FPÖ – Kaniak: „Freie Arztwahl muss erhalten bleiben – Gefahr einer Zwei-Klassen-Medizin abwenden!“

FPÖ – Kaniak: „Freie Arztwahl muss erhalten bleiben – Gefahr einer Zwei-Klassen-Medizin abwenden!“

Aktuelle Umfrage zeigt, dass Patienten niedergelassenen Fachärzten vertrauen und verpflichtende Überweisungen ablehnen

Eine aktuelle Umfrage des „Berufsverbands FachärztInnen Österreich“ sei ein „deutliches Signal gegen die gesundheitspolitischen Pläne der Bundesregierung“, erklärte heute FPÖ-Gesundheitssprecher und Vorsitzender des parlamentarischen Gesundheitsausschusses NAbg. Mag. Gerhard Kaniak. Die Umfrage zeige klar, dass die Österreicher den direkten Zugang zum Facharzt beibehalten wollen und den niedergelassenen Ärzten großes Vertrauen entgegenbringen. „Während die Regierung über ein ‚Gatekeeper-Modell‘ und verpflichtende Überweisungen nachdenkt, sprechen sich die Patienten klar dagegen aus. Wenn 90 Prozent die freie Arztwahl behalten wollen, ist das ein unmissverständliches Votum, das die Politik nicht ignorieren darf“, so Kaniak.

Für den freiheitlichen Gesundheitssprecher sei die Sorge vor einer Zwei-Klassen-Medizin berechtigt: „Hinter dem Begriff der ‚Patientenlenkung‘ verbirgt sich die Gefahr, dass sich die Versorgung verschlechtert. Wer es sich leisten kann, geht weiterhin direkt zum Privatarzt, während Kassenpatienten erst den Umweg über die Primärversorgung nehmen müssten, um eine Überweisung zu erhalten. Das benachteiligt vor allem chronisch Kranke, Pensionisten und einkommensschwache Familien.“ Es sei für Kaniak auch eine Frage der Eigenverantwortung, dass mündige Bürger selbst entscheiden können, bei welchen Beschwerden sie einen Spezialisten aufsuchen.

Das große und seit Jahren ungelöste Problem sei laut Kaniak jedoch, dass nach wie vor 300 Kassenstellen im niedergelassenen Bereich unbesetzt seien und die ÖVP-geführten Regierungen seit 2019 nicht daran denken würden, daran etwas zu ändern. „Das ist unter anderem auch der Grund, warum viele Patienten Spitalsambulanzen und Wahlärzte aufsuchen, ja aufsuchen müssen, um einen annehmbaren Termin und eine entsprechende Behandlung zu bekommen.“

Kritik übte Kaniak auch an der Kostenargumentation: „Die größten Kosten im System entstehen in den Spitalsambulanzen, wo ein Patientenkontakt ein Vielfaches von dem im niedergelassenen Bereich kostet. Anstatt die Spitäler zu entlasten, indem man Patienten gezielt in den kostengünstigeren niedergelassenen Bereich lenkt, würde eine Überweisungspflicht diesen bewährten Sektor schwächen. Dieser Ansatz ist nicht nachvollziehbar und zeugt von einer falschen Prioritätensetzung. Mit unserer Forderung der ‚Finanzierung aus einer Hand‘ wären auch Leistungsunterschiede zwischen den niedergelassenen Fachärzten und den Fachambulanzen vom Tisch“, erklärte der freiheitliche Gesundheitssprecher weiter.

„Wir brauchen keine Experimente zu Lasten der Patienten, sondern eine durchdachte Gesundheitsreform aus einer Hand, die Kompetenzen und Finanzierung bündelt. Die Mittel müssen dorthin fließen, wo die Versorgung der Menschen effizient stattfindet: bei den niedergelassenen Haus- und Fachärzten. Sie sind eine tragende Säule, die unser Gesundheitssystem am Laufen hält. Wir Freiheitliche setzen uns für den Erhalt der freien Arztwahl ein und fordern eine Stärkung des niedergelassenen Bereichs anstatt zusätzlicher bürokratischer Hürden!“

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