Post-Studie zeigt Paradoxon: KI boomt in Österreich, aber Digitalisierung wird gebremst wahrgenommen
Post-Studie zeigt Paradoxon: KI boomt in Österreich, aber Digitalisierung wird gebremst wahrgenommen
* ZWEI DRITTEL DER ÖSTERREICHISCHEN UNTERNEHMEN SETZEN AUF KÜNSTLICHE INTELLIGENZ (KI) – MEHR ALS DREIMAL SO VIELE WIE 2023.
* TROTZ KI-BOOM WIRD DER DIGITALISIERUNGS- UND AUTOMATISIERUNGSGRAD IN ÖSTERREICH NIEDRIGER ALS IN DEN JAHREN ZUVOR EINGESCHÄTZT UND LIEGT LEDIGLICH BEI 49 PROZENT.
* ANGST VOR DATENVERLUST UND -MANIPULATION IST MIT 45 PROZENT DIE GRÖSSTE HÜRDE AUF DIESEM WEG.
* EXTERNE EXPERTISE GEFRAGT: NUR JEDES ZWEITE GROSSE UNTERNEHMEN HAT DIE NÖTIGEN RESSOURCEN FÜR KI- UND DIGITALISIERUNGSPROJEKTE, BEI KLEINEREN UNTERNEHMEN IST ES NUR EIN DRITTEL.
Die dritte Digitalisierungsstudie* der Post Business Solutions zeigt ein ambivalentes Bild: Während Künstliche Intelligenz (KI) in den heimischen Unternehmen breit Einzug hält, treten viele beim digitalen Gesamtfortschritt auf der Stelle. 67 Prozent der befragten Betriebe nutzen bereits KI in verschiedenen Geschäftsbereichen. Im Vergleich zu 2023 ist das eine deutliche Zunahme – damals waren es lediglich 20 Prozent. Die Unternehmen sehen vor allem drei zentrale Vorteile durch den Einsatz von KI: die Automatisierung komplexer Aufgaben (57 Prozent), Produktivitätssteigerungen (52 Prozent) sowie schnellere Datenanalysen als Entscheidungsgrundlage (49 Prozent). „Gar keine Vorteile“ sehen nur vier Prozent (2023: 15 Prozent). Die Mehrheit (61 Prozent) ist sicher, dass KI ihr Geschäftsmodell in den nächsten fünf Jahren maßgeblich verändern wird. Kein Wunder also, dass Pilotprojekte zunehmend in den Regelbetrieb überführt werden, und 58 Prozent der Betriebe planen, KI in den kommenden zwölf Monaten noch stärker zu implementieren (2024: 35 Prozent). Dennoch bewerten nur 49 Prozent der Befragten ihren Digitalisierungsgrad als (eher) weit fortgeschritten – das sind sieben Prozentpunkte weniger als 2024.
„Der Einsatz von KI allein macht noch keine digitale Transformation. Die Zahlen zeigen deutlich: Österreichs Unternehmen kaufen zwar Tools und wollen KI noch stärker in ihre Geschäftsprozesse einbinden, aber die Hälfte der Unternehmen hat diesbezüglich keine klare Strategie. Ohne strukturierte Daten, strategische Ausrichtung und ausreichende Ressourcen bleibt jedoch die beste KI wirkungslos und die Digitalisierung der österreichischen Wirtschaft Wunschdenken – und das können wir uns im internationalen Wettbewerb nicht leisten.“, sagt BARBARA POTISK-EIBENSTEINER, Finanzvorständin der Österreichischen Post AG.
ANGST VOR DIEBSTAHL ODER MANIPULATION DER DATEN IST GRÖSSTES HINDERNIS
Als größtes Hindernis bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse nennt rund die Hälfte der österreichischen Unternehmen die Angst vor Datendiebstahl und -manipulation (45 Prozent). Hohe Investitionskosten (35 Prozent) und der Mangel an qualifiziertem Personal (31 Prozent) sind weitere Bremsfaktoren, verlieren im Vergleich zu den Vorjahren jedoch an Bedeutung. Auch hinsichtlich der Bedenken bei der Nutzung von KI gibt die Hälfte der Unternehmen die Angst vor Datenmissbrauch bzw. Datenschutzbedenken an. Weitere Unsicherheiten betreffen menschliche Gedankengänge, die nicht vollständig durch KI ersetzt werden können (54 Prozent), und die Schwierigkeit, zu überprüfen, ob die KI Fehler oder falsche Informationen liefert (48 Prozent). Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass der Einsatz von KI für – immer noch – ein gutes Drittel der Unternehmen nicht die erhoffte Effizienzsteigerung gebracht hat (35 Prozent vs. 38 Prozent 2024). In einem Punkt sind sich die heimischen Unternehmen klar einig: Für 94 Prozent bleibt menschliche Kontrolle beim Einsatz von KI essenziell. Das ist eine Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren (2023: 86 Prozent; 2024: 91 Prozent).
