Ö3-Jugendstudie: Jede vierte junge Person fühlt sich psychisch schlecht – BÖP setzt sich für rasches Handeln ein
Ö3-Jugendstudie: Jede vierte junge Person fühlt sich psychisch schlecht – BÖP setzt sich für rasches Handeln ein
BÖP betont die Wichtigkeit klinisch-psychologischer und schulpsychologischer Unterstützung junger Menschen
In der heutigen Zeit sind junge Menschen zahlreichen Belastungen ausgesetzt. Diese reichen von Klimawandel, politischen Krisen und Kriegen bis hin zu Social Media und Künstlicher Intelligenz. Die Ergebnisse der Ö3-Jugendstudie unterstreichen ein Anliegen, das für den Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) zentral ist: Viele junge Menschen fühlen sich psychisch schlecht und benötigen daher mehr Unterstützung.
VON OPTIMISMUS ZU ÄNGSTEN UND PSYCHISCHEN BELASTUNGEN
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die jungen Menschen trotz der Belastung durch die vielen Krisen zuversichtlich bleiben und ihrer persönlichen Zukunft optimistisch entgegensehen (86%). Dennoch wird deutlich, dass die Krisen auf die psychische Gesundheit schlagen: Denn die junge Generation macht sich viele Sorgen, vor allem um Geld, soziale Unruhen, Zuwanderung, Wirtschaftskrisen und die Umwelt. Insgesamt gaben 59% an, dass ihnen die weltweite Situation rund um Klima, Kriege, Armut, Diktaturen und Zuwanderung Angst macht. Außerdem gaben 26% an, sich psychisch eher schlecht oder sehr schlecht zu fühlen und 38% sehen psychische Probleme als Tabuthema, über das man besser nicht sprechen sollte.
BÖP PLÄDIERT FÜR EIN RASCHES HANDELN BEI PSYCHISCHEN BELASTUNGEN
„Diese Zahlen verdeutlichen, was wir als Psychologinnen und Psychologen schon lange wissen: Junge Menschen befinden sich in einer Lebenslage, in der sie zahlreichen psychischen Belastungen ausgesetzt sind“, so die BÖP-Präsidentin, a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger. „Bei psychischen Belastungen und Erkrankungen gilt: Je schneller reagiert wird, desto besser. Hier sehen wir eine große Chance bei jungen Menschen. Es ist wichtig, psychische Belastungen junger Menschen ernst zu nehmen und frühzeitig zu handeln. Wenn nichts dagegen unternommen wird, sehen wir einer großen Anzahl psychischer Erkrankungen in der Zukunft entgegen.“
BEDEUTSAME PROJEKTE ZUM SCHUTZ DER JUNGEN GENERATION
Klinische Psycholog:innen mit Schwerpunkt Kinder-, Jugend- und Familienpsychologie sind wichtige Ansprechpartner:innen für psychische Belastungen von jungen Menschen. Sie sind auch Teil des Projekts „Gesund aus der Krise“, in dem klinisch-psychologische, gesundheitspsychologische, psychotherapeutische und musiktherapeutische Behandlung angeboten wird und das sich zum Ziel gesetzt hat, Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, die derzeitigen multiplen Krisen zu bewältigen. Aktuell stellt „Gesund aus der Krise“ bei jungen Menschen einen anhaltend hohen Unterstützungsbedarf fest. Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie hier: https://gesundausderkrise.at/
SCHULE ALS ZENTRALER ORT MIT WÜNSCHEN FÜR DIE ZUKUNFT
Aus den Umfrageergebnissen geht außerdem hervor, dass sich die Generation Z zahlreiche Veränderungen in der Schule wünscht, vor allem mehr Wissen für das Leben, Allgemeinwissen, Raum für Diskussionen und interaktives Lernen. Der BÖP nimmt dies zum Anlass, die Wichtigkeit der Schulpsychologie zu unterstreichen.
DER AUSBAU DER SCHULPSYCHOLOGIE ALS SCHUTZFAKTOR
„Die Schule ist ein zentraler Ort für junge Menschen. In einer ihrer sensibelsten Lebensphasen verbringen sie den Großteil ihrer Zeit in der Schule. Es sollte selbstverständlich sein, dass an so einem prägenden Ort Expert:innen für mentale Gesundheit vor Ort sind“, betont a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger. Gleichzeitig plädiert der BÖP für eine Stärkung der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Psycholog:innen. „Lehrkräfte stehen unter enormem Druck. Schulpsycholog:innen können dabei helfen, sie zu entlasten, wodurch diese mehr Kapazitäten für ihre Schüler:innen haben“, so a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger.
An der Ö3-Jugendstudie nahmen im März 2026 insgesamt rund 13.500 Personen zwischen 16 und 25 Jahren teil. Angesichts der Ergebnisse der Studie macht der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) auf die Wichtigkeit der Psychologie, insbesondere der Klinischen Psychologie und Schulpsychologie, im Umgang mit jungen Menschen aufmerksam. Denn eines ist klar: Psychische Probleme und Belastungen müssen präventiv angegangen werden – ansonsten droht eine massive Zunahme an psychischen Störungen in der Zukunft.
Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP)
Nathalie Winterink, BA BSc MSc
Telefon: 0670 35 41 296
E-Mail: presse@boep.at
Website: https://www.boep.or.at
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