Studie zeigt großes Potenzial erneuerbarer Energien in Österreich für 2030 und 2040
Studie zeigt großes Potenzial erneuerbarer Energien in Österreich für 2030 und 2040
Darstellung der Potenziale bis auf Gemeindeebene unter https://gtif-austria.info/
EINE UMFASSENDE STUDIE ZU DEN ERNEUERBAREN ENERGIEPOTENZIALEN ZEIGT: ÖSTERREICH VERFÜGT ÜBER ERHEBLICHE AUSBAUPOTENZIALE IN ALLEN RELEVANTEN TECHNOLOGIEN UND KANN SEINE KLIMAZIELE BIS 2040 BEI KONSEQUENTER UMSETZUNG ERREICHEN. DIE IM AUFTRAG DES KLIMA- UND ENERGIEFONDS IM RAHMEN SEINES JAHRESPROGRAMMES 2022 BEAUFTRAGTE ANALYSE LIEFERT ERSTMALS EINE METHODISCH EINHEITLICHE UND RÄUMLICH HOCHAUFLÖSENDE BEWERTUNG DER REALISIERBAREN POTENZIALE ERNEUERBARER ENERGIEN FÜR DIE JAHRE 2030 UND 2040.
Infrastrukturminister Peter HANKE: „Die Studie zeigt klar: Der Ausbau erneuerbarer Energien ist untrennbar mit einer modernen, leistungsfähigen Infrastruktur verbunden. Nur durch den konsequenten Ausbau und die Weiterentwicklung unserer Strom- und Wärmenetze sowie durch zusätzliche Speicher- und Flexibilitätslösungen können wir die vorhandenen Potenziale tatsächlich nutzen.“
Wirtschaftsminister Wolfgang HATTMANNSDORFER: „Österreich hat das Potenzial, sich mit erneuerbarer Energie unabhängig, wettbewerbsfähig und zukunftsfit aufzustellen und das ist auch das Gebot der Stunde. Energie ist Standortpolitik – günstige, sichere und saubere Energie entscheidet über Jobs, Investitionen und Wachstum. Jetzt geht es um die intelligente Umsetzung: Mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz bringen wir Tempo in Genehmigungen und den dringend notwendigen Netzausbau, damit die Potenziale auch tatsächlich gehoben werden. Denn ohne konsequenten Ausbau der Erneuerbaren im Einklang mit der Netz- und Speicherinfrastruktur gibt es keine leistbare Energie und keine starke Wirtschaft.“
Klimaschutzminister Norbert TOTSCHNIG: „Die Studie macht deutlich, wo und wie erneuerbare Energien einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele in Österreich leisten können. Entscheidend ist nun die konsequente Umsetzung: Der gezielte Ausbau erneuerbarer Energien, kombiniert mit Effizienzmaßnahmen und nachhaltiger Nutzung vorhandener Ressourcen in den Regionen, ist der Schlüssel für eine klimaneutrale Zukunft und die heimische Wirtschaft.“
WICHTIGE GRUNDLAGE FÜR POLITISCHE UND WIRTSCHAFTLICHE ENTSCHEIDUNGEN
Die Studie stellt eine zentrale Datengrundlage für zukünftige energiepolitische Entscheidungen dar. Klima- und Energiefonds Geschäftsführer Bernd VOGL: „Durch die Kombination aus technologischer Detailanalyse, räumlicher Verortung und der Einbettung in allgemeine Rahmenbedingungen bietet sie eine fundierte Basis für den zielgerichteten Ausbau erneuerbarer Energien in Österreich.“
DEUTLICHES AUSBAUPOTENZIAL ÜBER ALLE TECHNOLOGIEN HINWEG
Die Studie zeigt, dass Österreich bis 2030 und 2040 über erhebliche realisierbare Potenziale bei erneuerbaren Energien verfügt. Die Mobilisierung dieser Potenziale ist weniger durch technische Grenzen als durch Rahmenbedingungen wie Energieinfrastruktur, Flächenverfügbarkeit und Akzeptanz bestimmt.
Im Strombereich weisen Photovoltaik und Windenergie die größten zusätzlichen Ausbaupotenziale auf. Photovoltaik kann bis 2040 einen Beitrag von bis zu rund 50 TWh pro Jahr leisten, mit einem klaren Schwerpunkt auf Gebäuden und bereits versiegelten Flächen. Die Windenergie erreicht je nach Entwicklungspfad bis zu rund 42 TWh pro Jahr. Die Wasserkraft bleibt eine tragende Säule der Stromversorgung; zusätzliche Beiträge ergeben sich vor allem durch die Optimierung bestehender Anlagen und liegen insgesamt bei bis zu rund 10 TWh pro Jahr.
