Moosbrugger fordert weitere Stärkung von Almauftrieb und Behirtung
Moosbrugger fordert weitere Stärkung von Almauftrieb und Behirtung
Klimawandel bringt neue Herausforderungen – Leistungsvielfalt im Sinne aller erhalten
Welche Verbesserungen im Sinne der heimischen Almbäuerinnen und -bauern erreicht werden konnten und was es gleichzeitig für die Zukunft braucht, erläuterte LK Österreich-Präsident JOSEF MOOSBRUGGER Ende der vergangenen Woche bei der Hauptversammlung der Almwirtschaft Österreich in Wien. So konnten die Auftriebszahlen beim Almvieh dank verschiedenster Maßnahmen wieder stabilisiert werden. Gleichzeitig fordert Moosbrugger auch in Richtung EU-Kommission und Regierung, den Almauftrieb und die Behirtung weiter zu stärken. Das ist notwendig, da die Almpflanzen klimawandelbedingt meist üppiger wachsen und mehr Tiere und ein noch gezielteres Weidemanagement benötigt werden, um die Almflächen für die Zukunft offenhalten zu können – im Sinne der Gesamtgesellschaft.
Stabilisierung der Auftriebszahlen – Mittel für die Zukunft sicherstellen
„Nach vielen Jahren der allmählichen Abnahme konnten die Auftriebszahlen zuletzt wieder stabilisiert werden. Diese Entwicklung gilt es fortzusetzen bzw. weiter zu verbessern, da die Zahl der auftreibenden Betriebe selbst abgenommen hat“, betonte Moosbrugger mit kritischem Blick insbesondere auf die „mehr als verbesserungswürdigen Finanzpläne der EU-Kommission“. 2025 wurden in den Sommermonaten rund 260.000 Großvieheinheiten (GVE), bestehend aus 300.000 Rindern (u.a. 50.000 Milchkühe), 103.000 Schafen, 13.500 Ziegen und 10.500 Pferden, auf die österreichischen Almen gebracht. Rund 322.000 Hektar Almfutterfläche (netto), was mehr als der Fläche von ganz Vorarlberg entspricht, werden dabei nachhaltig und unter Produktion hochqualitativer Lebensmittel wie Milch, Käse, Fleisch und Speck bewirtschaftet.
Fördermodell, Futterflächenermittlung und Meldesystem verbessert
„Diese weitgehende Stabilisierung von Auftriebszahlen und Fläche ist auf eine stärkere Gewichtung der tierbezogenen Zahlungen zu Beginn der aktuellen Förderperiode und das Impulsprogramm für die Landwirtschaft mit erhöhten Ausgleichszahlungen zurückzuführen. Auch ist es uns in gemeinsamen Anstrengungen gelungen, die höchst komplizierten Einzeltier-Meldeverfahren bei Schafen und Ziegen zu vereinfachen und nach jahrelangen Diskussionen außerdem für mehr Stabilität und Rechtssicherheit bei der Almfutterflächenermittlung zu sorgen“, unterstrich der LKÖ-Präsident, der allen Beteiligten, insbesondere Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und Almwirtschaftsobmann Sepp Obweger, für die konstruktive Zusammenarbeit und ihren Einsatz im Sinne der Almwirtschaft und ganz Österreichs dankte.
Klimawandel erfordert mehr Vieh und professionelles Weidemanagement
„Klar ist gleichzeitig, dass der Klimawandel meist zu einem verstärkten Pflanzen- und Futterwachstum auf den Almen samt Verlängerung der Vegetationsperiode führt, jedoch nur, wenn es ausreichend Niederschläge gibt. Gleichzeitig ist nämlich auch Wassermangel ein stark zunehmendes Problem auf Almen“, erklärte Moosbrugger. „Damit bei einem üppigeren Wachstum nicht nur die besonders schmackhaften Gräser, sondern die gesamten Flächen abgefressen und vor der Verbuschung bewahrt werden, braucht es mehr Tiere, idealerweise in Kombination mit einer Koppelwirtschaft, bei der eine Fläche nach der anderen gezielt abgeweidet wird. Ansonsten bleiben einzelne, oftmals konkurrenzstarke Pflanzenarten über, die dann mit enormem Zeit- und Arbeitsaufwand mühselig entfernt werden müssen.“
„Auch wegen dieser klimabedingten Entwicklung gilt es, den Almauftrieb und die Behirtung weiter zu stärken. Hirtinnen und Hirten sind eine unverzichtbare Grundlage für ein solch professionelles Weidemanagement, Tierwohl und Biodiversität auf den Almen“, unterstrich Moosbrugger, der seit seiner Kindheit eng mit der Almwirtschaft verbunden ist und selbst jedes Jahr sein Jungvieh auf eine Alpe treibt.
Biodiversitätsleistungen den bäuerlichen Betrieben anerkennen
„Almen sind nicht nur wichtige Wirtschafts- und Erholungsräume, sondern auch Hotspots der Biodiversität. Die Almbäuerinnen und Almbauern und ihr Vieh schaffen wertvolle Lebensräume für seltene und bedrohte Pflanzen- und Tierarten, die es sonst in unserem Land bzw. gar nicht mehr gäbe. Diese unverzichtbaren Biodiversitätsleistungen müssen den bäuerlichen Betrieben anerkannt und für die Zukunft abgesichert werden – auch im Rahmen der künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik“, forderte der LKÖ-Präsident, der auch hierbei von Zukunftsinvestitionen spricht.
Gemeinsam für ein gutes und sicheres Miteinander auf den Almen
Moosbrugger zeigte sich zudem froh, dass es in den letzten Jahren mit verschiedensten Maßnahmen gelungen ist, die Bewusstseinsbildung für ein gutes Miteinander auf den Almen und somit die Sicherheit zu stärken – auch mittels Verhaltensregeln und Warntafeln. „Mit Aufstellung dieser Hinweistafeln und durch die Änderung der Tierhalterhaftung konnte auch die Situation für die Almbäuerinnen und -bauern soweit verbessert werden, dass diese weiterhin bereit sind, die Almen zu bewirtschaften – eine unverzichtbare Basis für den Sommertourismus vieler Regionen“, betonte Moosbrugger, der auch an diverse Tourismusorganisationen, alpine Vereine und andere Nutzergruppen appellierte, sich aktiv an Information, Bewusstseinsbildung und Prävention zu beteiligen – im Sinne aller Beteiligten. „Es gibt weiter viel zu tun im Bereich der Aufklärungsarbeit“, so der LKÖ-Präsident, der vor allem das Mitführen von Hunden auf den Almen als sehr problematisch ansieht.
Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ)
Mag. Claudia Jung-Leithner,
Pressesprecherin & Leitung Kommunikation,
Telefon: +43 676 83441 8770,
E-Mail: c.jung-leithner@lk-oe.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender