„Zero Points für Antisemitismus“: Grüne Jugend stellt sich gegen ESC-Boykotte Israels

„Zero Points für Antisemitismus“: Grüne Jugend stellt sich gegen ESC-Boykotte Israels

Kothe: „Mit unserer Aktion wollen wir zeigen, dass es auch in unserer Generation klare Stimmen gegen antisemitische Boykotte gibt“

Anlässlich des ersten Halbfinals des Eurovision Song Contests in Wien setzt die Grüne Jugend mit einer Banneraktion ein Zeichen gegen Boykott- und Ausschlussforderungen gegenüber der israelischen ESC-Delegation. „Beim ESC wird gerne betont, dass man gegen jede Form von Diskriminierung steht – wenn es aber um Antisemitismus geht, wird oft geschwiegen, relativiert oder geleugnet“, erklärt Philipp Kothe, Sprecher der Grünen Jugend. „Gerade Österreich trägt eine besondere historische Verantwortung, sich jeder Form von Antisemitismus entgegenzustellen. Wir solidarisieren uns mit der israelischen Delegation und allen Betroffenen antisemitischer Hetze. Für uns gilt: Enjoy Eurovision and give zero points to antisemitism.“

Die Grüne Jugend betont zugleich, dass Kritik an der israelischen Regierung legitim ist. „Kritik an der Kriegsführung in Gaza oder an der Siedlungspolitik im Westjordanland ist nicht antisemitisch“, so Kothe. „Antisemitismus beginnt dort, wo Israel delegitimiert, dämonisiert oder nach anderen Maßstäben beurteilt wird als andere Staaten. Wer jüdische oder israelische Menschen pauschal verantwortlich macht oder sie deshalb von Veranstaltungen wie dem ESC ausschließen will, knüpft an eine lange Tradition antisemitischer Boykotte an.“

Kothe kritisiert außerdem die politische Wirkung solcher Forderungen: „Ein Ausschluss würde nicht die israelische Regierung treffen, sondern den regierungskritischen Sender KAN und die progressive ESC-Community in Israel. Damit würden ausgerechnet jene geschwächt, die sich für einen politischen Wandel einsetzen. Jüdische Kunst- und Medienschaffende zu boykottieren, hat mit emanzipatorischer Politik nichts zu tun.“

Laut einer vom STANDARD beauftragten Market-Umfrage sprechen sich 28 Prozent der Menschen in Österreich für einen Ausschluss Israels vom ESC aus, 44 Prozent dagegen. Unter den 16- bis 29-Jährigen überwiegt hingegen die Zustimmung zu einem Ausschluss, wenn auch nur leicht. „Mit unserer Aktion wollen wir zeigen, dass es auch in unserer Generation klare Stimmen gegen antisemitische Boykotte gibt“, sagt Kothe und fasst abschließend zusammen: „Auch wenn die Boykott-Rufe oft am lautesten sind, haben junge Menschen vielfältige Meinungen. Wir hoffen, dass wir mit unseren Argumenten überzeugen und so zur Verbreitung differenzierter Positionen beitragen können.”

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