Förderstopp gefährdet Dekarbonisierung: Gebäudesanierung im Sinkflug

Förderstopp gefährdet Dekarbonisierung: Gebäudesanierung im Sinkflug

Die aktuelle Studie „Monitoring-System zu Sanierungsmaßnahmen in Österreich 2025“, die vom Institut für Bauen und Wohnen und vom Umweltbundesamt im Auftrag des Fachverbandes Steine-Keramik, des Zentralverbandes industrieller Bauproduktehersteller und der Gebäudehülle + Dämmstoff Industrie 2050 beauftragt wurde, kommt zu einer klaren Erkenntnis: Die thermische Sanierungsrate (Sanierung der Gebäudehülle) befindet sich im Sinkflug.

Lag sie Anfang der 2010er-Jahre noch bei 1,8 %, ist sie stetig auf aktuell 0,9 % gesunken.

SANIERUNGSRATE DEUTLICH UNTER ZIELPFAD

Die Gesamtsanierungsrate – also geförderte und ungeförderte, umfassende Sanierungen sowie kumulierte Einzelmaßnahmen – liegt 2024 bei rund 1,6 % des Wohnungsbestandes.

Simulationen auf Basis bisheriger Sanierungsraten und des Anteils thermisch unzureichender Gebäude zeigen jedoch klar: Um das Regierungsziel einer vollständigen Dekarbonisierung bis 2040 zu erreichen, müsste die Sanierungsrate rasch verdoppelt werden – auf 3 % (alle Wohnungen) beziehungsweise 2,7 % (nur Hauptwohnsitze).

KRITIK AM FÖRDERSTOPP

Entsprechend kritisch beurteilen die Auftraggeber der Studie den vom Umweltministerium für 2026 kurzfristig verhängten Förderstopp für die thermische Sanierung. Beim reinen Kesseltausch bleibt der Gesamtenergieverbrauch zum Großteil unverändert.

Robert Schmid, Obmann des Fachverbandes Steine-Keramik, betont, dass die Sanierung der Gebäudehülle die einzige Maßnahme sei, die Energieverbrauch und CO₂-Emissionen massiv senke.

Auch Wolfgang Amann vom Institut für Bauen und Wohnen sieht die einseitige Förderung des Heizungstauschs problematisch. Laut Studie wurde lediglich bei jedem zehnten Kesseltausch auch eine umfassende Sanierung durchgeführt. Damit bleiben mögliche zusätzliche Effekte – etwa für die Bauwirtschaft – unzureichend genutzt.

Die Verbände sprechen sich dafür aus, dass Förderwerber künftig wieder selbst entscheiden können, welche Maßnahmen im Einzelfall die besten Resultate bringen. Ein künstlicher Eingriff wie der aktuelle Förderstopp sei kontraproduktiv.

KLARE FORDERUNG FÜR 2027

Gunther Sames, Vorsitzender des Vorstands des Zentralverbandes der industriellen Bauproduktehersteller, fordert für die kommenden Förderperioden eine ausgewogene Ausgestaltung: _„Im Zuge der Ausschüttung von Förderungen für 2027 darf es zu keiner weiteren einseitigen Bevorzugung einzelner Technologien oder Branchen kommen. Die Förderlogik muss wieder ausgewogen, planbar und standortverträglich ausgestaltet werden.“_

STUDIE ABRUFBAR UNTER

Die vollständige Studie sowie eine kompakte Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie unter:

www.baumassiv.at

www.zib-baustoffe.at

www.gdi2050.at

Fachverband der Stein- und keramischen Industrie
DI Dr. Andreas Pfeiler
Telefon: + 43 (0) 5 90 900-3532
E-Mail: info@baustoffindustrie.at
Website: https://www.baustoffindustrie.at/

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