ÖGB-Berger: Förderkürzungen treiben Menschen mit Behinderung weiter in die Armut
ÖGB-Berger: Förderkürzungen treiben Menschen mit Behinderung weiter in die Armut
Chancen Nutzen Büro fordert Maßnahmen zur Teilhabe statt weiterer Benachteiligungen
„Jetzt haben wir es schwarz auf weiß, um wie viel weniger Menschen mit Behinderung verdienen“, so Patrick Berger, Leiter des Chancen Nutzen Büro im ÖGB, anlässlich des heute veröffentlichten Berichts der Statistik Austria zu „Behinderung und Teilhabe 2024“.
„Wer weiterhin Förderungen im Sozialbereich kürzt, vergrößert die Einkommensschere zwischen Menschen mit und ohne Behinderung noch mehr. Diese strukturelle Benachteiligung muss endlich abgebaut und darf keinesfalls weiter verschärft werden“, so Berger.
Er weist außerdem darauf hin, dass faire Entlohnung in vielen Bereichen noch immer fehlt: „In Werkstätten von Behinderteneinrichtungen gibt es keinen richtigen Lohn, sondern nur ein Taschengeld. Diese Praxis ist diskriminierend und muss endlich beendet werden. Menschen mit Behinderung haben Anspruch auf ein faires Einkommen und ein würdiges Auskommen“, fordert Berger.
LEHRE IST OFT DIE EINZIG MÖGLICHE AUSBILDUNG
Um Menschen mit Behinderung ein besseres Einkommen zu ermöglichen, ist auch der Zugang zu Bildung ein Schlüsselfaktor. Genau daran scheitert es aber.
Laut Statistik Austria haben 37,2 Prozent der Menschen mit Behinderung nur einen Lehrabschluss – und machen damit die Mehrheit aus. „Das liegt nicht daran, dass die Lehre besonders beliebt ist, sondern weil sie oft die einzige Ausbildung ist, die überhaupt ermöglicht wird“, erklärt Berger. „Wer eine höhere Ausbildung anstrebt, stößt noch immer auf viele Hindernisse – von fehlender Barrierefreiheit bis zu alten Vorurteilen.“
JÄHRLICHER BERICHT ZEIGT HANDLUNGSBEDARF AUF
Berger begrüßt, dass der Statistikbericht künftig jährlich erscheinen soll: „Zahlen, Daten und Fakten sind entscheidend, um Benachteiligungen sichtbar zu machen und gezielt dagegen anzugehen.“ Die Ankündigung von Sozialministerin Korinna Schumann, den Bericht regelmäßig in Auftrag zu geben, sei daher ein wichtiger Schritt.
„Aber klar ist auch“, betont Berger, „es darf nicht bei Berichten und deren Analyse bleiben. Wir brauchen konkrete Maßnahmen, damit Menschen mit Behinderung gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können. Diese Schritte müssen jetzt gesetzt werden.“
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