WKÖ-Trefelik: Digitaler Euro bringt Vorteile, ist aber noch unausgereift

WKÖ-Trefelik: Digitaler Euro bringt Vorteile, ist aber noch unausgereift

Europäische Alternative macht von großen US-Anbietern unabhängiger – doch gesetzliche Annahmepflicht und zu hohe Gebühren wären kontraproduktiv

Die Finanzminister der Eurozone haben beim ECOFIN-Rat Maßnahmen zur Stärkung des Euro diskutiert, darunter auch eine möglichst zügige Einführung des digitalen Euro. Ein Projekt, an dem Europa schon länger arbeitet und das die WKÖ-Bundessparte Handel grundsätzlich begrüßt: „Wenn es europäische Alternativen zu den US-Anbietern Visa, Mastercard und Co gibt, ist das ein wichtiger Schritt hin zu mehr Unabhängigkeit des europäischen Zahlungsverkehrs. Das stärkt Europa und somit auch den europäischen Handel“, sagt Bundesspartenobmann Rainer Trefelik. Allerdings seien die Pläne nach wie vor „nicht ganz ausgereift“. „Damit der digitale Euro tatsächlich Akzeptanz findet, und zwar bei den Konsument:innen ebenso wie bei den Händler:innen, sind noch einige wichtige Aspekte zu berücksichtigen“, gibt Trefelik zu bedenken.

Zum einen dürfe es keine zu strikte gesetzlich vorgeschriebene Annahmepflicht für den Handel geben. „Der digitale Euro sollte durch seine Attraktivität und Gebührenstruktur überzeugen anstatt durch Zwang“, so Trefelik.

Die Gebühren des digitalen Euro dürfen sich nicht an teuren Zahlungsmitteln wie Kreditkarten oder PayPal orientieren. Denn der digitale Euro hat keine Kreditfunktion, sondern die Zahlung wird sofort abgewickelt. „Die Gebühren beim digitalen Euro müssen gegen Null gehen. Der digitale Euro ist – genauso wie Bargeld – ein öffentliches Gut. Seine Nutzung sollte daher so kostengünstig wie möglich sein“, sagt Trefelik.

Damit der digitale Euro für den Handel attraktiv ist, sollte er nicht nur kostengünstig, sondern auch praktisch nutzbar sein. Die Einführung von NFC-Zahlungen zusätzlich zu QR-Codes ist daher sinnvoll und richtet sich nach den gewohnten Zahlungsmethoden der Kund:innen.

„Damit die Einführung gelingt und der digitale Euro als Zahlungsmittel breite Akzeptanz findet, ist der Handel ein entscheidender Hebel. Ohne faire Bedingungen, die seine Interessen berücksichtigen, wird der Erfolg schwer erreichbar sein“, sagt der Bundesspartenobmann abschließend. (PWK060/DFS)

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