ÖVP – Hammerer ad Jedmayer-Anrainerversammlung: „Die Sucht und Drogenkoordination redet die Lage weiter schön“
ÖVP – Hammerer ad Jedmayer-Anrainerversammlung: „Die Sucht und Drogenkoordination redet die Lage weiter schön“
Mehr als 100 Anrainerinnen und Anrainer nahmen gestern an der lange geforderten Versammlung zur Situation rund um den Jedmayer und die U6-Station Gumpendorfer Straße teil. „Das enorme Interesse zeigt, wie groß der Leidensdruck im Grätzel mittlerweile ist“, betont Gerhard Hammerer, Obmann der ÖVP Mariahilf und selbst Anrainer. Erste Schritte wie die Umzäunung des Fritz-Imhoff-Parks durch den Bezirk und die neue polizeiliche Schutzzone wurden von den Anwesenden grundsätzlich positiv gesehen. „Diese Maßnahmen sind wichtig. Sie wurden aber erst möglich, weil Anrainer und ÖVP über Jahre Druck gemacht haben“, so Hammerer.
Scharfe Kritik übt Hammerer am Auftritt der Sucht und Drogenkoordination. „Statt die Realität anzuerkennen, wurde die Situation erneut schöngeredet. Koordinator Ewald Lochner verweist auf 46 Einrichtungen in Wien, verschweigt aber die massive Konzentration rund um den Jedmayer. Wer diese Belastung leugnet, kann sie auch nicht lösen“, so Hammerer. Besonders irritierend sei die Aussage, man wolle den Drogenhandel „in Bewegung halten“. „Das ist keine Strategie, sondern ein Eingeständnis der Hilflosigkeit. Die Menschen im Grätzel brauchen keine bewegten Probleme, sondern endlich echte Entlastung.“
Auch zentrale Forderungen der Anrainerinnen und Anrainer wurden aus Sicht der ÖVP abgewiegelt oder auf die lange Bank geschoben. Alkoholverbot, Videoüberwachung und Konsumräume wurden als nicht notwendig dargestellt. Bei wohnortnaher Substitution und flüssiger Abgabe statt leicht weiter verkaufbarer Tabletten blieb Ewald Lochner vage und verwies auf Gespräche mit dem Bund und Niederösterreich. „Es fehlt weiterhin ein klarer Plan und der politische Wille der SPÖ-Neos-Stadtregierung, die Last endlich fairer über Wien zu verteilen. Die Sucht und Drogenkoordination soll nicht weiter evaluieren, relativieren und beschwichtigen, sondern endlich handeln“, so Hammerer abschließend.
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