EU-Westbalkan-Gipfel: WKÖ sieht großes Potenzial durch stärkere EU-Integration des Westbalkans
EU-Westbalkan-Gipfel: WKÖ sieht großes Potenzial durch stärkere EU-Integration des Westbalkans
Österreichs Exportwirtschaft konnte Ausfuhren in vergangenen zehn Jahren in die Region verdoppeln – EU-Binnenmarkt schrittweise für EU-Beitrittskandidaten öffnen
Die Wirtschaftskammer Österreich spricht sich anlässlich des EU-Westbalkan-Gipfels in Tivat (Montenegro) klar für eine Erweiterung der Europäischen Union um die sechs Westbalkan-Staaten aus. Gleichzeitig schlägt die WKÖ einen konkreten Zwischenschritt vor: den EU-Binnenmarkt bereits vor einer Vollmitgliedschaft schrittweise für Beitrittskandidaten zu öffnen.
„Der sektorielle Zugang zum EU-Binnenmarkt kann als Brücke zum Beitritt dienen, soll diesen aber nicht ersetzen. Voraussetzung muss die Übernahme und konsequente Umsetzung von EU-Recht sein. Das schafft gleiche Wettbewerbsbedingungen und bringt österreichischen Exporteuren sowie Niederlassungen vor Ort durch die frühzeitige Angleichung von Normen und Standards erhebliche Vorteile“, betont WKÖ-Präsidentin Martha Schultz.
Die Vorteile eines erweiterten Binnenmarktes liegen auf der Hand: Einheitliche Regeln, höhere Rechtssicherheit und die weitere Annäherung an EU-Standards schaffen bessere Rahmenbedingungen für Handel, Investitionen und grenzüberschreitende Wertschöpfung. Österreichische Unternehmen haben das Potenzial der Region früh erkannt und zählen in den meisten Erweiterungsländern zu den wichtigsten Investoren.
EXPORTPOTENZIAL VON 1,1 MILLIARDEN EURO
Auch die Exportzahlen unterstreichen die Bedeutung der Region: In den vergangenen zehn Jahren konnten österreichische Unternehmen ihre Warenausfuhren in die Westbalkan-Staaten um mehr als 100 Prozent auf zuletzt 2,3 Milliarden Euro steigern. Das zusätzliche nutzbare Exportpotenzial für Österreich wird laut ITC Export Potential Map auf 1,1 Milliarden Euro geschätzt.
Gute Exportchancen sieht die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA der WKÖ im Infrastruktur- und Energiebereich. Gerade bei Erneuerbaren Energien bzw. im Schienen- und Straßenverkehr ist Know-how aus Österreich gefragt.
Vor dem Hintergrund geopolitischer Entwicklungen gewinnt die EU-Erweiterung zusätzlich an strategischer Bedeutung. Südosteuropa wird für resiliente Wertschöpfungsketten immer wichtiger. Die Integration des Westbalkans ist daher nicht nur ein politisches Projekt, sondern auch eine wirtschafts- und sicherheitspolitische Investition in die Zukunft Europas.
„Der Westbalkan ist für Österreich längst mehr als eine Nachbarregion: Er ist ein dynamischer Wachstumsmarkt und ein strategischer Wirtschaftspartner. Eine schrittweise Öffnung des EU-Binnenmarktes für Beitrittskandidaten würde Unternehmen auf beiden Seiten neue Chancen eröffnen“, erklärt Schultz.
Zusätzliche Impulse für die wirtschaftliche Zusammenarbeit erwartet die WKÖ auch von der EXPO 2027 in Belgrad. Österreichische Unternehmen werden in der Region von den Expertinnen und Experten der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA in Belgrad, Sarajewo, Podgorica, Skopje, Pristhtina und Tirana unterstützt. (PWK267/ST)
Valentin Petritsch, MSC
Wirtschaftskammer Österreich
Sprecher der Präsidentin
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