147 Notruftag – Warum jede Minute zählt

147 Notruftag – Warum jede Minute zählt

Krisen machen keinen Urlaub: „Wenn sonst niemand erreichbar ist, sind wir da“.

Während für viele Kinder und Jugendliche die Ferien eine Pause vom Alltag bedeuten, bleiben Sorgen und Belastungen bestehen oder werden sogar stärker. Konflikte in der Familie, Einsamkeit oder belastende Erlebnisse im digitalen Raum hören nicht mit dem Schulschluss auf. Gerade dann, wenn Strukturen wegfallen und Unterstützung fehlt, wird der Notruf 147 Rat auf Draht für viele zur wichtigsten Anlaufstelle.

Es sind oft leise Momente, in denen Kinder und Jugendliche zum Hörer greifen oder einen Chat starten: spät abends, allein im Zimmer, nach einem Streit oder mit Gedanken, die sie mit niemandem teilen können. In genau diesen Momenten ist Rat auf Draht da – rund um die Uhr, anonym und kostenlos.

„Viele junge Menschen melden sich bei uns, weil sie niemanden haben, dem sie sich anvertrauen können oder weil sie Angst haben, nicht ernst genommen zu werden“, erklärt Birgit Satke, Leiterin des Beratungsteams von Rat auf Draht. „Was sie bei uns bekommen, ist echtes Zuhören, fachliche Unterstützung und das Gefühl: Ich bin nicht allein.“

MEHR ALS EIN GESPRÄCH: PROFESSIONELLE HILFE IM ENTSCHEIDENDEN MOMENT

Am anderen Ende der Leitung sitzen ausgebildete Expert:innen aus den Bereichen Psychologie, Sozialpädagogik, Psychotherapie und Beratung. Sie hören nicht nur zu, sondern helfen, Gedanken zu ordnen, Krisen einzuordnen und gemeinsam nächste Schritte zu entwickeln.

„Ein Gespräch bei 147 kann der Moment sein, in dem sich etwas verändert“, sagt Christine Piriwe, Beraterin bei Rat auf Draht. „Wenn ein Kind zum ersten Mal ausspricht, wie schlecht es ihm geht. Wenn junge Menschen den Mut finden, über Gewalt oder Suizidgedanken zu sprechen. Oder wenn es einfach darum geht, die Nacht zu überstehen.“

Die Themen sind vielfältig und oft komplex: psychische Belastungen, Einsamkeit, familiäre Konflikte, Gewalt, Cybermobbing oder Zukunftsängste. Um hier wirklich helfen zu können, braucht es Zeit – die Gespräche dauern länger und erfordern ein genaues Hinschauen.

NOTRUFTAG AM 14.7.: AUFMERKSAMKEIT FÜR EINE OFT UNSICHTBARE HILFE

Der Notruftag macht auf die Bedeutung niederschwelliger Unterstützungsangebote aufmerksam, die in akuten Krisensituationen rasch und verlässlich erreichbar sind. Viele psychosoziale Belastungen bleiben im Alltag unerkannt und benötigen frühzeitige, professionelle Unterstützung.

„Krisen machen keinen Urlaub und genau deshalb sind wir auch im Sommer rund um die Uhr erreichbar“, so Piriwe. „Wir erleben täglich, wie viel ein Gespräch bewirken kann. Genau deshalb ist es so wichtig, dass es uns gibt und dass wir erreichbar bleiben.“

WARUM SPENDEN DEN UNTERSCHIED MACHEN

Damit diese Hilfe jederzeit verfügbar ist, braucht es ausreichend qualifizierte Berater:innen – und Zeit. Beides ist nicht selbstverständlich: Mehr als 50 Prozent der Finanzierung von Rat auf Draht erfolgt über Spenden.

„Jede einzelne Beratung kostet Ressourcen – und ist gleichzeitig unbezahlbar in ihrer Wirkung“, betont Birgit Satke. „Spenden ermöglichen, dass wir abheben können, wenn ein Kind uns braucht. Dass wir im Chat antworten. Dass wir Zeit haben zuzuhören. Ohne die Unterstützung von Spender:innen könnten wir dieses Angebot nicht in dieser Form aufrechterhalten.“

Täglich werden über 110 Beratungsgespräche geführt, rund 40.000 im Jahr. Hinter jeder dieser Zahlen steht ein junger Mensch in einer konkreten Situation.

JETZT NOTRUFMINUTEN SICHERN

Unter _https://www.rataufdraht.club/notruftag_ kann direkt für den Notruf 147 gespendet werden. Jede Unterstützung trägt dazu bei, dass Kinder und Jugendliche auch in Zukunft jemanden erreichen, der zuhört, versteht und professionell hilft.

Rat auf Draht
Anita Herzig
Telefon: +43(0)676/88144154
E-Mail: 147@rataufdraht.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender