Equal Pension Day 2026 in NÖ: Frauen leben ab 8. August statistisch „ohne Pension“
Equal Pension Day 2026 in NÖ: Frauen leben ab 8. August statistisch „ohne Pension“
Frauenpensionen in NÖ fast 40 Prozent unter jenen der Männer / AK Niederösterreich fordert rasche Maßnahmen gegen die drohende Altersarmut und mehr Transparenz beim Einkommen
Der Equal Pension Day fällt heuer in Niederösterreich auf den 8. AUGUST 2026. Er markiert jenen Tag, an dem Männer statistisch gesehen bereits so viel Pension auf dem Konto haben, wie Frauen erst bis zum Jahresende erhalten werden. Anders ausgedrückt: Während Männer das ganze Jahr über voll abgesichert sind, müssen Frauen in Niederösterreich die verbleibenden 145 Tage des Jahres rein statistisch ohne Pension auskommen. Die geschlechtsspezifische Pensionslücke (Gender Pension Gap) liegt im Bundesland aktuell bei drastischen 39,60 Prozent.
1.100 EURO WENIGER IM MONAT
Die Schere geht im Alter auseinander: Während die durchschnittliche Alterspension für Männer in Niederösterreich bei rund 2.778 Euro liegt, müssen sich Frauen im Schnitt mit nur 1.678 Euro begnügen. Das bedeutet im Schnitt 1.100 Euro weniger pro Monat.
„Dass Frauen im Alter fast 40 Prozent weniger zum Leben haben, ist ein unhaltbarer Zustand. Altersarmut ist nach wie vor weiblich“, betont AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser. „Mehr als zwei Drittel der Bezieher:innen einer Ausgleichszulage sind Frauen. Und mit einem aktuellen Richtsatz von 1.308,39 Euro liegt diese meilenweit unter der tatsächlichen Armutsgefährdungsschwelle von 1.827 Euro. Wir reden hier nicht von Statistik, sondern von realer Existenznot.“
„Niedrige Pensionen sind kein Schicksal und kein persönliches Versagen. Sie sind das Resultat von Strukturdefiziten. Die Quittung folgt Jahrzehnte später – beim Blick aufs Pensionskonto“, stellt ÖGB Niederösterreich Landesfrauenvorsitzende Mag.a Didem Strebinger klar. Vehement zurückgewiesen werden vom ÖGB die Versuche, das staatliche Pensionssystem schlechtzureden. Strebinger betont: „Der Generationenvertrag lebt. Die Jungen finanzieren die Älteren, und die heutigen Pensionist:innen haben das Fundament unseres Wohlstands gebaut. Jung und Alt stehen nicht gegeneinander – sie tragen einander. Solidarität kennt kein Alter.“
TEILZEIT-FALLE UND UNBEZAHLTE CARE-ARBEIT
Die Ursachen für die Lücke liegen tief im Erwerbsleben verankert. Neben dem anhaltenden Einkommensunterschied (Gender Pay Gap von 17,6 Prozent bei den Bruttostundenverdiensten) ist es vor allem die ungleiche Verteilung von unbezahlter Arbeit: Frauen leisten rund 57 Prozent ihrer Arbeitszeit unbezahlt – sei es für Kinderbetreuung, Pflege oder den Haushalt.
Die Folge ist eine extrem hohe Teilzeitquote, die sich im Alter rächt. Besonders deutlich zeigt sich das bei Müttern: In Niederösterreich arbeiten über 71 Prozent der unselbstständig beschäftigten Frauen mit mindestens einem Kind unter 15 Jahren in Teilzeit. Bei den Männern in derselben Lebenssituation sind es gerade einmal rund 7 Prozent. Lange Teilzeitphasen wirken sich besonders negativ auf die Pensionshöhe aus.
REGELPENSIONSALTER STEIGT, ARBEITSLOSIGKEIT VERDOPPELT SICH
Verschärft wird die Situation durch die schrittweise Anhebung des Regelpensionsalters für Frauen, das aktuell bei 61,5 Jahren liegt und bis 2033 auf 65 Jahre steigen wird. Im 1. Quartal 2026 war bereits jede dritte Frau über 60 Jahren erwerbstätig – gleichzeitig ist jedoch ein deutlicher Anstieg bei den älteren weiblichen Arbeitslosen erkennbar. „Es braucht hier dringend ein Umdenken in den Betrieben und bessere Unterstützung für ältere Arbeitssuchende“, fordert Birgit Schön, Leiterin der Abteilung Frauenpolitik der AK Niederösterreich.
DIE KERNFORDERUNGEN DER AK NIEDERÖSTERREICH
Um die Pensionslücke nachhaltig zu schließen und Frauen effektiv vor Altersarmut zu schützen, fordert die AK Niederösterreich ein umfassendes Maßnahmenpaket:
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ARBEITSMARKT-OFFENSIVE: Konsequente Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie sowie eine finanzielle Aufwertung von frauendominierten Branchen. Dazu ein Recht auf Vollzeit mit entsprechendem gesetzlichem Anspruch.
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AUSBAU DER INFRASTRUKTUR: Ein flächendeckendes sowie kostenloses Angebot an vollzeittauglichen, qualitativ hochwertigen Kinderbildungseinrichtungen und leistbare Pflegeangebote für Ältere, um Frauen eine (existenzsichernde) Erwerbstätigkeit zu ermöglichen.
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ARMUTSFESTE PENSIONEN: Eine deutliche Anhebung des Ausgleichszulagenrichtsatzes, damit die Pension vor Armut schützt. Ebenso ein starkes staatliches System mit konsequentem Schutz vor schleichender Privatisierung.
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BESSERE RAHMENBEDINGUNGEN: Höhere Bewertung von Kindererziehungszeiten in der Pensionsversicherung und gezielte Förderung partnerschaftlicher Karenzmodelle.
Gernot Buchegger, Pressesprecher des Präsidenten
Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich
M: 0664/8134801; E: gernot.buchegger@aknoe.at
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