Wiener Grüne kritisieren Umgang mit Vollsperre der S-Bahn-Stammstrecke
Wiener Grüne kritisieren Umgang mit Vollsperre der S-Bahn-Stammstrecke
Die Wiener Grünen befürchten angesichts der geplanten Vollsperre der S-Bahn-Stammstrecke zwischen Floridsdorf und Meidling ab Anfang September einen „massiven Stresstest“ für den gesamten Wiener Verkehr und fordern umfassende Entlastungsmaßnahmen im Öffi-Netz. Die geplante Modernisierung der ÖBB-Trasse werde zwar langfristig die Qualität und Kapazität verbessern, die etwa eineinhalbjährige Unterbrechung der stark frequentierten Strecke bringe aber große Herausforderungen für die Fahrgäste mit sich, sagte der nicht amtsführende Stadtrat Peter Kraus heute bei einer Pressekonferenz.
Die Grünen haben bei Verkehrsforscher Harald Frey von der TU Wien eine Studie zu den Auswirkungen der S-Bahn-Sperre in Auftrag gegeben. Demnach sei durch den Wegfall der S-Bahn in Spitzenzeiten mit mehr als 11.000 zusätzlichen Fahrgästen pro Stunde zu rechnen, die auf andere Verkehrsmittel ausweichen müssen. Die Grünen fordern daher unter anderem massive Intervallverdichtungen bei U-Bahnen und Straßenbahnen mit teils zwei-Minuten-Intervallen, eine konsequente Bevorzugung für Öffis an Ampeln sowie ein Freihalten von Gleisen für ein störungsfreies Vorankommen der Straßenbahnen.
Um Überlastung und damit gefährliche Situationen in großen Knotenpunkten wie Hauptbahnhof, Wien Mitte oder Praterstern zu vermeiden, regen die Grünen zusätzliche Sicherheits- und Lenkungsmaßnahmen an – etwa Lots*innen, Piktogramme und Durchsagen in den Stationen. Die TU-Studie empfiehlt außerdem 1.500 zusätzliche Räder in Bikesharing-Systemen an Umsteigeknoten als Alternative zur S-Bahn. Kraus erneuerte außerdem seine Forderung nach einer Wiederauflage des 365-Euro-Tickets für die Wiener Öffis.
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