Asbest-Diskussion: Land Burgenland richtet „Taskforce Vorsorgeabklärung Luftqualität“ ein
Asbest-Diskussion: Land Burgenland richtet „Taskforce Vorsorgeabklärung Luftqualität“ ein
NACH DER VERÖFFENTLICHUNG EIGENER ASBEST-UNTERSUCHUNGEN IN GESTEINSMATERIALIEN VON GREENPEACE BETONT DAS LAND BURGENLAND: AUF BASIS DER BISHERIGEN FACHLICHEN UND MEDIZINISCHEN EINSCHÄTZUNGEN BESTEHT KEINE AKUTE GESUNDHEITSGEFÄHRDUNG FÜR DIE BEVÖLKERUNG. FÜR DIE BEURTEILUNG IST AUSSCHLIESSLICH EINE MÖGLICHE BELASTUNG DER LUFT RELEVANT, NICHT DER NACHWEIS VON ASBEST IM MATERIAL.
Greenpeace hat eigene Untersuchungsergebnisse zum Asbestgehalt von Gesteinsmaterialien in ausgewählten burgenländischen Standorten veröffentlicht. Das Land Burgenland fordert Greenpeace auf, diese Ergebnisse vollständig zur Verfügung zu stellen, um eine fachliche Prüfung und Einordnung nach behördlichen Standards zu ermöglichen.
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil betont, dass mögliche Gesundheitsfragen mit höchster Verantwortung behandelt und wissenschaftlich geprüft werden: „Wir nehmen jede Information, die eine potenzielle Gesundheitsgefährdung betreffen könnte, sehr ernst. Gleichzeitig ist es wichtig, sachlich zu bleiben: Relevant für die Gesundheit ist die Belastung in der Luft. Genau dort setzen wir jetzt an.“ Das Land wird daher vorsorglich Luftmessungen an ausgewählten, sensiblen Standorten durchführen lassen. Parallel dazu wird eine interdisziplinäre Taskforce eingerichtet, die die Vorgangsweise fachlich begleitet und weitere Schritte vorbereitet.
Konkret sei laut Experten für die gesundheitliche Bewertung nicht der bloße Nachweis von Asbest im Material ausschlaggebend, sondern, ob Asbestfasern in die Atemluft gelangen. „Vom bloßen Vorhandensein von asbesthaltigem Gestein oder Split geht keine Gesundheitsgefährdung aus. Gesundheitsrelevant ist ausschließlich, ob Asbestfasern in die Luft freigesetzt und eingeatmet werden. Maßgeblich sind daher Messungen der Luftbelastung, nicht der Asbestanteil im Material“, stellt Umweltmediziner Assoz. Prof. DI Dr. Hans-Peter Hutter, MedUni Wien, fest. „Auch auf die Größe und Art der Fasern kommt es an. Nicht zuletzt gibt es aus Verwitterung natürlicher und künstlicher asbesthaltiger Quellen immer eine gewisse Hintergrundbelastung.“
Der burgenländische Amtsarzt und Vertreter der burgenländischen Landessanitätsdirektion, Dr. Markus Schreier, verweist darauf, dass die vorliegenden medizinischen Daten keine Auffälligkeiten erkennen lassen: „Den Gesundheitsämtern im Burgenland sind aktuell keine Hinweise auf erhöhte regionale Erkrankungsraten bezüglich asbestassoziierten Erkrankungen bekannt.“
Ungeachtet dessen setzt das Land Burgenland weitere Schritte im Sinne der Vorsorge. „Wir klären sachlich, transparent und auf Basis wissenschaftlicher Kriterien den Gehalt von Asbest-Fasern in der Luft ab“, betont Landeshauptmann Doskozil abschließend. Eine der ersten Aufgaben der “Taskforce Vorsorgeabklärung Luftqualität” wird es sein, jene Standorte, die von Greenpeace untersucht wurden, fachlich sauber und nach behördlichen Standards auf eine mögliche Asbestbelastung der Luft zu überprüfen.
Details zur Zusammensetzung der Taskforce sowie zum weiteren Vorgehen werden in der nächsten Woche im Rahmen einer Pressekonferenz mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner sowie Gesundheits- und Umweltexperten bekanntgegeben.
Land Burgenland, Stabsabteilung Öffentlichkeitsarbeit
Sabine Bandat
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