Hanel-Torsch: Architekturjuwele der Wiener Werkbundsiedlung wurden nachhaltig erhalten und gehen in die Vergabe
Hanel-Torsch: Architekturjuwele der Wiener Werkbundsiedlung wurden nachhaltig erhalten und gehen in die Vergabe
Fünf denkmalgeschützten Musterhäuser der Moderne Österreichs wurden nachhaltig saniert und auf erneuerbare Energie umgestellt
Die Werkbundsiedlung im 13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing wurde 1932 als Mustersiedlung aus ursprünglich 70 Häusern errichtet. Unter federführender Leitung von Josef Frank wurde jedes der Häuser von verschiedenen internationalen und österreichischen Architekten errichtet.
Die sanierten und dekarbonisierten Gebäude befinden sich in Lainz, in der Veitingergasse 71, 77, 83, Engelbrechtweg 11 und der Jagdschlossgasse 72. Die einzigartigen Gebäude wurden von den welt-renommierten Architekten Hugo Häring, Richard Bauer, Josef Hoffmann, Anton Brenner und Otto Breuer entworfen.
„Durch die nachhaltige Sanierung und Dekarbonisierung der Werkbundsiedlung wird ein Stück österreichische Architekturgeschichte für Generationen erhalten. Denn die Förderung der einzigartigen Architekturlandschaft und das Bewahren des Stadtbilds Wiens sind neben der zur Verfügungstellung von leistbarem Wohnraum, wohnbaupolitische Schwerpunkte. Wien hat einen sehr reichen Altbaubestand. Sanierungen wie diese, schützen diesen nachhaltig. Gleichzeitig ist es wichtig, dass die Gebäude weiterhin belebt werden, denn dafür wurden sie errichtet. Wien ist internationales Vorbild, wenn es darum geht, historisches Ambiente mit modernen Bedürfnissen zu vereinen“, erklärt Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch.
„Mit der Sanierung der Werkbundsiedlung begleitet Hietzing schon lange ein ganz besonders Projekt. Seit 2011 wird das einzigartige Ensemble etappenweise saniert, umfassend modernisiert und gleichzeitig behutsam erhalten. Mit der Bestandssicherung, dem Ausstieg aus Gas und einer nachhaltigen Energieversorgung wird die Werkbundsiedlung fit für die Zukunft gemacht, ohne ihren besonderen Charakter zu verlieren. Sie ist ein architektonisches Juwel Hietzings und ein ganz besonderer Ort zum Leben. Den neuen Bewohnerinnen und Bewohnern wünsche ich viel Freude in ihrem neuen Zuhause!“, so Bezirksvorsteherin Johanna Zinkl.
„Um die Klimaneutralität zu schaffen ist die Reduktion der CO2-Emmissionen im Bereich „Wohnen“ ein zentraler Bestandteil. Daher ist neben einer thermischen Sanierung auch der Ausstieg aus fossiler Energieversorgung, durch den Einsatz von Erdwärmepumpen, PV-Anlagen und Wärmerückgewinnung wichtig. Das all diese Maßnahmen auch bei architekturhistorisch wichtigen Bauten wie der Werkbundsiedlung möglich sind und umgesetzt werden ist besonders erfreulich und zeigt den hohen Stellenwert dieses Themas in unserer Stadt“, ergänzt Bezirksvorsteher-Stellvertreter Marcel Höckner.
WIEN FÖRDERT ERHALT UND BEWOHNBARKEIT VON HISTORISCHEN WOHNHÄUSERN
Insgesamt 49 dieser Architekturunikate der Werkbundsiedlung befinden sich im Eigentum der WISEG (Wiener Substanzerhaltungsg.m.b.H.), die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Erhalt und die behutsame Weiterentwicklung historischer Wohnhäuser in Wien, der ihr anvertrauten Immobilien zu garantieren.
„Für uns als WISEG sind Denkmalschutz und Klimaschutz kein Widerspruch, sondern zwei Seiten derselben Verantwortung. Jedes dieser Häuser ist ein Stück gebaute Kulturgeschichte, das uns anvertraut ist. Mit der behutsamen Sanierung sichern wir seine historische Substanz, mit dem Umstieg auf Erdwärme führen wir es zugleich in eine klimaneutrale Zukunft. So bewahren wir nicht nur die Architekturikonen der Werkbundsiedlung, sondern geben sie als lebendigen, zeitgemäßen Wohnraum an kommende Generationen weiter“, so die WISEG-Geschäftsführung Angelika Flatz und Alexander Hießböck.
FOKUS AUF HISTORISCHES ERSCHEINUNGSBILD, THERMISCHE SANIERUNG UND DEKARBONISIERUNG
Im Fokus der schrittweisen Sanierung der Werkbundsiedlung stehen Maßnahmen zur Bestandssicherung, bei gleichzeitiger Wiederherstellung des historischen Erscheinungsbildes. Ein Hauptaugenmerk wird auf die thermische Verbesserung und die Herstellung zeitgemäßer Standards gelegt. Seit 2024 wurden in der jüngsten Etappe der Sanierung diese Standards um den Ausstieg aus Gas erweitert. Dazu wurden in 5 bestandsfreien Objekten die Energiesysteme umgestellt. Die bislang unsanierten Häuser werden entsprechend nicht mehr mit Gas, sondern durch eine Bauteilaktivierung mittels Erdwärmesonde versorgt. Durch den Einsatz von Geothermie besteht auch die Möglichkeit die Häuser in Hitzeperioden zu kühlen.
In den Gärten der Häuser wurden jeweils 2-3 Tiefenbohrungen mit einer Tiefe von 120 – 150 m vorgenommen. Über ein Sole-Wassergemisch wird die Wärmeenergie zu den Innengeräten befördert. Auf die Bereitstellung mittel Sole-Wasser-Erdwärmepumpe folgt eine Wärmeverteilung über eine Deckenheizung, die durch teils gebläseunterstützte Heizkörper unterstützt wird.
Zusätzliche Energiegewinnung erfolgt durch eine PV-Anlage mit Hochleistungszellen und einer Speicherbatterie. Dabei wurden die Vorgaben des Denkmalschutzes entsprechend umgesetzt.
VORMERKUNG AB JETZT ONLINE MÖGLICH
Aktuell gibt es die Möglichkeit sich für 4 der 5 Häuser unter: https://wiseg.at/ für die Vergabe der Häuser vormerken zu lassen. Die Häuser werden unbefristet und provisionsfrei zur Miete angeboten.
Weitere Informationen zur Werkbundsiedlung: https://www.werkbundsiedlung-wien.at/
Über die WISEG: Die WISEG Wiener Substanzerhaltungsg.m.b.H. & Co KG ist ein Immobilienunternehmen im mehrheitlichen Eigentum der Stadt Wien. Der Fokus liegt auf der Betreuung von sogenannten atypischen städtischen Wohnhäusern (Zinshäusern), die meist ohne öffentliche Fördermittel – insbesondere ohne Wohnbausteuer – errichtet wurden, häufig durch private Eigentümer.
Stephan Grundei
Mediensprecher
Stadträtin für Wohnbau und Frauen Elke Hanel-Torsch
Tel.: 0676/8118 98057
E-Mail: stephan.grundei@wien.gv.at
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