Im Wärmesektor identifiziert die Studie besonders große und systemisch zentrale Potenziale bei Umwelt- und Umgebungswärme sowie bei der oberflächennahen Geothermie. Diese Quellen können – vor allem in Kombination mit Wärmepumpen – jeweils realisierbare erneuerbare Beiträge von bis zu rund 20 TWh pro Jahr leisten und zählen damit zu den wichtigsten Bausteinen einer klimaneutralen Wärmeversorgung. Ergänzend tragen Abwärme, Solarthermie und – standortabhängig – tiefe Geothermie zur Wärmewende bei.
Bioenergie ist bereits heute ein zentraler Pfeiler der österreichischen Energieversorgung. Das realisierbare Gesamtpotenzial liegt im Jahr 2040 bei rund 59 bis 72 TWh pro Jahr, wobei die untere Bandbreite in etwa dem heutigen energetischen Nutzungsniveau entspricht. Eine Ausweitung der Gesamtmenge ist möglich, eine veränderte Nutzung erscheint hingegen aus systemischer Sicht sinnvoll wie zum Beispiel ein Fokus auf die Nutzung von Prozesswärme.
GEBÄUDE UND ENERGIEINFRASTRUKTUR ALS SCHLÜSSEL FÜR DIE ENERGIEWENDE
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die Schlüsselrolle von Gebäuden und bestehender Infrastruktur für den Ausbau erneuerbarer Energien. Insbesondere bei der Photovoltaik liegt der Großteil der realisierbaren Potenziale auf Dächern, Fassaden sowie auf bereits versiegelten oder vorbelasteten Flächen wie Betriebsarealen, Parkplätzen und Infrastrukturanlagen.
Diese flächenschonende Nutzung ermöglicht einen substanziellen Ausbau bei vergleichsweise hoher Akzeptanz und geringeren Nutzungskonflikten. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass der weitere Ausbau von Photovoltaik und Windenergie zwingend mit einem konsequenten Ausbau und einer Weiterentwicklung der Stromnetze sowie mit zusätzlichen Speicher- und Flexibilitätsoptionen verknüpft sein muss, um die fluktuierende Erzeugung systemverträglich integrieren zu können.
Auch im Wärmesektor kommt Gebäuden und Infrastruktur eine zentrale Rolle zu: Die Nutzung von Umwelt- und Abwärme, oberflächennaher Geothermie sowie weiterer erneuerbarer Wärmequellen hängt wesentlich vom Sanierungsstand der Gebäude, von niedrigen Systemtemperaturen und vom gezielten Ausbau effizienter Nah- und Fernwärmenetze ab. Eine integrierte Planung von Gebäuden, Energie- und Netzinfrastruktur ist damit ein zentraler Hebel für eine effiziente und sozial verträgliche Energiewende.
BANDBREITEN AN REALISIERBAREN POTENZIALEN ZEIGEN UNTERSCHIEDLICHE ENTWICKLUNGSPFADE
Die Studie weist Bandbreiten bei den realisierbaren Potenzialen für 2030 und 2040 aus, von „Low“ über „Medium“ bis „High“. Diese kennzeichnen unterschiedliche politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, welche in entsprechenden Storylines beschrieben werden. Während gemäß der unteren Bandbreite zentrale Klimaziele verfehlt werden, zeigt die obere Bandbreite, dass eine nahezu vollständige erneuerbare Energieversorgung bis 2040 erreichbar ist.
ÜBER DIE STUDIE
Die Studie „Erneuerbare Energiepotenziale in Österreich für 2030 und 2040“ wurde unter der Leitung des AIT Austrian Institute of Technology gemeinsam mit dem Umweltbundesamt, der TU Wien, AEE INTEC und der Energiewerkstatt im Auftrag des Klima- und Energiefonds durchgeführt. Ziel war es, eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Energiepolitik, Raumplanung und Investitionen zu schaffen. Sie analysiert sieben Technologiefelder sowie die zukünftige Energienachfrage und liefert eine umfassende Bewertung technischer und realisierbarer Potenziale. Darüber hinaus wurden die Ergebnisse in einer öffentlich zugänglichen Web-GIS-Plattform aufbereitet, die eine transparente Darstellung der Potenziale bis auf Gemeindeebene ermöglicht und somit eine solide Basis für weiterführende Analysen darstellt.
Darstellung der Ergebnisse: https://gtif-austria.info/
Zur Studie: https://www.klimafonds.gv.at/publikation/erneuerbare-energiepotenziale-in-oesterreich-fuer-2030-und-2040/
Klima- und Energiefonds
Mag. Katja Hoyer
Telefon: +43/1/585 03 90-23
E-Mail: katja.hoyer@klimafonds.gv.at
Website: https://www.klimafonds.gv.at
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