Österreichs Bildungswesen als Vorbild für Moldaus Reformkurs
Österreichs Bildungswesen als Vorbild für Moldaus Reformkurs
Studienreise moldauischer Bildungsdelegation nach Wien und Linz im Zeichen von Lehrpersonenausbildung, Inklusion und Digitalisierung
Auf Initiative von Österreichs Bildungs- und Internationalisierungsagentur OeAD war der moldauische Bildungsminister Dan Perciun vom 3. bis 6. März 2026 mit einer Delegation auf Studienreise in Wien und Linz. Im Fokus stand der vertiefte Austausch über die Erstausbildung von Lehrpersonen, insbesondere über die pädagogische Praxis. Die Republik Moldau zählt zu den engagierten Beitrittskandidaten für die Europäische Union. Im Auftrag des Bildungsministeriums unterstützt der OeAD mit seinem Kooperationsbüro in Chișinău seit 2003 nachhaltige Bildungsreformen in der jungen Republik. Dazu gehören systemrelevante und nachhaltige Projekte etwa in den Bereichen Inklusion und Berufsbildung.
Bildungsminister Christoph Wiederkehr empfing seinen moldauischen Amtskollegen zu einem Arbeitsgespräch. Wiederkehr unterstrich dabei die strategische Bedeutung der mehr als 20-jährigen bilateralen Zusammenarbeit: „Österreich und die Republik Moldau verbindet eine erfolgreiche, langjährige Zusammenarbeit im Bildungsbereich. Die Bildungskooperation im voruniversitären Bereich ist neben der neuen Österreichischen Auslandsschule Moldau Ausdruck unseres langfristigen Engagements für nachhaltige Reformpartnerschaften. Die Weiterentwicklung der Ausbildung von Lehrpersonen stärkt nicht nur die Lehr- und Bildungsqualität und verbessert die Chancen für die junge Generation vor Ort, sondern sie fördert auch die Integration in den Europäischen Bildungsraum.“
Im Fokus der Gespräche mit Moldau und dem OeAD standen Digitalisierung, Inklusion und Innovationsmodelle sowie insbesondere das EU-Programm Erasmus+ und der Europäische Qualifikationsrahmen EQF. „Der OeAD ist eine wichtige Kraft für Kooperationen und Innovationen im Bildungsbereich, nicht nur in Österreich, sondern auch darüber hinaus. Moldau ist im EU-Beitrittsprozess und unsere Aktivitäten unterstützen nicht nur den Reformprozess, sondern wirken sich auch positiv auf die Stabilität und die nachhaltige Bildungsentwicklung aus“, erklärte OeAD-Geschäftsführer Jakob Calice.
Bildungsminister Perciun betonte: „Die systematische Verankerung der schulischen Praxis in der theoretischen Ausbildung ist ein Schlüssel für die Professionalisierung angehender Lehrpersonen. Die wichtige Zusammenarbeit mit Österreich als unserem langjährigen Partner im Bildungsbereich liefert wichtige Impulse für die nachhaltige Weiterentwicklung unseres Ausbildungssystems.“
BILDUNGSKOOPERATION MIT MOLDAU
Mit seinem Programm „Bildungskooperation mit Ost- und Südosteuropa“ (BIKO) leistet der OeAD im Auftrag des Bildungsministeriums einen wichtigen Beitrag im Rahmen des EU-Beitrittsprozesses. Ziel ist es, den Dialog und langfristige Partnerschaften im Bildungsbereich zu stärken. Zu diesem Zweck finden auch Abstimmungen mit der EU-Agentur European Training Foundation statt. In Moldau haben bislang mehr als 37.000 Schülerinnen und Schüler, 6.000 Lehrpersonen und 350 Bildungsinstitutionen vom BIKO-Programm profitiert. Dabei wurden 20 mehrjährige Projekte vom OeAD mit moldauischen Partnern entwickelt und umgesetzt.
Zu den aktuellen Programmschwerpunkten der Bildungskooperation in der Republik Moldau zählen unter anderem das Projekt I-VET zur nachhaltigen Stärkung der inklusiven Berufsbildung und das Projekt VET-CONNECT, das die Zusammenarbeit zwischen Berufsbildungseinrichtungen und Unternehmen durch die Qualifizierung von Business-Koordinatorinnen und -Koordinatoren intensiviert.
Die moldauische Delegation besuchte außerdem die Pädagogische Hochschule Oberösterreich sowie die Europaschule Linz. Der Dialog mit Österreich ist für Moldau ein wesentlicher Impuls für die Modernisierung der Ausbildung von Pädagoginnen und Pädagogen. Seit September 2024 besteht daher ein vom OeAD initiierter intensiver Fachaustausch zwischen der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich und dem moldauischen Bildungsministerium. Gastgeber Rektor Walter Vogel zeigte sich erfreut über die Studienreise: „Dieser Besuch ist ein Zeichen für die Vertiefung der guten Partnerschaft mit der Republik Moldau. Es freut uns, unsere Erfahrungen in der Ausbildung von Pädagoginnen und Pädagogen mit den politischen Entscheidungsträgern und Fachexpertinnen und Fachexperten vor Ort teilen zu teilen und zugleich unseren eigenen Blickwinkel zu erweitern.“
Seit Herbst 2025 ist Österreich mit der neuen Österreichischen Schule Moldau (SAM) auch vor Ort präsent. Am 1. September 2025 nahm die inzwischen achte österreichische Auslandsschule in Chișinău eine HTL für Elektronik und Technische Informatik mit 48 Schülerinnen und Schülern den Betrieb auf. Die Lernenden profitieren von einer hochwertigen, innovativen Ausbildung mit starkem Praxisbezug. Sie werden von österreichischen und moldauischen Lehrkräften nach österreichischem Lehrplan unterrichtet. Neben der fundierten fachpraktischen und theoretischen Ausbildung wird auch dem Erwerb der deutschen Sprache besondere Bedeutung beigemessen.
Die moldauische Delegation führte weitere Gespräche mit Teach For Austria und der Austrian Development Agency (ADA).
Link zum OeAD-Folder „Moldau“ (in englischer Sprache): oead.at/moldau-folder
OeAD – Agentur für Bildung und Internationalisierung
Mag. Ursula Hilmar
Pressesprecherin
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