Streamingabgabe: Faire Beteiligung der Plattformen sichert Österreichs Filme von morgen

Streamingabgabe: Faire Beteiligung der Plattformen sichert Österreichs Filme von morgen

Appell von Fachverband Film- und Musikwirtschaft, Akademie des Österreichischen Films und Dachverband: Streaming-Umsätze in Österreich sollen heimische Produktionen stärken

Aktuell sind drei Filme mit österreichischer Beteiligung bei den Filmfestspielen in Cannes 2026 vertreten – sie zeigen einmal mehr die internationale Stärke des österreichischen Films. Heimische Geschichten, Talente und Produktionen werden weltweit gesehen und ausgezeichnet. Damit solche Erfolge bei Filmfestivals sowie beim Publikum im Kino/TV auch in Zukunft möglich sind, braucht es aber verlässliche Rahmenbedingungen für die Filme von morgen.

Die österreichische Filmwirtschaft steht unter wachsendem Druck: Steigende Produktionskosten, sinkende Planbarkeit und ein zunehmend internationaler Wettbewerb gefährden die Finanzierung heimischer Filme und Serien. Gleichzeitig erzielen internationale Streaminganbieter auch in Österreich hohe Umsätze mit audiovisuellen Inhalten, leisten aber bislang keinen ausreichenden Beitrag zur Stärkung der heimischen Produktion.

„Jetzt kann die Regierung zeigen, dass ihre Bekenntnisse zum heimischen Film keine leeren Versprechen waren. Wer österreichische Kultur, Arbeitsplätze und die Vielfalt unserer Geschichten stärken will, muss jetzt handeln und dieses Modell rasch umsetzen“, sagt Verena Altenberger, Schauspielerin und Präsidentin der Akademie des Österreichischen Films.

Der Fachverband der Film- und Musikwirtschaft, die Akademie des Österreichischen Films und der Dachverband der österreichischen Filmschaffenden sprechen sich daher klar für ein kombiniertes Modell aus Streamingbeitrag und Investitionsanrechnung aus. Wer in Österreich mit audiovisuellen Inhalten Umsätze erzielt, soll künftig auch angemessen zur Produktion österreichischer Inhalte beitragen.

„Fairness und Verantwortung müssen im Mittelpunkt stehen. Internationale Plattformen verdienen auch in Österreich mit Filmen und Serien Geld. Es ist daher richtig, dass ein Teil dieser Wertschöpfung wieder in österreichische Produktionen zurückfließt. Das stärkt den Standort, schafft Planbarkeit und gibt Talenten, Crews und Produktionsunternehmen die Chance, weiterhin Filme und Serien auf internationalem Niveau zu realisieren“, erklärt Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Obmann des Fachverbands der Film- und Musikwirtschaft.

HEIMISCHE PRODUKTION STÄRKT DAS GESAMTE ÖKOSYSTEM

Ein starker Filmstandort entsteht nicht kurzfristig. Talente, Crews, Produktionsstrukturen und Know-how werden über Jahre aufgebaut. Von diesem Ökosystem profitieren Kino, Fernsehen, Streaminganbieter, Festivals und Publikum gleichermaßen.

„Wer heimische Produktionen stärkt, investiert nicht nur in einzelne Filme, sondern in ein ganzes Ökosystem aus Erfahrung, Qualität und Beschäftigung. Genau deshalb ist dieses Modell so wichtig für die Zukunft des österreichischen Films“, sagt Arash T. Riahi, Präsident der Akademie des Österreichischen Films.

Auch Markus Schleinzer, Vorsitzender des Dachverbands der österreichischen Filmschaffenden, betont die kulturelle Dimension: „Ohne faire Beteiligung der Streaminganbieter bleibt die Leinwand mit österreichischen Erzählungen in Zukunft leer. Dann erzählen nicht mehr wir unsere Geschichten, unsere Lebensrealitäten und unsere Kultur, sondern wir überlassen diese Sichtbarkeit vor allem den großen Produktionsmärkten aus den USA, China und anderen Ländern. Die Regierung hat es jetzt in der Hand, ob das Licht für den österreichischen Film anbleibt oder abgedreht wird.“

BEKENNTNISSE MÜSSEN JETZT ZU ENTSCHEIDUNGEN WERDEN

Die österreichische Filmbranche zeigt seit Jahren eindrucksvoll, was sie leisten kann. Internationale Festivalerfolge, starke Produktionen und die hohe Qualität heimischer Filmschaffender sind kein Zufall. Sie sind das Ergebnis eines gewachsenen Ökosystems, das gepflegt, weiterentwickelt und abgesichert werden muss.

Der Fachverband der Film- und Musikwirtschaft, die Akademie des Österreichischen Films und der Dachverband der österreichischen Filmschaffenden appellieren daher an die Bundesregierung, das Modell rasch auf den Weg zu bringen. Ziel muss ein fairer, praxistauglicher und wirksamer Beitrag zur Zukunft des Filmstandorts Österreich sein.

DIALOG relations
Martin Jandrisovits
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