ÖVI Maklerdialog 2026: „Der Markt stabilisiert sich – der Wohnungsmangel kommt erst“

ÖVI Maklerdialog 2026: „Der Markt stabilisiert sich – der Wohnungsmangel kommt erst“

Immobilienbranche warnt vor massivem Angebotsdefizit ab 2026/27

Unter dem Leitthema „Märkte unter Druck“ diskutierten über 100 Experten beim 10. ÖVI Maklerdialog am 6. Mai 2026 die aktuellen Entwicklungen am österreichischen Immobilienmarkt. Die zentrale Botschaft der Veranstaltung: Nicht die Nachfrage bricht weg – sondern die Neubauaktivität. „Die Immobilienmärkte ordnen sich nach dem Ende der Nullzinsphase neu. Während sich die Nachfrage langsam stabilisiert, sinkt die Bautätigkeit dramatisch. Genau daraus entsteht das eigentliche Risiko der kommenden Jahre: ein struktureller Wohnungsmangel“, so der Tenor der Marktanalyse von Manuel Plachner, ÖVI Vorstand, basierend auf Auswertungen von immoanalyse/Matthias Grosse.

NEUBAUMARKT BRICHT EIN – NACHFRAGE BLEIBT BESTEHEN

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in Wien: Wurden 2021 noch rund 15.200 Wohnungen fertiggestellt, werden für 2026 nur noch etwa 8.500 Wohnungen erwartet – ein Rückgang von fast 50 Prozent. Laut Einschätzung des IIBW liegt der Bedarf bei rund 12.000 Wohnungen jährlich. Gleichzeitig bleibt die demografische Nachfrage hoch: Wien wächst weiterhin stark, ebenso Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck. Noch ist der Markt nicht akut leer, aber die Pipeline trocknet zunehmend aus.

MIETMARKT ZUNEHMEND UNTER DRUCK

Besonders kritisch entwickelt sich laut Analyse der Mietmarkt. Die Zahl neu inserierter Mietwohnungen ist in Wien seit 2022 um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Mietwohnungen weiter an, da Eigentum für viele Haushalte aufgrund des Zinsniveaus und der Eigenkapitalanforderungen schwer finanzierbar bleibt. „Der Druck wird sich künftig vor allem am Mietmarkt bemerkbar machen. Sinkendes Angebot bei wachsender Bevölkerung führt zwangsläufig zu steigender Konkurrenz um Wohnraum“, wurde beim Maklerdialog betont.

NACHFRAGE NACH EIGENTUM STABILISIERT SICH

Nach dem starken Rückgang der Transaktionen infolge steigender Zinsen zeigen aktuelle Zahlen eine Stabilisierung – insbesondere bei gebrauchten Wohnungen. Der Markt passe sich zunehmend an das neue Finanzierungsumfeld an.

Die Preisentwicklung zeigt laut den präsentierten Daten ebenfalls ein differenziertes Bild: Nominal konsolidieren sich die Preise, inflationsbereinigt kam es jedoch bereits zu deutlichen Korrekturen der vergangenen Überhitzung.

GEWERBEIMMOBILIEN: QUALITÄT SETZT SICH DURCH

Auch der Gewerbeimmobilienmarkt bleibt herausfordernd. Während hochwertige Büroflächen weiterhin gefragt sind und Spitzenmieten steigen, geraten sekundäre Standorte zunehmend unter Druck. Steigende Leerstände und zurückhaltende Finanzierungen prägen das Bild.

ÖVI MAKLERDIALOG ALS BRANCHEN-UPDATE

Neben Marktanalysen standen beim diesjährigen ÖVI Maklerdialog auch rechtliche Neuerungen, steuerliche Entwicklungen sowie technische Innovationen im Fokus. Diskutiert wurden unter anderem Künstliche Intelligenz in der Immobiliensuche, aktuelle Änderungen im Wohnrecht, Fragen zu Mietverträgen und Wertsicherung sowie datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen für Drohnenaufnahmen in Immobilieninseraten.

Der ÖVI Maklerdialog gilt als eines der wichtigsten jährlichen Update-Formate für Maklerunternehmen und deren Mitarbeiter:innen in Österreich.

ÖVI – Österreichischer Verband der Immobilienwirtschaft
MMag. Anton Holzapfel
Telefon: +436766311566
E-Mail: a.holzapfel@ovi.at
Website: https://www.ovi.at

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