ME/CFS: Internationales Forschungsprojekt unter MedUni Wien-Leitung gestartet

ME/CFS: Internationales Forschungsprojekt unter MedUni Wien-Leitung gestartet

Wissenschafter:innen schaffen Grundlage für bessere Diagnose und gezielte Therapie

MYALGISCHE ENZEPHALOMYELITIS/CHRONISCHES FATIGUE-SYNDROM (ME/CFS) IST EINE CHRONISCHE, SCHWER BEEINTRÄCHTIGENDE MULTISYSTEMERKRANKUNG, VON DER SCHÄTZUNGEN ZUFOLGE WELTWEIT BIS ZU 70 MILLIONEN MENSCHEN BETROFFEN SIND. DASS BISLANG AUSSCHLIESSLICH KLINISCHE KRITERIEN FÜR DIE DIAGNOSE VERWENDET WERDEN, VERSCHÄRFT DIE SITUATION FÜR DIE BETROFFENEN ZUSÄTZLICH. IM RAHMEN DES INTERNATIONALEN, VON DER MEDUNI WIEN GELEITETEN FORSCHUNGSPROJEKTS „DISCOVER-ME“ SOLL NUN DIE GRUNDLAGE FÜR EINE BESSERE, AUF PATIENT:INNEN-UNTERGRUPPEN ZUGESCHNITTENE DIAGNOSTIK UND FÜR DIE ENTWICKLUNG GEZIELTER BEHANDLUNGSSTRATEGIEN GESCHAFFEN WERDEN. DAS PROJEKT WIRD VON DER EU IM RAHMEN DES PROGRAMMS „HORIZON EUROPE“ MIT ÜBER 7,5 MILLIONEN EURO GEFÖRDERT, ERGEBNISSE WERDEN IM LAUFE DER NÄCHSTEN VIER JAHRE ERWARTET.

ME/CFS ist eine komplexe Multisystemerkrankung, die unter anderem das Immun-, Nerven- und Hormonsystem sowie den Energiestoffwechsel beeinträchtigt. Charakteristisch für die Erkrankung ist die sogenannte Post-Exertional Malaise (PEM): eine ausgeprägte, häufig zeitverzögert auftretende Verschlechterung der Symptome beziehungsweise das Hinzukommen neuer Beschwerden nach körperlicher oder geistiger Belastung. Die Diagnose erfolgt derzeit ausschließlich anhand klinischer Kriterien, andere Ursachen für einzelne Symptome müssen zuvor sorgfältig ausgeschlossen werden.

Das kostet wertvolle Zeit: Laut Forschungsdaten der Medizinischen Universität Wien braucht es in Österreich, Deutschland und der Schweiz durchschnittlich fünf Jahre bis zur Diagnose. Eine Studie des Universitätsspitals Angers konnte zeigen, dass mit jedem Monat Verzögerung die Wahrscheinlichkeit einer klinischen Besserung sinkt. Objektive Laborparameter oder validierte Biomarker – also messbare biologische Kennzeichen der Erkrankung zur Beschleunigung der Diagnosestellung – gibt es bislang nicht.
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Mag. Johannes Angerer
Leiter Unternehmenskommunikation
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