Rotes Kreuz zum Weltfrauentag: Mehr als 130 bewaffnete Konflikte weltweit – 670 Millionen Frauen von Gewalt, Vertreibung, Armut betroffen
Rotes Kreuz zum Weltfrauentag: Mehr als 130 bewaffnete Konflikte weltweit – 670 Millionen Frauen von Gewalt, Vertreibung, Armut betroffen
Österreichisches Rotes Kreuz fördert Frauenprojekte im Nahen Osten, Ostafrika oder Ukraine. Mitarbeiterinnen weltweit in Krisengebieten für Menschen in Not im Einsatz.
Mit der Eskalation im Nahen Osten steigt die Zahl der bewaffneten Konflikte auf weltweit mehr als 130. Millionen Menschen sind von Gewalt, Vertreibung und Armut betroffen – darunter über 670 Millionen Frauen, die laut den Vereinten Nationen in oder nahe an Konfliktgebieten leben.
„IM SUDAN WERDEN ZIVILISTINNEN VERGEWALTIGT, VERSCHLEPPT, GETÖTET“
Martina Schloffer, Bereichsleiterin Internationale Zusammenarbeit beim Österreichischen Roten Kreuz (ÖRK): „Gewalt gegen Frauen, insbesondere sexualisierte Gewalt, wird gezielt als Mittel der Kriegsführung eingesetzt. Schauen Sie etwa in den Sudan, wo Zivilistinnen vergewaltigt, verschleppt, getötet werden. Am heurigen Internationalen Frauentag denken wir an alle Frauen und Mädchen in Konfliktgebieten und fordern die internationale Staatengemeinschaft sowie Konfliktparteien weltweit auf, sie zu schützen! Nach dem Humanitären Völkerrecht dürfen Zivilistinnen und Zivilisten nicht angegriffen werden, jegliche Formen sexualisierter Gewalt sind verboten.“
UKRAINE: FRAUEN VERSORGEN MENSCHEN NACH LUFTANGRIFFEN
Schloffer weiter: „Gleichzeitig sind Frauen in allen Konflikten unerschütterliche Helferinnen. Sie engagieren sich für Geflüchtete, leisten in ihren Gemeinden Sozialarbeit, sind im Rettungsdienst im Einsatz oder unterstützen andere Frauen beim Aufbau eigener Unternehmen. In der Ukraine sind Frauen diejenigen, die den sozialen Besuchsdienst stemmen oder als Teil der Notfalleinsatz-Teams die Menschen nach Luftangriffen versorgen. Andere starten soziale Unternehmen, um selbst im aktiven bewaffneten Konflikt Arbeitsplätze zu schaffen. Das Österreichische Rote Kreuz fördert in der Ukraine, aber auch im Nahen Osten oder in Ostafrika Projekte zur Geschlechtergleichstellung und damit gleichberechtigte Teilhabe, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung.“
ROTES KREUZ FÖRDERT UNTERNEHMERINNEN IN SYRIEN
Die Österreicherin Marianne Pecnik ist erfahrene Katastrophenhelferin beim Roten Kreuz und seit Oktober 2025 im krisengebeutelten Syrien im Einsatz. Gemeinsam mit dem Syrisch-Arabischen Roten Halbmond verteilt sie Bargeldhilfen oder unterstützt beim Aufbau von Kleinunternehmen. „Viele Frauen können sich damit eine eigene Existenz aufbauen und unabhängiges Einkommen schaffen. Mit finanzieller Unterstützung des Roten Kreuzes konnte eine junge Frau in Homs ihr Nähatelier nach dem schweren Erdbeben im Februar 2023 neu aufbauen. In Latakia hat die 55-jährige Ilham mithilfe eines Zuschusses einen landwirtschaftlichen Betrieb zum Pilzanbau gestartet. Heute vertreibt sie ihre Pilze in der gesamten Provinz, Lieferverträge mit lokalen Restaurants sichern ihr regelmäßiges Einkommen. Solche Erfolgsgeschichten – vor allem die Resilienz der Frauen – bewegen mich täglich“, schildert Pecnik.
AFGHANISTAN: FRAUEN GEBEN HANDWERKLICHES UND WIRTSCHAFTLICHES WISSEN WEITER
In Afghanistan fördert das ÖRK seit 2022 Ausbildungsprogramme für Frauen, in Partnerschaft mit dem Dänischen Roten Kreuz und finanziert mit Mitteln der Austrian Development Agency (ADA).
In sechsmonatigen Kursen und Workshops bekommen Frauen nicht nur eine grundlegende handwerkliche Ausbildung in unterschiedlichen Berufen, sondern auch das notwendige wirtschaftliche Rüstzeug. „So können sie einen eigenen Kleinbetrieb aufbauen und damit sich und ihre Familie ernähren“, erklärt Christopher Bachtrog nach einem Projektbesuch. „Angeboten werden die Ausbildungen in Einrichtungen für Menschen, die von besonders großer Armut betroffen sind. Immerhin sind 95 Prozent der Menschen in diesen Einrichtungen Frauen. Unterrichtet werden sie von freiwilligen Helferinnen des Afghanischen Roten Halbmondes.“ Mehr als 200 Frauen haben bisher eine Ausbildung erhalten, im Jahr 2026 sollen weitere 400 folgen. Mehr lesen: www.roteskreuz.at/blog/hilfe-afghanistan
IN SUBSAHARA-AFRIKA MIT WASSERPROJEKTEN FRAUENRECHTE STÄRKEN
Seit 2023 stärkt das ÖRK im Rahmen des ADA-finanzierten Programms Skybird II die Rechte von Frauen und Mädchen in Äthiopien, Ruanda und Uganda. „In Subsahara-Afrika kämpfen die Menschen weiterhin um Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen – und die Verantwortung für Wasserbeschaffung lastet meist auf den Frauen und Mädchen. Daher binden wir besonders Frauen in unsere Wasser- und Sanitärprojekte ein, setzen sie in Führungsrollen ein, fördern einkommensschaffende Projekte. Mitarbeiter:innen des Roten Kreuzes klären auf Gemeindeebene über geschlechtsbasierte Gewalt, Frühverheiratung und weibliche Genitalverstümmelung auf. Ohne die Stärkung von Frauen und Mädchen kann nachhaltige Entwicklung nicht gelingen“, erklärt Michaela Pichler, Leiterin der Ostafrika-Programme beim ÖRK.
WO WIR HELFEN – Projektlandkarte des Österreichischen Roten Kreuzes: Hier klicken
DAS ROTE KREUZ BITTET DRINGEND UM SPENDEN ZUM AKTUELLEN KONFLIKT IM NAHEN OSTEN:
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Susanne Straif
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