KV-Speditionsarbeiter:innen: Konferenz der Betriebsrät:innen beschließt Betriebsversammlungen
KV-Speditionsarbeiter:innen: Konferenz der Betriebsrät:innen beschließt Betriebsversammlungen
Gewerkschaft vida hat kein Verständnis für von der WKÖ geforderten Verschlechterungen und fordert faire Lohnerhöhung für 9.000 Arbeiter:innen
Bei einer Konferenz diese Woche in Wien haben die Betriebsrät:innen aus dem Bereich der Speditions- und Lagereiarbeiter:innen einstimmig die Abhaltung von österreichweiten Betriebsversammlungen beschlossen, falls die Arbeitgeber:innen auch in der kommenden dritten KV-Verhandlungsrunde am 18. März 2026 kein annehmbares Angebot vorlegen, sagt Markus Petritsch, Vorsitzender des Fachbereichs Straße in der Gewerkschaft vida.
Anlass für diesen Beschluss sei die am 2. März ergebnislos verlaufene zweite KV-Verhandlungsrunde für die rund 9.000 Arbeiter:innen in den österreichischen Speditions- und Lagereibetrieben zwischen der Gewerkschaft vida und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Dabei haben die Arbeitgeber ein Angebot von 2,2 Prozent gemacht. „Das Angebot liegt weit unter der für eine Lohnerhöhung maßgeblichen rollierenden Inflation von 3,6 Prozent im vergangenen Jahr. Zudem werden von den Arbeitgebern massive Verschlechterungen beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie bei den Ruhezeiten gefordert“, reagierte Petritsch mit Unverständnis.
„In einer für die kritische Infrastruktur so wichtigen Branche, ohne die in Österreich nichts geht, sollte es vielmehr Ziel sein, neben fairen Lohnerhöhungen auch die Arbeitsbedingungen zu attraktiveren, um mehr Stammpersonal zu halten und neues Personal zu gewinnen“, so der vida-Gewerkschafter weiter. Die WKÖ erwarte sich von der Logistikstrategie der Bundesregierung Maßnahmen zur Bewältigung des Personalmangels im Fahr- und Lagerbereich. „Hier sind die Arbeitgeber am Zug und müssen ihren Anteil dazu mit einem besseren Angebot beitragen“, betont Petritsch weiter – mit dem vorliegenden Angebot werde die Branche für Arbeitskräfte aber nicht anziehender werden.
Der Mindestlohn bei Arbeiter:innen liegt für 38,5 Stunden die Woche bei 2.280,55 Euro im Monat – netto entspricht dies rund 1.800 Euro. „Die hohe Teuerung der letzten Jahre ist für Arbeitnehmer:innen mit geringem Haushaltseinkommen deutlich stärker spürbar als für Gutverdiener:innen“, betont Petritsch die Notwendigkeit einer Kaufkraftstärkung für die Beschäftigten. Die Lohnsteigerungen würden zudem sofort wieder in den Konsum fließen und somit auch den heimischen Handel stärken.
Zu den Branchenriesen in Österreich zählen vorwiegend die Speditionen Gebrüder Weiss, Schenker, DHL, Kühne+Nagel, Amazon sowie u.a. auch DPD oder die Nagel Group. Die Bruttowertschöpfung der gesamten Branche habe laut WKÖ-Branchendaten 2023 in Summe 2.622 Mio. Euro betragen. Davon entfiel knapp die Hälfte (49,4 Prozent bzw. 1.295 Mio. Euro) auf Großunternehmen, das heißt auf 23 Unternehmen mit 250 oder mehr Beschäftigten in Österreich. Die Bruttowertschöpfung eines Beschäftigten lag laut aktueller AK-Branchenanalyse 2024 bei 95.499 Euro und sei damit trotz real gesunkenen Umsätzen höher als im Vorjahr. „Die Produktivität ist damit wieder gestiegen“, erwartet sich Petritsch in der dritten KV-Runde ein faires Angebot.
Gewerkschaft vida / Öffentlichkeitsarbeit
Hansjörg Miethling
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E-Mail: hansjörg.miethling@vida.at
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