„Heilmittelreport“: Mehr Fragen als Antworten
„Heilmittelreport“: Mehr Fragen als Antworten
Apothekerverband kritisiert unseriösen „Heilmittelreport“ des Dachverbands der Sozialversicherungen
Der am 15. Juli vorgestellte „Heilmittelreport“ des Dachverbands der Sozialversicherungen wirft mehr Fragen auf, als er Antworten gibt. Damit verfehlt er das selbst gesteckte Ziel, die „Rahmenbedingungen der Medikamentenversorgung“ … „verständlich zu machen“ und Vertrauen aufzubauen. Zahlen werden einseitig dargestellt, wesentliche Fakten werden ausgelassen – ein umfassendes, objektives Bild, das einen Beitrag dazu leistet, das System der Heilmittelversorgung zu verstehen, wird damit nicht gezeichnet.
FALSCHE GLEICHSETZUNG VON ÖFFENTLICHER APOTHEKE UND ÄRZTLICHER NOTABGABESTELLE FÜR MEDIKAMENTE
„Dass der Dachverband der Sozialversicherungen keine Unterscheidung zwischen öffentlicher Apotheke und ärztlicher „Hausapotheke“ trifft, ist in höchstem Maße irritierend. Mit der Addition der Anzahl der öffentlichen Apotheken und der ärztlichen Notabgabestellen im Heilmittelreport werden diese unzulässigerweise gleichgesetzt. Dabei ist einzig und allein die öffentliche Apotheke eine vollumfänglich Apotheke mit Nachtdiensten, einem Labor und einem Arzneimittelsortiment das durchschnittlich 6000 Präparate umfasst“, weist Thomas W. Veitschegger, Präsident des Österreichischen Apothekerverbands, auf die Bedeutung der öffentlichen Apotheke für die Versorgung der Bevölkerung hin.
RÜCKGANG DER APOTHEKENSPANNEN UM 13,3 PROZENT
„In den letzten Jahren waren wir in Österreich und der EU mit Rekordwerten bei der Inflation konfrontiert. Das hat jeder Haushalt und jedes Unternehmen gespürt. Wer nach dieser Zeit eine Spannenentwicklung nicht in Beziehung zur Teuerungsrate darstellt, arbeitet im besten Fall ungenau. Der Dachverband führt eine Steigerung der „Apothekenspannen” von 23,4 Prozent im Zeitraum 2013 bis 2025 an. Demgegenüber steht eine Steigerung des VPI von 42,3 Prozent und damit ein realer Rückgang der Apothekenspannen von 13,3 Prozent“, erklärt Andreas Hoyer, 1. Vizepräsident des Österreichischen Apothekerverbands.
FEHLEN WESENTLICHER BEZUGSGRÖSSEN
„Ähnlich wie bei der Spannenentwicklung wird auch bei der Entwicklung der Apothekenzahlen eine wesentliche Bezugsgröße weggelassen: Während der Report hier von einem Anstieg seit 2013 um 3,3 Prozent berichtet, wird nicht angeführt, dass Österreichs Bevölkerung im selben Zeitraum um 8,8 Prozent gewachsen und dementsprechend der Versorgungsbedarf gestiegen ist. Bei den hochpreisigen Medikamenten wird zudem außer Acht gelassen, dass öffentliche Apotheken diese lebenswichtigen Medikamente über Kredite vorfinanzieren müssen“, weist Alexander Hartl, 2. Vizepräsident des Österreichischen Apothekerverbands, auf weitere Lücken im Report hin.
„Wir erwarten uns vom Dachverband der Sozialversicherungen Impulse für die Weiterentwicklung der Heilmittel- und Gesundheitsversorgung. Dabei müssen die Apotheken mit all ihren Leistungen, Potenzialen aber auch ihren wirtschaftlichen Herausforderungen mitgedacht werden. Für konstruktive Gespräch dazu, stehen wir jederzeit zur Verfügung“, so Verbandspräsident Veitschegger abschließend.
Österreichischer Apothekerverband
Mag. Ralph Luger
Telefon: 06642453319
E-Mail: ralph.luger@apothekerverband.at
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