PVÖ begrüßt Vertretungsmöglichkeit bei FinanzOnline – „Wichtiger Erfolg für ältere Menschen“
PVÖ begrüßt Vertretungsmöglichkeit bei FinanzOnline – „Wichtiger Erfolg für ältere Menschen“
Gerstorfer: „Neues Service hilft Menschen, die digitale Behördenwege nicht alleine schaffen.“
„Viele ältere Menschen fühlen sich mit digitalen Amtswegen überfordert – die Möglichkeit, eine vertraute Person offiziell mit der Erledigung der Steuerangelegenheiten in FinanzOnline zu betrauen, ist ein wichtiger Erfolg und entspricht einer langjährigen Forderung des Pensionistenverbandes“, erklärt PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer zur nun eingeführten „unentgeltlichen Vertretung“ in FinanzOnline. „Damit wird endlich nachvollziehbar geregelt, was in der Praxis längst Realität war: Kinder, Enkelkinder, Verwandte oder gute Freunde helfen bei der Arbeitnehmerveranlagung oder bei Rückerstattungsanträgen – und tun das nun in einem rechtlich klaren und sicheren Rahmen.“
Gerstorfer betont, dass gerade Pensionistinnen und Pensionisten von dieser Neuerung profitieren, weil sie häufig ausschließlich Pensionseinkünfte beziehen und sich mit digitalen Anwendungen schwer tun. „Es ist positiv, dass Angehörige nun bis zu vier Personen vertreten können und alle Vertretungshandlungen transparent gekennzeichnet sind – das stärkt Sicherheit und Vertrauen, ohne jemanden zur Nutzung von FinanzOnline zu zwingen.“
„LANGJÄHRIGE FORDERUNG DES PVÖ ENDLICH UMGESETZT“
Zugleich erinnert Gerstorfer daran, dass der PVÖ das Thema gegenüber dem Finanzministerium seit Jahren immer wieder aufgegriffen hat – etwa durch die Steuerombudsleute in den Ländern, die die fehlende Vertretungsmöglichkeit für Angehörige kritisierten. „Dass diese Anliegen nun in Form einer unentgeltlichen Vertretungsbefugnis aufgegriffen wurden, zeigt: Beharrliche Interessenvertretung für ältere Menschen zahlt sich aus.“
BÜROKRATIEABBAU JA – ABER OHNE NEUE HÜRDEN
Der PVÖ begrüßt, dass für die vertretene Person keine ID-Austria oder EU-eID nötig ist und die Vollmacht klassisch per Formular erteilt werden kann. „Für viele ältere Menschen ist es entscheidend, dass sie nicht selbst ein digitales Konto einrichten oder zusätzliche technische Hürden überwinden müssen“, unterstreicht Gerstorfer. Positiv bewertet der PVÖ auch, dass die unentgeltliche Vertretung befristet oder unbefristet möglich und jederzeit widerrufbar ist und die Zustellung von Bescheiden weiterhin direkt an die betroffene Person erfolgt. Kritisch sieht Gerstorfer jedoch, dass die Vertretung offenbar auf Personen mit Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit bzw. Pensionen beschränkt ist und dass nur eine unentgeltliche, nicht berufsmäßige Vertretung vorgesehen ist. „Hier werden wir uns genau anschauen, ob in Einzelfällen dennoch Versorgungslücken entstehen – etwa wenn niemand im familiären Umfeld verfügbar ist, der diese Aufgabe übernehmen kann“, kündigt sie an.
WEITERE SCHRITTE GEFORDERT
Der Pensionistenverband sieht die unentgeltliche Vertretung als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem wirklich barrierefreien Zugang zu steuerlichen Leistungen. Gerstorfer fordert aber auch ergänzende Maßnahmen, wie etwa den Ausbau persönlicher Beratungsmöglichkeiten in den Finanzämtern, speziell für ältere Menschen sowie verständliche Informationskampagnen in Printmedien, Gemeinden und Senior*innenorganisationen. Auch eine laufende Evaluierung der neuen Vertretungsregelung wäre nötig, um etwaige Lücken rasch zu schließen, so die Verbandspräsidentin.
„Niemand darf wegen digitaler Hürden um ihm zustehende Gutschriften, Freibeträge oder Rückzahlungen umfallen – das muss der gemeinsame Maßstab sein“, so Gerstorfer abschließend. „Die unentgeltliche Vertretung in FinanzOnline ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung – wir werden aber darauf achten, dass daraus ein umfassend barrierefreies System für alle älteren Menschen wird.“ (Schluss)
Unabhängiger Pensionistenverband Österreichs
Generalsekretär Christian Rösner, MSc
E-Mail: christian.roesner@pvoe.at
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