UNICEF: Hilfe für Kinder in Gaza wird ausgeweitet, trotz Waffenruhe bleibt Lage kritisch

UNICEF: Hilfe für Kinder in Gaza wird ausgeweitet, trotz Waffenruhe bleibt Lage kritisch

Bildungsangebote erreichen hunderttausende Kinder, während Hunger, Zerstörung und Unsicherheit weiter anhalten

UNICEF weitet seine Hilfe für Kinder im Gazastreifen massiv aus. Insbesondere im Bereich Bildung und psychosozialer Unterstützung konnten zuletzt wichtige Fortschritte erzielt werden. Gleichzeitig bleibt die humanitäre Lage für Kinder weiterhin äußerst kritisch: Gewalt, akute Mangelernährung, zerstörte Infrastruktur und fehlende sichere Lernorte gefährden das Überleben und die Zukunft einer ganzen Generation. Auch der nasse Winter bleibt eine Gefahr für die Familien, die meist in Zelten oder Ruinen leben müssen.

BILDUNG ALS NOTFALLMASSNAHME: ZUGANG FÜR MEHR ALS 330.000 KINDER

UNICEF hat sein Bildungsprogramm im Gazastreifen deutlich ausgeweitet. Im Rahmen der Initiative „Back to Learning“ erhalten nun rund 336.000 KINDER ZUGANG ZU BILDUNGSANGEBOTEN, nachdem monatelang regulärer Schulunterricht kaum möglich war. In mehr als 100 LERNZENTREN werden nicht-formale Bildungsangebote mit psychosozialer Betreuung kombiniert. Ziel ist es, Kindern Struktur, Schutz und einen geregelten Alltag zu ermöglichen. Ein großes Problem dabei bleiben explosive Materialien unter den Trümmern, aktuell ist es schwierig sichere Zonen für weitere Lernzentren zu finden.

Mehr als 90 % DER SCHULGEBÄUDE im Gazastreifen sind beschädigt oder zerstört, rund 60 % DER SCHULPFLICHTIGEN KINDER haben derzeit keinen Zugang zu formellem Unterricht. UNICEF warnt, dass längerfristige Bildungsunterbrechungen schwerwiegende Folgen für die Entwicklung, psychische Gesundheit und Zukunftschancen der Kinder haben.

SPIEL- UND LERNMATERIALIEN ERREICHEN HUNDERTTAUSENDE KINDER

Erstmals seit mehr als zwei Jahren konnten wieder größere Mengen an Freizeit- und Lernmaterialien in den Gazastreifen gebracht werden. UNICEF verteilte 5.168 SPIEL-, LERN- UND KREATIVSETS, von denen mehr als 375.000 KINDER PROFITIEREN, darunter auch KINDER MIT BEHINDERUNGEN.

Spiel- und Freizeitangebote sind für Kinder in Krisensituationen kein Luxus, sondern ein zentraler Bestandteil von Bewältigung, psychosozialer Stabilisierung und Entwicklung. Sie schaffen sichere Räume und helfen, traumatische Erfahrungen zumindest teilweise zu verarbeiten.

KINDER BLEIBEN TROTZ WAFFENRUHE IN GEFAHR

Die aktuelle Waffenruhe ermöglichte es humanitären Organisationen, Hilfslieferungen auszuweiten. UNICEF konnte die Versorgung mit sauberem Trinkwasser für mehr als 1,6 MILLIONEN MENSCHEN verbessern, zusätzliche Ernährungseinrichtungen eröffnen und medizinische Versorgung teilweise wiederherstellen, unter anderem für Kinder auf Intensivstationen.

Trotzdem bleibt die Lage extrem fragil. UNICEF berichtet weiterhin von GETÖTETEN UND VERLETZTEN KINDERN, auch seit Beginn der Waffenruhe. Rund 100.000 KINDER GELTEN ALS AKUT MANGELERNÄHRT, mehr als 1,3 MILLIONEN MENSCHEN leben ohne angemessene Unterkünfte, vielfach in Zelten oder zerstörten Gebäuden.

UNICEF WARNT VOR LANGFRISTIGEN FOLGEN

UNICEF betont, dass humanitäre Hilfe allein nicht ausreicht. Ohne dauerhaften Schutz, sicheren Zugang zu Bildung und psychosozialer Unterstützung drohen irreversible Schäden für eine ganze Generation von Kindern. Bildung, Schutz und Versorgung müssten daher integraler Bestandteil aller humanitären und politischen Maßnahmen bleiben.

UNICEF fordert weiterhin:

* sicheren und dauerhaften humanitären Zugang,
* den Schutz von Kindern und ziviler Infrastruktur,
* sowie langfristige Investitionen in Bildung und psychosoziale Unterstützung.

Aktuelle Informationen zur Lage im Gazastreifen und von Kindern weltweit finden Sie immer unter https://unicef.at

UNICEF Österreich
Michael Blauensteiner
Telefon: +43 660 38 48 821
E-Mail: blauensteiner@unicef.at
Website: https://unicef.at

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