GBH-Hitzetage (2): Hitzefrei betrifft wenige Stunden – nicht den ganzen Tag

GBH-Hitzetage (2): Hitzefrei betrifft wenige Stunden – nicht den ganzen Tag

Gewerkschaft BAU-HOLZ: Wer Verantwortung übernimmt, kann handeln – die Möglichkeiten sind geschaffen

Bauarbeiter starten ihren Tag, wenn andere noch schlafen. Viele sind ab vier Uhr früh unterwegs und meist schon ab sechs Uhr auf der Baustelle im Einsatz. Wenn die Temperaturen gegen Mittag ihren kritischen Höhepunkt erreichen, haben viele bereits sieben und mehr Stunden schwer gearbeitet. Genau dann – in diesen Mittagsstunden – greift die Möglichkeit auf Hitzefrei ab 32,5 Grad Celsius. Es geht also nicht um ganze Tage. Es geht um wenige Stunden. Und genau diese wenigen Stunden können – und müssen – genutzt werden, um Menschen zu schützen.

WENIGE STUNDEN, DIE DEN UNTERSCHIED MACHEN

Die Hitzefrei-Regelung nach dem Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetz (BSchEG) setzt bei 32,5 Grad Celsius im Schatten an. Diese Temperaturen werden erst um die Mittagszeit erreicht. Für Beschäftigte, die bereits seit dem frühen Morgen im Einsatz sind, sind genau das die körperlich kritischsten Stunden: Der Organismus ist erschöpft, der Kreislauf belastet, die Unfallgefahr steigt. Hitzefrei in diesen Stunden zu gewähren bedeutet nicht, den Arbeitstag zu verlieren. Es bedeutet, in den gefährlichsten Stunden die Arbeit einzustellen.

DIE MÖGLICHKEIT IST DA – SIE MUSS GENUTZT WERDEN

Wer als Auftraggeber oder Bauunternehmer Verantwortung für seine Beschäftigten übernimmt, hat die Werkzeuge dafür. Die Kosten für Hitzefrei werden über die BUAK abgewickelt – Beschäftigte erhalten rund 60 Prozent ihres Lohns weiterbezahlt, der Betrieb wird entlastet. Es braucht keine neuen Gesetze für diesen ersten Schritt. Es braucht den Willen, die bestehenden Möglichkeiten zu nutzen. Betriebe, die das bereits leben, zeigen: Es geht. Es ist organisierbar. Und es ist das Richtige.

„Unsere Bauarbeiter sind seit dem frühen Morgen im Einsatz. Wenn die Hitze gegen Mittag ihren Höhepunkt erreicht, sind sie bereits körperlich am Limit. Genau für diese wenigen Stunden nach Erreichen des körperlichen Limits gibt es die Möglichkeit auf Hitzefrei. Genau diese Möglichkeit muss genutzt werden. Wer das tut, übernimmt Verantwortung. Wer das nicht tut, gefährdet die Gesundheit seiner Beschäftigten“, so Abg. z. NR Josef Muchitsch, GBH-Bundesvorsitzender.

„DIE COOLSTE BAUSTELLE ÖSTERREICHS“

Es geht. Das zeigen Betriebe in ganz Österreich, die Hitzeschutz nicht als Pflicht verstehen – sondern als Haltung. Sie stellen Trinkwasser bereit. Sie sorgen für Beschattung. Sie richten gekühlte Pausenräume ein. Und sie gestalten den Arbeitsbeginn so, dass die wenigen heißesten Stunden des Tages bewusst einkalkuliert werden. Die Gewerkschaft BAU-HOLZ macht diese Betriebe im Rahmen der GBH-Hitzetage sichtbar.

HITZE.APP: SOFORT WISSEN, WANN ES SO WEIT IST

Die Hitze.App der GBH zeigt per Postleitzahl in Echtzeit an, ob die 32,5-Grad-Schwelle erreicht ist – abgestimmt mit den Wetterdaten der GeoSphere Austria. Für Beschäftigte, Betriebe und Auftraggeber gibt es damit keine Ausrede mehr für Unwissenheit. Ein Blick aufs Handy – und alle wissen, ob die Voraussetzungen für Hitzefrei erfüllt sind. Kostenlos, für iPhone und Android. Download: gbh-news.at/hitze-app

GBH-Presse
Thomas Trabi, M.A.
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