Barbara Potisk-Eibensteiner sagt: „Österreichs Unternehmen wissen, dass sie bei KI handeln müssen – doch viele betrachten die Technologie noch immer primär als Werkzeug zur Kostenoptimierung. Das ist zu kurz gedacht: Wer KI nur durch diese Brille sieht, wird kaum konkrete Use-Cases entwickeln, die echten Mehrwert schaffen. Genau dort liegt derzeit die größte Bremse. Mit der Post Business Solutions können wir Unternehmen genau dabei unterstützen – immerhin verfügen laut Studie nur 50 Prozent der großen und 33 Prozent der kleineren Unternehmen über ausreichende interne Ressourcen für KI- und Digitalisierungsprojekte.“
POST BUSINESS SOLUTIONS: KI-KOMPETENZ AUS EINER HAND
Post Business Solutions GmbH, 100-%-Tochter der Österreichischen Post AG, unterstützt Geschäftskund*innen dabei, ihre Post- und Dokumentenprozesse auszulagern und zu automatisieren. Das senkt Kosten und optimiert Abläufe. Als österreichisches Unternehmen mit höchsten Datenschutz- und Sicherheitsstandards steht die Post Business Solutions mit einem eigenen KI-Kompetenzcenter über 500 Kund*innen zur Seite, insbesondere im Krankenversicherungs- und ESG-Bereich. Wie groß der Hebel ist, zeigt etwa ihre Plattform DAiTA zur Dokumentenverarbeitung: Ein großes Unternehmen verarbeitet etwa 500.000 Dokumente pro Jahr – bei Kosten von sechs Euro pro Dokument entstehen jährlich Kosten in Höhe von drei Millionen Euro. Durch die intelligente Automatisierung lassen sich bis zu 60 Prozent dieser Kosten einsparen, was 1,8 Millionen Euro jährlich bei gleichzeitig steigender Dokumentenmenge entspricht. Mit ihrem neuen Produkt „Fraud Detection“ adressiert die Post Business Solutions die größte Sorge heimischer Betriebe: Manipulation und Datenmissbrauch. Das Produkt, das derzeit mit ersten Kund*innen getestet wird, kombiniert KI-gestützte Analyse mit menschlicher Kontrolle (Human-in-the-Loop). So lassen sich manipulierte oder gefälschte Dokumente identifizieren, Datenschutzvorfälle verhindern und fehlerhafte Datengrundlagen für KI-Systeme vermeiden.
GEORGE WALLNER, geschäftsführender Leiter der Post Business Solutions, weiß aus der Praxis: „Die Frage ist nicht mehr, ob Unternehmen KI einsetzen, sondern wie. 2026 muss die Frage im Zentrum stehen, um welchen Kontext es geht, nicht mehr nur um welches konkrete Modell. Denn die Datenqualität und konkrete Ziele entscheiden über den Erfolg. KI-Technologien werden immer leistungsfähiger und gleichzeitig kosteneffizienter. Doch entscheidend bleibt: Nur mit durchdachten Prozessen, strategischer Einbindung und vor allem Datensicherheit entsteht echter Mehrwert. Wer jetzt die richtigen Weichen stellt, sichert sich nachhaltige Wettbewerbsvorteile. Wir unterstützen Unternehmen dabei – von der Analyse über die Prozessgestaltung bis zur Implementierung und dem laufenden Betrieb.“
Die Studienergebnisse im Detail: https://www.post.at/g/c/digitalisierungsstudie
*ÜBER DIE STUDIE
Die Post Business Solutions hat bereits zum dritten Mal österreichische Unternehmen zu den Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz befragen lassen. Die Online-Erhebungen wurden im Juli 2023, im Oktober 2024 sowie zuletzt im Zeitraum von November 2025 bis Jänner 2026 durchgeführt. Die Studie wurde vom unabhängigen Marktforschungsinstitut marketagent umgesetzt. Befragt wurden 500 Entscheider*innen aus Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitenden, die fundierte Auskünfte zu Digitalisierung, Automatisierung, IT-Systemen und zum Einsatz von KI geben konnten.
Österreichische Post AG
Markus Leitgeb
Pressesprecher
Tel.: +43 57767 – 32010
markus.leitgeb@post.at
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