ORF erweitert KI-Kennzeichnung in seinen Programmen ab 2. August
ORF erweitert KI-Kennzeichnung in seinen Programmen ab 2. August
Glaubwürdigkeit und das Vertrauen des Publikums sind das höchste Gut im Journalismus, das durch Deep Fakes und den nicht verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) jedoch zunehmend untergraben wird. Der ORF beschäftigt sich seit Jahren sehr intensiv mit den Chancen und Herausforderungen von KI und hat bereits im Vorjahr eigene KI-Guidelines für den Einsatz und den Umgang mit der Technologie in seinen Programmen und der öffentlich-rechtlichen Programmproduktion erarbeitet. Dabei wurden unter anderem erste Reglements und Standards zur Kennzeichnung eingeführt, ein eigens eingerichtetes ORF-KI-Board hat die Richtlinien seither laufend aktualisiert. Im Vorfeld der ab 2. August 2026 geltenden Transparenz- und Kennzeichnungspflichten der KI-Verordnung der Europäischen Union (AI-Act) entwickelt der ORF dieses Regelwerk nun weiter: Mittels KI erzeugte oder bearbeitete Inhalte werden im ORF klar und transparent gekennzeichnet, um dem österreichischen Publikum in allen Medien stets den vollen Überblick über die Echtheit des verwendeten Bild-, Ton- und Textmaterials zu verschaffen, ohne das Nutzungserlebnis dabei maßgeblich zu beinträchtigen.
Konkret wird künftig zwischen folgenden Formen der Kennzeichnung unterschieden:
* in kreativen, fiktionalen und unterhaltenden Formaten sowie bei Lifestyle-Dokumentationen kommt ein entsprechender Hinweis zu Sendungsbeginn zum Einsatz
* in den Bereichen Information, Sport und Magazin wird jeder KI-Einsatz timecode-genau mit eigens dafür entwickelten Inserts gekennzeichnet. In den Nachrichtensendungen des ORF ist der KI-Einsatz besonders stark reglementiert, so sind z. B. KI-generierte Bilder oder Videos nur im Falle der Berichterstattung über KI zulässig
* im Audio-Bereich erfolgt der Hinweis direkt im Rahmen der Sendungs- oder Beitragsgestaltung
„Glaubwürdigkeit und Vertrauenswürdigkeit sind die wichtigsten Werte der ORF-Programme. Daher unterliegt der Einsatz von KI in allen ORF-Angeboten strengen, in den ORF-KI-Guidelines festgelegten Kriterien. Redaktionelle Verantwortung und menschliche Aufsicht bilden dabei das Fundament. Klare Regeln im Umgang mit KI und eine saubere Kennzeichnung von KI-Inhalten sorgen für zusätzliche Transparenz gegenüber dem Publikum, das vom ORF einen verantwortungsvollen Umgang mit dieser neuen Technologie erwartet. Diesem Anspruch tragen wir Rechnung“, betont ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher.
„Der ORF hat mit dem AiDitor bereits 2024 den Technologie- und Innovationspreis der European Broadcasting Union gewonnen. Das zeigt, wie ernst wir KI als Werkzeug für die redaktionelle Arbeit nehmen. Nachhaltige Digitalisierung heißt für uns, KI dort einzusetzen, wo sie Programmmacherinnen und Programmmachern Zeit für journalistische und kreative Arbeit verschafft, und gleichzeitig transparent offenzulegen, wo das Publikum damit in Berührung kommt“, ergänzt Harald Kräuter, Direktor für Technik und Digitalisierung und Vorsitzender des KI-Boards im ORF.
Die laufende Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz ist als Unternehmensschwerpunkt im ORF verankert und wird vom interdisziplinär besetzten KI-Board gesteuert. Bereits 2025 legte der ORF eigene KI-Guidelines vor, die die Rahmenbedingungen für den Einsatz im Unternehmen vorgeben und laufend evaluiert werden. Mit der KI-Kennzeichnung nach den Vorgaben des „AI-Acts“ der Europäischen Union erfolgt nun der nächste Schritt. Die On-Air-Umsetzung sowie die Weiterentwicklung der Guidelines wurden von der KI-Arbeitsgruppe Programm gemeinsam mit der KI-Board-Arbeitsgruppe Governance erarbeitet.
Die ORF-KI-Guidelines stehen hier zum Download zur Verfügung: ORF veröffentlicht KI-Guidelines – der.ORF.at
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