Durchschnittliche FSME-Saison 2025

Durchschnittliche FSME-Saison 2025

Wahrscheinlichkeit einer Infektion für ungeimpfte Personen unverändert

NACH DEM STARKEN FSME*-JAHR 2024 IST DIE ZAHL DER PERSONEN, DIE MIT EINER SOLCHEN INFEKTION HOSPITALISIERT WERDEN MUSSTEN, 2025 WIEDER LEICHT ZURÜCKGEGANGEN. NICHT GEÄNDERT HAT SICH DAS RISIKO FÜR MENSCHEN, DIE KEINEN IMPFSCHUTZ HABEN. INSBESONDERE PERSONEN ÜBER 50 JAHRE SIND HÄUFIGER UND HÄUFIGER SCHWER VON DER ERKRANKUNG BETROFFEN. ENTGEGEN WEITVERBREITETEN ANNAHMEN KÖNNEN AUCH KINDER UND SÄUGLINGE SCHWER ERKRANKEN. EXPERT:INNEN EMPFEHLEN DAHER NACH WIE VOR, SICH GEGEN FSME IMPFEN ZU LASSEN UND PUNKTUELL ZUSÄTZLICHE SCHUTZMASSNAHMEN WIE GESCHLOSSENE KLEIDUNG ZU ERGREIFEN.

FSME-FALLZAHLEN 2025 IM LANGJÄHRIGEN DURCHSCHNITT

2025 wurden laut Virusepidemiologischer Information (VEI) des Zentrums für Virologie der MedUni Wien 132 Personen mit FSME* hospitalisiert. [1] Weitere 26 Infizierte konnten ambulant behandelt werden. Gegenüber dem Jahr 2024, in dem 158 Personen aufgrund von FSME stationär therapiert werden mussten, war dies ein leichter Rückgang. Weit entfernt vom Rekordjahr 2020, in dem mehr als 200 stationäre FSME-Fälle registriert wurden.

Laut VEI würde dies die typischen jährlichen Schwankungen aufgrund von sozioökonomischen, klimatischen und/oder ökologischen Ursachen widerspiegeln, wie man sie ebenso in unseren Nachbarländern Deutschland und Schweiz kennt.

HOTSPOT OBERÖSTERREICH

53 FSME-Fälle wurden 2025 aus Oberösterreich gemeldet [1], 2024 waren es 49 gewesen. Erst weit dahinter mit jeweils 12 Fällen folgen die Bundesländer Niederösterreich, Steiermark, Tirol und Vorarlberg. „Die Hotspots verschieben sich immer ein bisschen“, sagt Doz.in Dr.in Ursula Hollenstein, Internistin und Infektiologin mit eigener Praxis in Wien, dazu. „Das betrifft sowohl die regionale Verbreitung als auch die Höhenlagen. Nicht umsonst wird im Österreichischen Impfplan das ganze Land als Endemiegebiet eingestuft.“ Zwar gibt es eine Häufung von FSME-Fällen im Sommer, dennoch entwickelt sich das Virus immer mehr zum Ganzjahres-Problem. 2025 wurde der erste Erkrankungsfall im April verzeichnet, der letzte im Dezember. „Je wärmer die Winter werden, desto häufiger werden wir zukünftig FSME-Erkrankungen sogar im Winter sehen“, befürchtet Hollenstein. „Daher ist es sinnvoll, sich bereits im Winter die Auffrischungsimpfung zu holen und nicht zu warten, bis die Zecken so richtig aktiv sind.“

ÜBER 50-JÄHRIGE BESONDERS STARK BETROFFEN

Seit Jahren wiederholt sich, dass Personen über 50 besonders oft mit FSME im Krankenhaus behandelt werden müssen. Die meisten Erkrankten waren 2025 in der Altersklasse zwischen 61 und 70 Jahren zu finden. Doch selbst Kinder und Jugendliche sind nicht vor FSME gefeit, obwohl diese Annahme nach wie vor kursiert. 14,4 %, der Betroffenen (19 Personen) waren letztes Jahr unter 15 Jahre alt, das ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr (13,3 %). Die jüngste erkrankte Person war ein 18 Tage altes Mädchen. [1] „Die Zahlen zeigen, dass man das Impfen von Kindern nicht vernachlässigen kann. Auch sie können längerfristig unter den Folgen einer Erkrankung leiden, was durch eine Impfung – sie ist laut Impfplan ab dem ersten Lebensjahr möglich – gut verhindert werden kann“, so Hollenstein.

SCHWERER VERLAUF BEI DER HÄLFTE DER BETROFFENEN

Die Schwere der Erkrankung ist bei den meisten Patient:innen dokumentiert. Von den 124 Personen, bei denen entsprechende Angaben gemacht wurden, hatte die Hälfte einen schweren Verlauf. Damit ist eine schwere Entzündung im Nervensystem gemeint, die nicht nur die Hirnhäute, sondern auch Gehirn, Rückenmark und/oder Nervenwurzeln betreffen kann. „Solche Erkrankungen können bei manchen noch lange negativ nachwirken – z. B. in Form von Konzentrationsstörungen, geringerer Belastbarkeit oder Sensibilitätsstörungen“, betont die Expertin.

IMPFEN ALS BESTE PRÄVENTION

Die FSME-Impfung gilt nach wie vor die beste Form der Vorbeugung. Im Österreichischen Impfplan werden drei Teilimpfungen als Grundimmunisierung empfohlen. Zwei davon sollen vor Beginn der Zeckensaison im Jänner bzw. Februar erfolgen. Auffrischungsimpfungen sind alle fünf Jahre (unter 60 Jahre) beziehungsweise alle drei Jahre (ab 60 Jahre) vorgesehen. [2] „Den Titer zu bestimmen, ist nicht sinnvoll“, ergänzt Hollenstein. „Auch dann nicht, wenn das Impfintervall überzogen wurde. Sobald die versäumte Impfung nachgeholt wurde, ist man automatisch wieder im richtigen Intervall.“ Geschlossene Kleidung z. B. beim Wandern durch hohes Gras sei zusätzlich zu empfehlen.

Für den Österreichischen Verband der Impfstoffhersteller

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