Menge an Käferholz nur leicht über dem Niveau des Vorjahres. Allein für die Käferbekämpfung haben die ÖBf 2025 6,5 Mio. Euro aufgewendet, dazu kamen mehr als 9 Mio. Euro für weitere Waldpflegemaßnahmen, in Summe fast 16 Mio. Euro.

Die Holzerntemenge liegt für das Jahr 2025 bei rund 1,8 Mio. Efm. Aufgrund des geringeren Schadholzanteils konnten die waldbaulichen Maßnahmen zur Stabilisierung der Wälder – wie Durchforstungen – im Rahmen der regulären Ernte durchgeführt werden. Alle waldbaulichen Ziele wurden erreicht, inklusive der Aufforstungen.

TROTZ „HOCHSCHAUBAHN” AM HOLZMARKT: ALLE LIEFERVERTRÄGE ERFÜLLT

Für Überraschungen war 2025 auch der Holzmarkt gut. Denn zu Jahresbeginn hatte man sich aufgrund der Trockenheit und der hohen Temperaturen auf ein starkes Borkenkäferjahr und somit auf größere Mengen günstiges Schadholz eingestellt. Doch es kam – wie so oft – anders als erwartet: Die Nachfrage nach Sägerundholz war gut, zu Herbstbeginn wurde Rundholz sogar knapp und die Preise entwickelten sich entsprechend nach oben. „In dieser volatilen Marktsituation haben sich die langfristigen Verträge mit unseren Kunden erneut bewährt“, so Gruber. „Wir sind verlässliche Partner und konnten alle Liefervereinbarungen erfüllen. Somit liefern wir nicht nur Holz, sondern sorgen auch für Stabilität in der Produktion.“

AUSBAU VON KAPAZITÄTEN FÜR DEN „WALD DER ZUKUNFT”

„Für all unsere Aufgaben – vom Waldumbau bis zur Holzernte – sind kompetente Mitarbeiter*innen auf der Fläche sowie in der Planung essenziell. Daher erweitern wir unsere Kapazitäten, um unsere waldbaulichen und wirtschaftlichen Ziele zu erreichen“, so Schöppl. In den vergangenen fünf Jahren wurde der Personalstand jener Kolleginnen und Kollegen, die für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes sorgen, um knapp zwölf Prozent erhöht. Ebenso wurden Schulungsprogramme und die Digitalisierung der Prozesse ausgebaut. Dazu kommt ein 2024 begonnenes Investitionsprogramm in neue Forstmaschinen in der Höhe von rund 6,5 Mio. Euro bis 2027. „Das alles brauchen wir auf dem Weg zu unserem Jahrhundertprojekt ‘Wald der Zukunft’, an dem wir mit voller Kraft arbeiten. Die Kosten in der Holzernte und Waldpflege sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Umso wichtiger ist auch das aktuelle Preisniveau am Holzmarkt, um diese gestiegenen Kosten abdecken zu können”, betont Schöppl.

WALDUMBAU AUF KURS

Der „Wald der Zukunft“ wird artenreich, strukturreich und naturnah sein. Der Waldumbau ist auf Kurs – bereits jetzt wurden gute Fortschritte erzielt und Arten gefördert, die mit den Folgen des Klimawandels besser zurechtkommen. So konnten die Anteile von Tanne, Lärche, Buche und Eiche gesteigert werden, während der Anteil der Fichte pro Jahr um mehr als 1.000 Hektar sinkt.

„Wenn man wie wir Tag für Tag mit der Natur arbeitet, weiß man ruhigere Jahre ohne größere Extremereignisse sehr zu schätzen. Wir wissen jedoch auch, dass sich das jederzeit ändern kann. Als größter Naturraumbewirtschafter des Landes tragen wir daher eine besondere Verantwortung: Wir wollen unsere Wälder nachhaltig bewirtschaften und sie für die kommenden Jahrzehnte resilient machen. Investitionen in den Waldumbau, die Waldpflege und in unsere Kompetenzen sind daher bestens eingesetzt. Auch im Jahr 2026, dem 101. Jahr in der Geschichte der Bundesforste, wollen wir mit vollem Einsatz diesen Erfolgskurs fortsetzen“, so die beiden Vorstände abschließend.

ÜBER DIE ÖSTERREICHISCHEN BUNDESFORSTE

Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf AG) sind das Naturunternehmen Österreichs. Seit mittlerweile über 100 Jahren pflegen, schützen und bewirtschaften sie die natürlichen Ressourcen des Landes – Wälder, Seen und Berge – im Sinne der Nachhaltigkeit und mit Fokus auf kommende Generationen. Mit 850.000 Hektar sind die Bundesforste der größte Naturraumbewirtschafter des Landes. 10 % der Staatsfläche, darunter 74 der größeren Seen, und 15 % der Waldfläche sind ihnen anvertraut. Wirtschaftlich agiert das Unternehmen in den Geschäftsfeldern Forst- und Holzwirtschaft, Jagd und Fischerei, Immobilien, Dienstleistungen und Erneuerbare Energien. Das zentrale Leitprinzip ist dabei die Nachhaltigkeit. Ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen werden laufend bewertet und bestmöglich ausgeglichen. Den Herausforderungen der Klimakrise begegnen die Bundesforste mit einer aktiven Waldbewirtschaftung unter dem Motto „Wald der Zukunft“. Denn ein nachhaltig bewirtschafteter Wald ist den künftigen ökologischen und gesellschaftlichen Anforderungen am besten gewachsen. Die ÖBf AG steht im Alleineigentum der Republik und beschäftigt österreichweit 1.062 (Stand: 31.12.2025) Mitarbeiter*innen in 14 Forst- und Nationalparkbetrieben sowie in der Unternehmensleitung mit Sitz in Purkersdorf im Wienerwald (NÖ).

PRESSEFOTOS unter www.bundesforste.at. Weitere Bilder in der APA-Fotogalerie.

Österreichische Bundesforste
Andrea Kaltenegger
Unternehmenssprecherin
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