AK Dvořák zu Betrugsbekämpfung: Lohn-, Steuer- und Sozialbetrug schadet allen!

AK Dvořák zu Betrugsbekämpfung: Lohn-, Steuer- und Sozialbetrug schadet allen!

AK Stabsstelle zur Betrugsbekämpfung hat Unterentlohnung in Millionenhöhe angezeigt

Die AK Wien unterstützt das Engagement gegen Steuer- und Sozialbetrug von Finanzminister Markus Marterbauer und des Amts für Betrugsbekämpfung.

Gleichzeitig mahnt sie wirksame Strafen und weitere strukturelle Reformen ein, um Steuer- und Sozialbetrug durch Unternehmen erfolgreich bekämpfen zu können. Denn die Schäden sind enorm: Allein in der Baubranche verursacht Sozialbetrug laut Finanzpolizei rund 350 Millionen Euro pro Jahr. Betriebe, die Beschäftigte beim AMS „zwischenparken“, belasten die Arbeitslosenversicherung mit rund 700 Millionen Euro jährlich. Dazu kommen etwa 40 Millionen unbezahlte Mehr- und Überstunden – Lohnraub in Milliardenhöhe.

PRAXIS ZEIGT: LOHNBETRUG IMMER ÖFTER GESCHÄFTSMODELL

AK Chefjurist Ludwig Dvořák: „Unsere Beratungspraxis zeigt ganz deutlich, dass immer mehr Unternehmen Lohnbetrug zum Geschäftsmodell machen. Aus unserer Sicht ist klar: Wer betrügt, muss zahlen. Wer solche Methoden anwendet, darf nicht mit Samthandschuhen angefasst werden. Denn die Rechnung dafür zahlen andere – die Arbeitnehmer:innen, die um ihren Lohn gebracht werden; die ehrlichen Betriebe, die im unfairen Wettbewerb kaum mithalten können; und am Ende die Allgemeinheit, weil Steuern und Sozialbeiträge fehlen. Gerade in der derzeit angespannten Budgetsituation wären diese Einnahmen aber dringend nötig.”

AK STABSSTELLE FÜR BETRUGSBEKÄMPFUNG

Die AK hat bereits Ende 2023 eine eigene Stabsstelle für Betrugsbekämpfung eingerichtet. Dort werden verschachtelte Firmenkonstruktionen analysiert, Subunternehmerketten geprüft und Anzeigen erstattet. Insgesamt hat die Stabsstelle Unterentlohnung in der Höhe von fast 7 Millionen Euro angezeigt – mehr als 1.000 Arbeitnehmer: innen waren betroffen (Stand Dezember 2025).

Daher fordert AK höhere Strafen bei Verstößen gegen das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz. „Die Abschaffung des Kumulationsprinzips war extrem kontraproduktiv, denn zu niedrige Strafen sind keine Abschreckung, sondern eine Einladung. Sozialbetrug muss konsequent dort bekämpft werden, wo der größte Profit gemacht wird – bei Unternehmen, die systematisch Gesetze unterlaufen“, so Dvořák.

Deshalb setzt sich die AK schon lange für eine Erstauftraggeberhaftung und entsprechende Haftungsbestimmungen für die Arbeitskräfteüberlassung ein. Nur so kann man gewährleisten, dass Beschäftigte bekommen, was ihnen zusteht, faire Wettbewerbsbedingungen sichern und die öffentlichen Kassen schützen.

AK Wien – Kommunikation
Alexa Jirez
Telefon: +436646145075
E-Mail: alexa.jirez@akwien.at

Ausschließlich für Medienanfragen!
Für alle anderen Anfragen:
https://wien.arbeiterkammer.at/ueberuns/kontakt/index.html

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender